11/07/2013: Wettbewerbsgewinn

Neubau Sport- und Freizeitbad am Brauhausberg, Potsdam

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) haben den ersten Preis im Wettbewerb für den Neubau des Sport- und Freizeitbades am Brauhausberg in Potsdam gewonnen. Mit ihrem Entwurf für das Sportbad einschließlich 50m-Wettkampf-Sportbecken und Sprunganlage, Familien- und Spaßbad, Saunalandschaft, Wellnessbereich und Fitnessclub setzten sie sich in Arbeitsgemeinschaft mit HMI Hartwich/Mertens/Ingenieure, big Bechtold Ingenieurgesellschaft mbH und Capatti Staubach gegen 15 Mitbewerber durch.

Die Potsdamer Kulturlandschaft, geprägt vom dichten Gefüge aus Wasser, Topografie und Architektur, bildet den Ausgangspunkt für den Entwurf des Sport- und Freizeitbades. Eingebettet in das Sichtachsengefüge der gesamten Stadt-Landschaft wird es unmittelbar in einen neu zu schaffenden, hochwertigen öffentlichen Raum integriert und mit seiner Umgebung verzahnt.

Mit der Setzung des kompakten Bauvolumens bis an die östliche Baulinie bleibt im Westen eine vor dem Straßenverkehr des lebhaften Leipziger Dreiecks geschützte Außenfläche frei, die als Liegewiese der nach Westen ausgerichteten Badelandschaft zugeordnet ist und so von der Nachmittags- und Abendsonne profitiert. Der Haupteingang mit angeschlossenem Foyer liegt dagegen im Osten. Hier empfängt eine einladende Treppenanlage den Besucher und führt ihn auf einen großzügigen und über Straßenniveau erhabenen Vorplatz. Im Süden schließt sich ein kleiner Park an, der von der Max-Planck-Straße aus das Entree zum Bad bildet.

Das Gebäude selbst ist als kompakter Kubus konzipiert. An seiner Struktur lassen sich von außen die Funktionen im Innern klar ablesen. Weite Öffnungen im Erdgeschoss kennzeichnen Bereiche wie Foyer und Gastronomie, Sportbad sowie das Freizeitbad, das nach Westen und Norden großzügig verglast ist.

Der Sauna -und Wellnessbereich hingegen wird, um Zurückgezogenheit und Ruhe zu gewähren, im geschlossenen Massiv des Obergeschosses eingeschnitten, welches als Baukörper über der sich nach außen öffnenden Wasserlandschaft im Erdgeschoss zu schweben scheint. Sanitärbereiche und Umkleiden sowie eine Serviceschiene für Bademeister, Erste Hilfe-Räume und Lager drücken sich darin stempelartig von oben ins Erdgeschoss durch.

Ergänzt werden diese massiven „Standbeine“ der Saunalandschaft zukünftig durch das zweigeschossige Volumen des Sport- bzw. Fitnessclubs (2. BA) entlang der Südseite des Gebäudes.

Durch das Prinzip der Subtraktion entsteht im Inneren des Bades eine vielfältige Raumlandschaft. Aussparungen und Einschnitte in den Kubus sind teils mit Wasser als Bäder oder mit Luft als Gärten, aber auch mit funktionalen Elementen und Treppen gefüllt. Im Bereich des Familienbades wird das Potential des Gestaltungsprinzips mit dem in den Boden eingeschnittenen Badelabyrinth voll ausgeschöpft.

Das Dach des Baukörpers bildet mit seinen Einschnitten für Saunagarten und –becken die fünfte Fassade des Gebäudes. Vom Brauhausberg aus sichtbar, ergänzt es als weiteres Mosaikstückchen das Ensemble visueller Bezugspunkte im Stadt-Wassergefüge Potsdams.

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Kristian Spencker
Projektleitung
Kristian Spencker
Mitarbeiter Entwurf
Silvia Schneider, Katja Godejohann, Daniel Tomé, Veit Lieneweg, Oliver Boersch, Arihan Senocak
Arbeitsgemeinschaft mit
HMI Hartwich/Mertens/Ingenieure Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH, big Bechtold Ingenieurgesellschaft mbH, Capatti Staubach – urbane Landschaften
Bauherr
Stadtwerke Potsdam GmbH
BGF-Daten
23.018 m²

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