23/10/2013: Auszeichnungen für drei gmp-Stadien

Zweimal Gold und einmal Bronze bei den IOC/IAKS Awards

Drei Stadien der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) wurden mit den bedeutendsten internationalen Architekturpreisen für Sport-, Freizeit- und Erholungsbauten ausgezeichnet. Bei den diesjährigen IOC/IAKS Awards erhielt das Bao’An-Stadion in Shenzhen, China eine Goldmedaille in der Kategorie „Major outdoor stadiums“. Ebenfalls Gold gewann in der Kategorie „Pools and wellness facilities“ das Shanghai Oriental Sports Center in China. Und das Nationalstadion Warschau in Polen erhielt in der Kategorie „Major outdoor stadiums“ die Bronzemedaille. Die Awards der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen, IAKS und des Olympischen Komitees, IOC werden seit 1987 alle zwei Jahre vergeben. In diesem Jahr bewarben sich 97 Projekte aus 30 Ländern.

Shanghai Oriental Sports Center: Gold in der Kategorie „Pools and wellness facilities“

Für die Austragung der 14. FINA Schwimmweltmeisterschaften im Jahr 2011 entstand in Shanghai auf einer Fläche von über 347.000 Quadratmetern ein neues Sportzentrum, bestehend aus Sportstadion, Schwimmstadion, einem Außenschwimmbecken für Turmspring-Wettkämpfe sowie einem Medienzentrum. Ein künstlicher See ist das verbindende Element zwischen den verschiedenen Stadien. Die Gebäude stehen auf Plateaus, die in den See ragen. So ergibt sich nach Norden eine weich schwingende Uferkante um die runden Stadien und eine gerade Kante im Süden für das Außenschwimmbecken.

Bao’An-Stadion Shenzhen: Gold in der Kategorie „Major outdoor stadiums“

Dieses Stadion für 40.000 Zuschauer wurde anlässlich der Universiade 2011 gebaut. Pate für die Gestaltung standen die Bambuswälder Südchinas. Das Bild des Bambuswaldes entsteht durch einen zweireihigen Ring aus grünen Stahlstützen, bei denen jede zweite Stütze der inneren Stützenreihe sich mit der Betonstruktur des ondulierenden Oberrangs verbindet und vertikale Lasten der Zuschauertribünen trägt. Für die Überdeckung der Zuschauerränge wurde ein mit Membran bespanntes Seildach mit innerem Zugring und radialen Speichen gewählt. Das Dach wird durch 36 radiale Seilpaare gebildet, deren Vorspannung über einen doppelten Zugring aus Litzenbündeln über dem Spielfeld kreisförmig zusammengeschlossen wird.
Nationalstadion Warschau: Bronze in der Kategorie „Major outdoor stadiums“

Dieses Stadion für 55.000 Zuschauer wurde anlässlich der Fußballeuropameisterschaft 2012 fertiggestellt. Unverwechselbares Erkennungsmerkmal ist die aus Streckmetallpaneelen gewobene Fassade in den polnischen Nationalfarben Rot und Weiß. Diese transluzente Schicht vereinheitlicht die unterschiedlichen Bereiche innerhalb des Stadions zu einer Großform. Die gegeneinander verwobenen Fassadenelemente ergeben auch bei schwachem Lichteinfall ein reiches Spiel an Licht und Schatten. Nachts wird diese Fassade durch die integrierte Beleuchtung in ihrer Farbigkeit und Erkennbarkeit betont.

gmp: Stadienbauer weltweit

Seit mehreren Jahren machen sich die Architekten von Gerkan, Marg und Partner einen Namen im Stadienbau. Unter anderem bauten sie für die Fußballweltmeisterschaft 2006 das Berliner Olympiastadium um und sanierten es; für die WM 2010 in Südafrika errichteten sie die Stadien in Kapstadt, Port Elizabeth und Durban, und für die EM 2012 in Polen und der Ukraine zeichneten sie neben dem Stadion in Warschau für das Stadion in Kiew verantwortlich. Derzeit sind die gmp-Architekten mit dem Bau des Nationalstadions in Brasília und dem Bau der Arena da Amazônia in Manaus für die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien befasst. Außerdem stammt der Entwurf eines dritten WM-Stadions für die Modernisierung des Stadions Mineirão in Belo Horizonte von ihnen.

Fotografische
Dokumentation


Shanghai Oriental Sports Center

Markus Bredt

Bao’An-Stadion Shenzhen

Christian Gahl

Nationalstadion Warschau

Markus Bredt

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