15/05/2014: Beauftragung

Neubau Probenhaus „Ballett am Rhein“, Düsseldorf

PPP-Verfahren gmp ∙ Architekten von Gerkan, Marg und Partner
mit HOCHTIEF Solutions AG und HMI, BIG und Capatti Staubach
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Kristian Spencker
Mitarbeiter Veit Lieneweg, Silvia Schneider, Michael Scholz, Daniel Tome
Bauherr Landeshauptstadt
BGF
4.500 m²

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) planen den Neubau für das Probenhaus des Balletts der Deutschen Oper am Rhein. In Arbeitsgemeinschaft mit HOCHTIEF Solutions erhielten sie in einem PPP -Verfahren von der Stadt Düsseldorf hierfür den Zuschlag.

Auf dem historischen Gelände des ehemaligen Rheinbahn-Depots am Steinberg in Düsseldorf entsteht zwischen dem denkmalgeschützten Straßenbahndepot und der Rückseite der Wohnbebauung an der Kopernikusstraße das neue Balletthaus. Den 50 Tänzern der Oper sowie den 55 Schülern der Ballettschule stehen dort zwei Ballettsäle in Original-Bühnenmaß und drei kleinere Säle sowie Ruheräume, Duschen, ein Raum für Physiotherapie und ein Apartment für Gastkünstler zur Verfügung.

Der Neubau ist als kompakter Kubus konzipiert und eindeutig zur Merowingerstraße, dem zukünftigen Zugang des Geländes, ausgerichtet. Hier befindet sich das zweigeschossige Foyer. Seine gläserne Fassade definiert den Eingangsbereich und setzt sich deutlich von der Sichtbetonoberfläche des Gebäudes ab.

Der Rücksprung im Gebäudevolumen Richtung Süden vermittelt zwischen dem benachbarten historischen Depot der Rheinbahn und den übereinander angeordneten, 12m hohen Ballettsälen im Norden. Das zweigeschossige Foyer und die Kantine bilden den räumlichen Auftakt des großzügigen Erschließungsraums, der in allen Geschossen das Haus in seiner ganzen Länge durchzieht und organisiert.
Die Ballettsäle liegen im Erdgeschoss sowie im zweiten Obergeschoss den Garderoben und anderen ihnen zugeordneten Räumen gegenüber. Ihre Erschließung erfolgt über großzügige Entrees, die es erlauben die Säle ausnahmslos gegenüber der Spiegelwand, das heißt ohne Störung des Tanzbetriebes, zu betreten.

Die Oberlichtbänder der nach Norden orientierten Ballettsäle erlauben über das gesamte Jahr eine Tageslichteinstrahlung, während der Außenbezug über großflächige vertikale Fenster gewährleistet wird.
Die Lage des Balletthauses im Inneren des Straßenblocks bietet sowohl ein Höchstmaß an Zurückgezogenheit als auch einen angemessenen öffentlichen Auftritt durch die Aufwertung des denkmalgeschützten Areals. Es entsteht ein optimaler Spannungsbogen zwischen Technik und Poesie, dem konzentrierten physischen Arbeiten und den Probedarbietungen des neuen Probenhauses „Ballett am Rhein“.

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner haben bereits die „Staatliche Ballettschule“ in Berlin entworfen und realisiert. Der Schulkomplex bietet nicht nur optimale Voraussetzungen für eine professionelle zeitgemäße Bühnentanzausbildung, sondern spiegelt in seiner dynamischen architektonischen Gestalt auch die Einmaligkeit der Institution in Deutschland und auch das internationale Renommee wider.

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