20/01/2015: Wettbewerbsgewinn

Stadtzentrum Rostock - stadträumliche Strukturierung am Standort Stadthafen

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Kristian Spencker
Projektleitung
Kristian Spencker
Mitarbeiter
Davide Rosa, Max Marshall, Natasha Nathan, Alessio Fossati
Arbeitsgemeinschaft mit
Capatti-Staubach Landschaftsarchitekten
Bauherr
Hansestadt Rostock - Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft vertreten durch die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH
Gesamtfläche Areal
13 ha
BGF Theater
17.650 qm

Das Büro gmp - von Gerkan, Marg und Partner Architekten gewinnt im städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Strukturierung des nördlichen Innenstadtbereichs des Gesamtareals Bussebart/Stadthafen im Planungsbereich „Standort Stadthafen“ einen ersten Preis.

Die Entwicklung der Hansestadt Rostock am und zum Wasser ist ein wesentliches Ziel der Stadtplanung. Die bestehenden Potentiale der Wassernähe in direkter Nachbarschaft zur historischen Altstadt sollen in besonderem Maße genutzt und ein optimaler Standort für einen Theaterneubau gefunden werden.
Das gesamte Plangebiet umfasst den ca. 13 ha großen Bereich nordwestlich des City-Kernbereiches – von der Warnow bis zur Langen Straße. Durch die in Ost-West-Richtung verlaufende Landesstraße L22 wird das Planungsgebiet stadträumlich in zwei Bereiche getrennt, in das Areal Bussebart und das Areal Stadthafen. Nördlich der Landesstraße erstreckt sich der Bereich des Standorts Stadthafen, der sich bislang als überwiegend unbebaute Fläche darstellt.
Deshalb wird eine Bebauung vorgeschlagen, bei der die nördliche Altstadt komplettiert sowie verdichtet und mit den vorhandenen Wohnquartieren vernetzt wird, um einen ganzjährig belebten Ort zu schaffen. Die stadträumliche Akzentuierung und soziale Mischung entsteht durch Wohnhöfe, kleine Plätze und das Setzen neuer baulicher sowie kultureller Akzente.

Das Hafengebiet wird als charakteristische hansestädtische Bühne des öffentlichen Lebens Rostocks weiterentwickelt. Der vorhandene Museumshafen, die historischen Krananlagen, die vielen platzgreifenden Veranstaltungen und nicht zuletzt der Blick auf die Rostocker Stadtsilhouette machen das Gebiet zu einem exponierten Standort. Hier wird das Theater am Standort Christinenhafen als Impulsgeber und kultureller Brückenschlag auf einem Podest platziert, auf das man von der höhergelegenen Altstadt über die L22 hinweg gelangt, ohne den trennenden Verkehr queren zu müssen. Das öffentliche Theaterfoyer, umlaufend durch eine offene Fuge zwischen dem schwebenden Bauvolumen und dem Theaterplateau angelegt, wird als Aussichtsplattform auf Hafen und Stadtsilhouette verstanden. Zugleich ist es der räumliche Drehpunkt, an dem sich die „Strand“-Brücke über die Straße Am Strande (L22), das „Theaterplateau“ mit den großzügigen Terrassierungen nach Westen und Osten sowie eine zukünftige Fußgängerbrücke über die Warnow zu einer platzähnlichen Situation am Christinenhafen vereinen.

Das Bussebart-Areal erfährt mit einer behutsamen, der den historischen Stadtgrundriss abrundenden Blockstruktur, eine Betonung als historische Stadtkante. Diese Stadtreparatur vervollständigt das bereits begonnene gestalterische Sichtbarmachen der historischen Stadtgrenze am Kanonsberg. Ein wichtiges Ziel ist dabei eine ausgewogene Mischung zwischen Wohn- und Gewerbenutzung, um Lebendigkeit und Vielfalt zu fördern. Die abstrahierten giebelständigen Häuser sind eine Reminiszenz an die hanseatische Speicher-Typologie. Eine innere Erschließung durch die Höfe wird als „grüner“ Weg zu einer halböffentlichen Promenade durch das neue Wohnquartier zwischen Stadt und Hafen.

Die Freiräume am Stadthafen sind bewusst weiträumig inszeniert. Die freien Flächen werden als Qualität verstanden und sollen auch in Zukunft für die klassischen Großveranstaltungen (HanseSail, Weihnachtsmarkt o.ä.) sowie für temporäre Events wie Freiluftkino, Stadtstrand oder Skater-Parcour Raum bieten. Lediglich die Ränder der erhöhten Theaterplattform werden betont und durch Sitzstufen, Bänke, Beleuchtungskörper oder Podeste bereichert. Die Ränder verzahnen sich mit den bestehenden Promenaden der Rostocker Kaikanten und schaffen Bewegungsräume für Flanierende und Freizeitsportarten. Ein prägendes Landschaftselement sind die Theaterterrassen auch zum Christinenhafen.

Fotografen
gmp
www.gmp-architekten.de

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