17/02/2015: Alter Wall Hamburg

Umnutzung und Neubau eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles

Internationaler Wettbewerb 2013 – 1. Preis
Entwurf
Volkwin Marg und Jürgen Hillmer
Projektleitung
Sebastian Flatau, Susanne Winter
Mitarbeiter
Johann von Bothmer, Renata Dipper, Tanja Hütter, Maren Lucht, Katja Mezger, Stefano Pascale, Anabel Romero Moscoso, Andreas Risch, Monica Sallowsky, Claudia Schultze, Amra
Sternberg, Lorena-Tiziana Vacirca, Achim Wangler, Lena Wegener, André Wegmann, Hendrik Winter
Bauherr
Art Invest Real Estate Funds GmbH & Co. KG

Visualisierung
gmp
Architekturdarstellung Gärtner & Christ
www.architekturdarstellung.de

Rund fünfzig Jahre lang hat es gedauert, bis sich die Hamburger einig waren, wie ihr neues Rathaus aussehen solle; eine Gruppe namhafter Architekten schloss sich zusammen, um es Ende des 19. Jahrhunderts zu bauen. Es war der letzte Baustein dessen, was der große Oberbaudirektor Fritz Schumacher als das „Kunstwerk Hamburg“ bezeichnete: das Ensemble aus Rathaus, Rathausmarkt, Kleiner Alster und den Alsterarkaden. Nur die beiden Straßen links und rechts am Rathaus vorbei, der Alte Wall und die Große Johannisstraße, führten vor allem in den letzten Jahren ein merkwürdiges Schattendasein – wer flanierte schon auf dem Alten Wall, obwohl der, wie schon sein Name sagt, zu den ältesten Teilen der Stadt gehört? Anders als beim Neuen Wall mit seinen exklusiven Läden konnte nur der Kopfbau zum Rathausmarkt hin eine gewisse Attraktivität gewinnen mit dem Bucerius Kunst Forum, das seit 2002 das Untergeschoss des alten Reichsbankgebäudes belegte.

Wer in den letzten Monaten diese Gegend besuchte, konnte bereits sehen, dass jetzt der gesamte Straßenzug des Alten Walls entlang Rathaus und Handelskammer auf der einen und dem Alsterfleet auf der anderen Seite neu geordnet wird: Nur noch die sorgsam abgestützten Fassaden der fünf Häuser bis zur Adolphsbrücke deuten auf die Altbauten hin. Die waren seit ihrer Entstehung um 1910 nach Kriegszerstörung und Umnutzung vielfach umgebaut, stehen teilweise unter Denkmalschutz (ein Teil steht aber ungenutzt leer) und werden jetzt in ein Konzept eingebunden, das mit einer neuen Mischung aus anspruchsvollem Einzelhandel in der Erdgeschosszone, Büroraum in den Obergeschossen, neuen Staffelgeschossen und nicht zuletzt mit den neuen Räumlichkeiten des Bucerius Kunst Forums eine neue Qualität schafft. Dass der Denkmalschutz von Beginn an in die planerischen Überlegungen einbezogen wurde, ist selbstverständlich; ein Abbruch der alten Fassaden kam nie infrage. Im Gegenteil wird sich zeigen, dass die erhaltenen alten Fassaden die Attraktivität des neuen Ensembles für die Besucher steigern werden.

Derzeit wird im Innern der Gebäude 10-32 die vorhandene Bausubstanz rückgebaut und grundlegend erneuert. Basierend auf einer viergeschossigen Tiefgarage mit 219 Stellplätzen werden drei Einzelhandelsgeschosse und sechs Bürogeschosse errichtet. Ein großer zentraler und temperierter Innenhof bildet eine großzügige und lichtdurchflutete Mittelachse. Über geschosshohe Verglasungen zum Innenhof sind aus den Büros die Haupterschließungen mittels Glasaufzügen und den Hof querenden Stegen einzusehen.

Bei dem Gesamtprojekt Alter Wall handelt es sich aufgrund von Größe und Lage sowohl um klar erkennbare einzelne Teilgebäude als auch um einen gesamten Stadtbaustein der Hamburger Innenstadt. Im Inneren findet sich ein weitläufiges, flexibles und lichtdurchflutetes modernes Bürohaus, das vor allem mit den Materialien Glas und Stahl gestaltet wird. Aus der Stadtsicht fügen sich die herrschaftlichen historischen Fassaden und die neu geplanten Natursteinfassaden harmonisch in die Baustruktur der Innenstadt ein. Eine neu konzipierte Passage in der Mitte des Blocks und eine anschließende neue Fußgängerbrücke über das Alsterfleet ermöglichen die Vernetzung des öffentlichen Raumes vom Großen Burstah und dem Rathaushof über den Neuen Wall bis zu den Hohen Bleichen.

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