24/07/2015: Wettbewerbsgewinn

gmp gewinnt Wettbewerb für Neubau der Bibliothek Suzhou in China

Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Magdalene Weiss
Projektleitung Yan Lüji, Kong Buhong
Mitarbeiter Wettbewerb Martin Friedrich, Kong Buhong, Pan Mei Ren Peiying, Fabian Schlitt, Kan Lijing, Mustafa Obaid, Wang Yiqun, Zhang Bowei
Mitarbeiter Ausführung Bai Yunjie, Martin Friedrich, Kong Buhong, Li Chen, Pan Mei, Yan Lüji, Yao Yao
Tragwerksplanung (Konzept) Schlaich Bergermann und Partner, Sven Plieninger
Landschaftsplanung WES GmbH, Michael Kaschke
Bauherr Suzhou Library
BGF oberirdisch 32.000 m²
BGF unterirdisch 10.000 m²
BGF gesamt 42.000 m²
Baubeginn geplant 03/2016
Baufertigstellung geplant 12/2017

Vollautomatisiertes Hochregal-Lager für sieben Millionen Bücher einzigartig in China
Eröffnung für 2017 geplant


Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) haben den Entwurfswettbewerb für den Neubau der Bibliothek Suzhou in China gewonnen. Der Baubeginn ist für 2016 geplant; Ende 2017 soll der Komplex eröffnet werden.

Die „Suzhou No. 2 Library“ wird in Xiangcheng Town gebaut, ein von künstlichen Seen und Wasserläufen geprägtes Gebiet mit vielfältigen städtischen Nutzungen, das derzeit nördlich des historischen, von Kanälen durchzogenen Stadtzentrums von Suzhou entsteht. Der Bibliotheksneubau liegt an einem dieser erweiterten Wasserläufe und soll neben traditionellen Bibliotheksnutzungen und weiteren öffentlichen Funktionen wie Kino und Ausstellungsräumen ein oberirdisches Lager für 7 Millionen Bücher beherbergen. Mit 6.500 qm und einer lichten Geschosshöhe von 15 m nimmt dieses voll-automatisierte Hochregallager, das erste dieser Art in China, ein großes Volumen in dem insgesamt 32.000 qm großen Gebäudekomplex ein.

Der Entwurf ist insbesondere durch äußere Bedingungen geprägt – die Enge des Grundstücks und den Bedarf an öffentlichen Freiflächen –, andererseits durch das Ziel, auf inhaltlich-symbolischer Ebene eine architektonische Analogie zu einem verschobenen Bücherstapel zu schaffen. So reagiert der Entwurf auf die äußeren Zwänge durch eine auskragende Gebäudeform, während die Überlagerung der Nutzungen sehr kompakte Volumen entstehen lassen. Auf diese Weise entsteht eine Gebäudefuge, die nicht nur den öffentlichen Raum auf eine innere Plaza erweitert, sondern auch für die klare Trennung und die Organisation der verschiedenen Funktionen und Eingänge sorgt.

Im Gegensatz zur Erdgeschossebene, die in der Fläche minimiert und rechtwinklig-parallel zur Straße angeordnet ist, erweitern und verdrehen sich die oberen Geschosse in Richtung des Ausblicks in die Landschaft. So schält sich die windschiefe Ebene der Bibliotheksfassade heraus, die technisch durch eine starke horizontale Teilung gelöst und mit hellen Aluminiumlamellen verschattet wird – die visuelle Analogie zu einem verschobenen Papier- oder Bücherstapel tritt deutlich in Erscheinung. Die geschlossene Fassade des Bücherlagers ist in Sichtbeton mit horizontaler Struktur geplant und über eine zurückgesetzte Glasfassade mit umlaufender Terrasse von den überlagerten Funktionen getrennt.

Fotografen
Willmore

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