08/09/2015: Eröffnung

Probenhaus für das „Ballett am Rhein“ in Düsseldorf

PPP-Verfahren gmp ∙ Architekten von Gerkan, Marg und Partner mit HOCHTIEF Solutions AG und HMI, BIG und Capatti Staubach
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Kristian Spencker
Mitarbeiter Veit Lieneweg, Silvia Schneider, Michael Scholz, Ramona Schwertfeger, Elisa Rodriguez, Elke Glass, Katerine Witte, Daniel Tome
Bauherr Landeshauptstadt Düsseldorf
BGF 4.500 m²

Das neue Probenhaus für das Ballett der Deutschen Oper am Rhein wurde am 4.9.2015 nach weniger als zehn Monaten Bauzeit eröffnet. In Arbeitsgemeinschaft mit HOCHTIEF Solutions realisierten die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) in einem PPP-Verfahren der Stadt Düsseldorf den Neubau auf dem historischen Gelände des ehemaligen Rheinbahn-Depots am Steinberg in Düsseldorf.

Zwischen denkmalgeschütztem Straßenbahndepot und Wohnbauten an der Kopernikusstraße bietet der kompakte Baukörper beste Probevoraussetzungen. Die rund 50 Tänzer der Oper und 55 Schüler der Ballettschule finden zwei Ballettsäle im Original-Bühnenmaß, drei kleinere Säle sowie Umkleiden, Ruheräume, einen Bereich für Physiotherapie und ein Apartment für Gastkünstler vor.

Während sich der Neubau im architektonischen Ausdruck entschieden von dem heterogenen Hintergrund der Wohnbebauung absetzt und dem Ort einen prägnanten Auftritt gibt, vermittelt der Rücksprung im Gebäudevolumen Richtung Süden zwischen dem benachbarten historischen Depot der Rheinbahn und den übereinander angeordneten, zwölf Meter hohen Ballettsälen im Norden.

Das unmittelbare architektonische Umfeld des Neubaus wird geprägt von einer historisch industriellen Nutzung. Die Architektursprache und das damit einhergehende Farb- und Materialkonzept greifen bewusst die
industrielle Prägung des Ortes auf und geben dem Gebäude damit Werkstatt- und Ateliercharakter.

Als Werkstatt im Sinne eines Experimentier- und Kreativraums und als ein Ort des im positiven Sinne Unfertigen verzichtet der Bau auf dominante Farbigkeit mit Behauptungsgeste. Diese Haltung setzt sich in den internen Bereichen fort: Farbe und Materialität sind bewusst dezent gehalten; die Wände sind in Sichtbeton belassen.

Der Baukörper gliedert sich in das Volumen der gestapelten, jeweils doppelgeschossigen Ballettsäle und die ihnen zugeordneten, auf drei Geschossen organisierten Funktionsbereiche. Die markante Auskragung der Westfassade richtet den Bau eindeutig auf den Zugang von der Merowinger Straße aus. Hier befindet sich das zweigeschossige Foyer, dessen gläserne Fassade den Eingangsbereich definiert und sich deutlich von der Sichtbetonfassade des Gebäudes absetzt. Das Foyer und die Kantine bilden den räumlichen Auftakt des großzügigen Erschließungsraums, der in allen Geschossen das Haus in seiner ganzen Länge durchzieht und organisiert. Die Ballettsäle liegen im Erdgeschoss sowie im zweiten Obergeschoss und werden über großzügige Entrees erschlossen.

Fotografen
gmp
www.gmp-architekten.de
Marcus Bredt
www.marcusbredt.de

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