12/11/2015: Umbau und Erweiterung von gmp in Rimbach fertiggestellt

Martin-Luther-Schule erstrahlt in neuem Licht

Wettbewerb 2009 – 1. Preis
Entwurf
Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Veit Lieneweg und Kristian Spencker
Projektleitung
Bernd Gossmann, Christian Klimaschka
Arbeitsgemeinschaft mit
Mettler Landschaftsarchitekten (Wettbewerb)
Mitarbeiter Entwurf
Tobias Mäscher, Iza Kaizer, Adel Motamedi, Sarah Gerg, Elisabeth Heiner, Nadja Meinicke, Antje Pfeiffer, Stephan Both
Mitarbeiter Ausführung
Carla Silva Ferreira, Elisabeth Heiner, Nicole Jahn, Brigitta Kortz
Bauleitung
Katja Poschmann, Uwe Otte, Peter Biermann, Tuba Fil, Dirk Backhaus
Bauherr
Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft Kreis Bergstraße
BGF
10.000 m² (Neubau: 9.100m²; Umbau: 900m²)
Bauzeit
2012 - 2015
Zertifizierung
DGNB

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner haben im Jahr 2015 den Neu- und Umbau der Martin-Luther-Schule in Rimbach fertiggestellt. Den 1300 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums mit Schwerpunkt Musik, einer der wichtigsten Bildungseinrichtungen der Odenwaldregion, stehen nun 48 Klassenräume sowie 19 Fachräume für Musik, Kunst und Naturwissenschaften zur Verfügung.

Der Entwurf setzt sich aus zwei kompakt organisierten Baukörpern zusammen, die im Grundriss einen Winkel bilden und sämtliche zentrale Funktionen der Schule aufnehmen. Am Schnittpunkt beider Volumina entsteht ein neuer repräsentativer Haupteingang mit einem großzügigen Vorplatz, der für die kontinuierlich gewachsene Schule ein angemessenes Entree bietet. Städtebaulich ergänzt der Neubau die kleinteiligen Bestandsbauten zu einem strukturell geordneten Gesamtensemble von gestaffelten Baukörpern, das die denkmalgeschützte Kirche des Ortes räumlich einfasst. Rückwärtig öffnet sich der Neubau zum Landschaftsraum der Weschnitz, einem Nebenfluss des Rheins. Dabei wird die angrenzende Überflutungsfläche als Freibereich und Pausenfläche für die Schulnutzung aktiviert.

Die Funktionen in den neuen Gebäudevolumen sind jeweils um ein Atrium bzw. einen Innenhof organisiert. Sie werden am Überschneidungspunkt beider Baukörper durch eine zentrale dreiläufige Treppe sowie einen Aufzug erschlossen, mit denen die Geschossebenen der Neu- und Bestandsbauten erreicht werden. Alle Fachund Klassenräume sind nach außen zur Landschaft orientiert.

Der kleinere zweigeschossige Baukörper dient als Verteiler und Treffpunkt. Er schließt direkt an den Baubestand an und nimmt die Fachbereiche Kunst und Musik mit ihren Ausstellungsflächen auf, die mit dieser zentralen Lage den musischen Schwerpunkt der Schule auch räumlich abbilden. Im Obergeschoss befinden sich die Räume der Verwaltung, für Schulleitung und Lehrerkollegium. Der größere dreigeschossige Baukörper fasst einen Innenhof ein, der im Erdgeschoss zur Eingangsseite sowie zum Fluss geöffnet ist. An den Innenhof schließen die Mensa mit räumlich integrierter Bühne sowie der Ganztagsbereich mit Cafeteria und Gruppenräumen an, die sich für größere Veranstaltungen flexibel zusammenschalten lassen. In den oberen Geschossen befindet sich neben weiteren Klassenräumen die über zwei Geschosse organisierte Sporthalle.

Das zentrale Element der Außenraumgestaltung ist der als fließender Raum konzipierte Schulhof, der die Aue der Weschnitz mit den Hof- und Platzflächen des Erweiterungsbaus verbindet. Eine multifunktional nutzbare Spiellandschaft im Innenhof, Bolzplatz, Schulgärten und ein Aussenklassenzimmer fügen sich zu einer räumlich differenzierten Landschaft für die vielfältigen Aktivitäten des Schullebens. Energetisch unterschreitet das Gebäude die Anforderungen der EnEV um 30%.

Das Farbkonzept für die Schule orientiert sich mit erdigen Rot- und Brauntönen an der regionalen Architektur bzw. den vielfältigen Abtönungen des Buntsandsteins. In differenzierten Abstufungen und Intensitäten werden so Innen und Außen besondere Akzente gesetzt.

Fotografen
Marcus Bredt
www.marcusbredt.de

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