17/12/2015: Richtfest am Potsdamer Brauhausberg

Neubau des Sport- und Freizeitbades durch gmp

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Kristian Spencker
Projektleitung Kristian Spencker,
Michael Scholz
Mitarbeiter Wettbewerb Veit Lieneweg, Silvia Schneider, Katja Godejohann, Daniel Tomé, Oliver Boersch, Arihan Senocak
Mitarbeiter Ausführung Silvia Schneider, Katja Godejohann, Kerstin Fuchs, Claudia Chiappini, Chris Hättasch, Christiane Putschke-Tomm, Julia Hilgenberg, Katerine Witte, Elke Glass, Katrin Karos, Sophie-Charlotte Altrock
Arbeitsgemeinschaft mit HMI Hartwich/Mertens/Ingenieure Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH, big Bechtold Ingenieurgesellschaft mbH, Capatti Staubach – urbane Landschaften
Bauherr Stadtwerke Potsdam GmbH
BGF 19.000 m²

Ein halbes Jahr nach der Grundsteinlegung wird in Potsdam am 18. Dezember Richtfest für das neue „Sport- und Freizeitbad am Brauhausberg“ gefeiert, das derzeit nach einem Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) gebaut wird.

Der Neubau entsteht in zentraler Lage am Fuß des Brauhausberges, einem traditionsreichen Freizeit- und Ausflugsziel und etablierten Standort des größten Schwimmbades der Stadt. Als multifunktionaler Bau für alle Aktivitäten im und ums Wasser weist das neue Bad gegenüber dem beliebten, aber veralteten Bestandsbad aus DDR-Zeiten ein deutlich erweitertes Programm auf. Mit der einhergehend höheren Besucherfrequenz kommt dem öffentlichen Stadtbad eine Schlüsselstellung dabei zu, die besonderen Qualitäten des Stadtteils zu bewahren, der sich durch zahlreiche weitere Bauvorhaben insgesamt im Umbruch befindet.

Das Entwurfskonzept fasst die einzelnen Nutzungsbereiche unterschiedlichster Dimension in einem einfachen Baukörper zusammen, der den vorgegebenen Baulinien folgt. Aus diesem massiven Block werden die einzelnen Funktionen – bildlich gesprochen – als Einschnitte herausgestanzt. Im Einzelnen sind dies im Sportbad ein großes 50-Meter-Becken für Wasserball und Schwimmen mit einer Tribüne für 400 Zuschauer und das Lehrschwimmbecken sowie im Freizeitbad eine weiträumige Badelandschaft mit Großrutsche und angeschlossener Gastronomie. Der Saunabereich auf der Dachebene als besonderer Ort der Entspannung rundet das Raumprogramm ab. Alle Nutzungen sind über kurze Wege erschlossen und lassen sich auch unabhängig voneinander betreiben.

Durch das Prinzip der Subtraktion entsteht im Inneren der Bauskulptur eine atmosphärisch abwechslungsreiche Badelandschaft. Gleichzeitig bleibt die stereometrische Gesamtform bewahrt, die klare Raumkanten ausbildet und in ihrer Dimension angemessen auf die Fernwirkung an diesem Standort reagiert. Nicht zuletzt ermöglicht die kompakte Bauform, dass vor dem Haupteingang mit dem erhöhten Vorplatz und dem hangaufwärts anschließenden „Pocket Park“ ein attraktives Entree entsteht. Ein öffentlicher Grün- und Platzraum wird für das zunehmend verdichtete Quartier um den Brauhausberg gewonnen und der Berg bleibt durch diese Gestaltung als solcher für die Bürger erlebbar.

Seine spezifische Identität erhält das neue Stadtbad durch pointiert gesetzte Reverenzen an Geschichte und Ort. So wird von dem Vorgängerbau das Metallrelief „Badende“ in den Neubau integriert (entworfen von dem Potsdamer Künstler Werner Nerlich), desgleichen ein Wandmosaik des alten Lehrschwimmbeckens. Während die Fassaden einheitlich mit einem robusten mineralischen Kratzputz versehen werden, sind alle Laibungen glatt geputzt und mit abgestuften Gelbtönen farblich abgesetzt. Dies unterstreicht zum einen das Entwurfsprinzip und nimmt zugleich ein historisches Motiv der Potsdamer Architektur auf, die traditionell durch Putzfassaden in hellen Gelb- und Ockertönen charakterisiert ist, dem sogenannten „Potsdamer Gelb“. Die freundliche Farbpalette, die wie eh und je das sonnige Flair Italiens an die Havel zu holen sucht, wird damit zum wiederkehrenden Erkennungsmerkmal des Bades.

Fotografen
gmp
www.gmp-architekten.de

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