20/05/2016: Wettbewerbsgewinn

gmp Architekten gewinnen Wettbewerb für die Urban Concert Hall in Chengdu, China

Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Nicolas Pomränke
Projektleitung Min Li
Mitarbeiter Liu Yifang, George Liang, Johannes Erdmann, Sonia Guil Sanchez, Julio Uribe, Yang Yang, Thilo Zehme, Jan Peter Deml, Thomas Muncke, Li Ling, Yi Ting
Bauherr City of Chengdu
BGF 142.250 m2

Der Entwurf von gmp, Architekten von Gerkan, Marg und Partner für die Urban Concert Hall in der chinesischen Metropole Chengdu konnte sich in im Wettbewerb u.a. gegen Jean Nouvel (Paris), Zaha Hadid (London), Nikken Sekkei (Japan) und Aedas (London) durchsetzen.

Chengdu gilt als eine der attraktivsten Großstädte Chinas. Die bis heute lebendige Teehauskultur der Stadt bestimmt das öffentliche Leben in den Straßen, insbesondere im historischen Zentrum mit seiner Stadtstruktur aus einem Netz breiter und schmaler Gassen („Kuan-Zhai Xiangzi“), das den besonderen Charakter der Metropole ausmacht.

Es ist diese ortsspezifische Struktur, die als Motiv den Ausgangspunkt des Entwurfes der Urban Concert Hall bildet: Mit Opern- und Konzertsaal, einem Art-Hotel und weiteren Nutzungen ist sie als ein städtisches Gefüge mehrerer auf einem gemeinsamen Podium versammelter Baukörper ausgebildet, welches sich einerseits wie ein Puzzleteil in seine Umgebung einfügt und andererseits Präsenz und Zeichenhaftigkeit im Stadtraum generiert.

Das Grundstück liegt gegenüber der Sichuan Universität in einem gewachsenen urbanen Umfeld im Südosten des Stadtzentrums, unmittelbar angrenzend an das renommierte Sichuan Musikkonservatorium. Besucher und Passanten gelangen über den Haupteingang zu den Foyerbereichen innerhalb des Sockels oder über eine breite Freitreppe auf das Podium, das über weitere vier Treppen mit dem städtischen Umfeld vernetzt ist und ebenfalls Zugang zu allen Nutzungen bietet.

Beide Säle – Opernsaal mit 1600 Plätzen und Konzertsaal für 1000 Zuhörer – erscheinen als skulpturale Volumen, die regionaltypische Farben öffentlicher Gebäude aufnehmen. Sie sind von einem filigranen kupferfarbenen Geflecht umhüllt, eine Reverenz an die Handwerkskunst des Bambusflechtens in der Provinz Sichuan. Ein weiterer Theatersaal ist in den Sockel integriert, sodass innerhalb des knapp bemessenen Grundstücks auf dem Podium Platz für öffentliche Wege und Räume gewonnen wird. Im Kontrast zu den Saalbauten ist der Sockelbereich mit dunkelgrauem Naturstein ausgeführt – orientiert an der Farbigkeit des örtlichen grauen Backsteins und damit ein weiterer Bezug zur Baukultur der Region. Die kleineren Volumen des Art Training Center, der Art Gallery sowie des Turmes des Art-Hotels sind in der gleichen Materialität gehalten, ebenso die Foyerbereiche, sodass sich der Außenraum als Kontinuum im Inneren fortsetzt.

In ihrer Summe bilden die Baukörper in ihrer versetzten Anordnung ein Netz von engen und weiten Räumen mit der City Music Plaza als Zentrum. Mit dem angrenzenden Open Air Auditorium, das tribünenartig über dem Haupteingang ansteigt sowie einem Teehaus und den weiteren Nutzungen entsteht ein öffentlicher Ort, der mit seinen vielfältigen Raumsituationen und Angeboten von großer Aufenthaltsqualität ist.

Fotografen
gmp
www.gmp-architekten.de

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