23/05/2016: Wandel durch Handel(n)

Neue Messe Teheran am 3. Mai 2016 im 1. Bauabschnitt eröffnet

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Markus Pfisterer
Mitarbeiter Wettbewerb Alberto Flores, Swantje Grasmann, Martin Hakiel, Patrick Hoffmann, Susan Möllmann, Burkard Pick, Siamak Rashidi, Tobias Schaer
Projektleitung Ausführung Nima Ghahreman, Fariborz Rahimi-Nedjat
Mitarbeiter Ausführung Justin Allen, Alexander Buchhofer, Kasia Ciruk, Yana Espana, Nicole Jahn, Felix Kastner, Christian Klimaschka, Lars Laubenthal, Sebastian Lundelius, Silvia Schneider, Katya Vangelova
Arbeitsgemeinschaft mit NJP- Naghsh-e-Jahan Pars
Bauherr Tehran Municipality
Baufirma Cashalot
BGF 257.300m²

Mit der Eröffnung der 29. Internationalen Buchmesse gaben der iranische Präsident Rohani und Teherans Bürgermeister Ghalibaf das Signal zur Inbetriebnahme der Neuen Messe Teheran, der Share Aftab, die nach Plänen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner errichtet wird. Das neue Messegelände liegt rund zehn Kilometer südlich des Stadtzentrums der iranischen Hauptstadt, etwa auf halbem Wege zum internationalen Flughafen und ist über eine zeitgleich eröffnete U-Bahn an die Stadt angebunden.

Die weltweit zweitgrößte Buchmesse mit ihren zwei Millionen Besuchern findet im 1. Bauabschnitt nicht den ausreichenden Platz, so ist der rasche Bau weiterer großer Ausstellungshallen geplant. Der Weg ist zugleich das Ziel – baulich wie politisch. Die deutschen Architekten von gmp aus Berlin haben mit ihren iranischen Kollegen von NJP aus Teheran seit dem Wettbewerbsgewinn vor zwölf Jahren und der Auftragserteilung vor zehn Jahren Geduld bei der schrittweisen Entwicklung des Projektes bewahrt und dabei kollegiale freundschaftliche Beziehungen geknüpft.

Ungeachtet aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten entstand inmitten der staubigen Einöde zunächst ein 1.600m langer eingesenkter Landschaftsgarten mit einem Wasserlauf in seiner Mitte, beidseitig flankiert von Alleen und Schatten spendenden Kolonnaden, angelehnt an eine Jahrtausende alte persische Gartenkultur. Ein kreisrundes Wasserbecken mit Fontäne bildet das Zentrum, von dem das nördlich der Achse gelegene Messegelände erschlossen wird. Der 1. Bauabschnitt umfasst die Haupthalle und die größte Messehalle mit jeweils eigenem architektonischen Charakter. Während die hohe zentrale Verteilerhalle als Reverenz an die zweieinhalb Jahrtausende alte Architekturgeschichte, wie den Hundert-Säulen-Saal des Palastes von Persepolis, strukturiert ist, wurde die Messehalle als Dreierhalle mit einprägsamem Rautengewölbe konzipiert.

Die windgeschützte schattige Messeachse, die alle projektierten Messehallen miteinander verbinden wird, ist ebenfalls als linearer, tiefliegender „persischer“ Garten gestaltet und von Kolonnaden gesäumt. Dieser tieferliegende Bereich ermöglicht die interne Erschließung auf zwei Ebenen und damit die konsequente Trennung von Fahrzeug- und Fußgängerverkehr.

Parallel zum Betrieb schreitet die weitere Realisierung zügig und sichtbar voran, Infrastruktur und Fundamentflächen für zukünftige Bogenhallen sind vorbereitet. Im vollendeten Zustand mit 16 Hallen für 120.000m² Ausstellungsfläche sowie ergänzenden Konferenzeinrichtungen wird die Neue Messe Teheran ein stadtlandschaftlich inszeniertes und symbolisches Pilotprojekt für das Ende einer jahrzehntelangen Isolation sein, vergleichbar mit der Neue Messe Leipzig nach der deutschen Wiedervereinigung.

Fotografen
Marcus Bredt
www.marcusbredt.de

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