27/05/2016: 10 Jahre Hauptbahnhof Berlin

Am 28. Mai 2016 feiert der Berliner Hauptbahnhof seinen 10. Geburtstag

Wettbewerb 1993 – 1. Rang
Entwurf Meinhard von Gerkan und Jürgen Hillmer
Mitarbeiter Entwurf Jens Kalkbrenner, Manfred Stanek
Projektleitung Fernbahn Hans-Joachim Glahn, Klaus Hoyer
Projektleitung Glasdächer Prisca Marschner
Projektleitung Bügelgebäude Prisca Marschner, Susanne Winter
Mitarbeiter Ausführung Christel Timm-Schwarz, Bettina Kreuzheck, Michael Scholz, Petra Kauschus, Monica Sallowsky, Tomomi Arai, Klaus-Dieter Schimpf, Ivan Ivanov, Katrin Junge, Jan Koettgen, Karsten Fritsche, Burkhard Pick, Risteard Mac Diarmada, Silke Petry, Bernd Kottsieper, Dirk Tietgen, Matthias Holtschmidt, Kemal Akay, Andreas Ebner, Frank Anacker, Stefan Both, Henning Raske, Meinhard Rudolph, Jochen Köhn, Dirk Hünerbein, Hubertus Pieper, Vita Römer, Elisabeth Mittelsdorf, Ralph Preuß, Peter Karn, Amra Sternberg, Radmilla Blagovcanin, Ahrend Buchholz-Berger, Hans Münchhalfen, Maike Carlsen, Ivanka Perkovic, Antje Pfeifer
Statik schlaich bergermann und partner; IVZ/Emch+Berger
Lichtplanung Peter Andres + Conceptlicht GmbH
Technische Gebäudeausrüstung Ingenieurgesellschaft Höpfner
Bauherr Deutsche Bahn AG vertreten durch die DB Projekt Verkehrsbau GmbH
Bauzeit 1996–2006
BGF 175.000 m² – 5 Verkehrsebenen
Länge des Ost-West-Glasdaches 321 m
Glasdach-Breite 59–68 m
Glasdachhöhe ab Bahnsteigkante 15–17 m
Grundstück 100.000 m²

Architekturfilm

Hans-Georg Esch & Oliver Schwabe

Berliner Hauptbahnhof? Wer erinnert sich heute noch, dass man früher allenfalls mit einem Schulterzucken auf diesen Namen reagiert hätte. Mehr als ein Jahrhundert lang, seit den ersten Anfängen der Eisenbahn, fehlte Berlins dezentralem Schienennetz diese „Visitenkarte“. Erst mit dem Mauerfall und der „Renaissance der Bahnhöfe“ wurde die Vision eines zentralen Entrées für Bahnreisende aus allen Himmelsrichtungen realistisch – wobei das Projekt zunächst noch mit dem traditionellen Namen „Lehrter Bahnhof“ gestartet war.

Es spricht für sich, dass der neue Hauptbahnhof dann ohne Zögern angenommen und schnell zu einem integrativen Teil der Stadt und ihrer Identität wurde. Heute, zehn Jahre nach der Eröffnung, geht jedem dieser Name ganz selbstverständlich über die Lippen. Jeder verbindet damit Eindrücke, Erlebnisse und nicht zuletzt eine unverwechselbare Architektur. An der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West, am Schnittpunkt von unterirdischer Nord-Süd-Bahn und Ost-West-Stadtbahntrasse, bildet der Hauptbahnhof  eine weithin sichtbare Landmarke im Stadtbild. Als Symbol für das Zusammenwachsen der Stadt, des Landes und Europas und wurde er zur ersten Adresse für Ankommende und Abreisende und zu einem belebten urbanen Ort.

Seine Architektur versinnbildlicht auf so evidente Weise die Funktion des Kreuzungsbahnhofes, dass man heute eigens darauf hinweisen muss, dass der Bahnhofsbau eine völlig neue Typologie ohne Vorbild darstellt. Klare Übersichtlichkeit und Orientierung bestimmen die Erschließungswege, Tageslicht gelangt bis in den weit unter der Erde gelegenen Tiefbahnhof , der andererseits durch die flankierenden Bügelbauten architektonisch ablesbar wird.

Städtebaulich bildete der Hauptbahnhof nicht weniger als die Initialzündung zur Entwicklung eines neuen Stadtquartiers im Herzen Berlins, das den Bahnhof Stück nun für Stück baulich einbindet. Dabei zeigt sich, dass die Architektur als Stadtbaustein genauso funktioniert wie als freistehender Solitär im ersten Jahrzehnt. Auch mit der schrittweisen Umbauung bewahrt der Bahnhof seine Zeichenhaftigkeit, die ihn ohne Frage unverwechselbar als Hauptbahnhof der Hauptstadt erscheinen lässt.

Die Deutsche Bahn feiert das Jubiläum am 27. und 28. Mai u.a. mit einem Festakt am zweiten Tag, bei dem Vertreter von Deutscher Bahn, der Stadt Berlin sowie der Architekt des Bahnhofs, Prof. Meinhard von Gerkan, anwesend sein werden.

Fotografen
Heiner Leiska
www.leiska.de
Marcus Bredt
www.marcusbredt.de

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