13/06/2016: Zhangjiang Science and Technology City

gmp und KCAP gewinnen mit Ramboll Studio Dreiseitl Wettbewerb in Shanghai-Pudong

Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Magdalene Weiss
Projektleitung Wettbewerb Kong Buhong, Jin Zhan
Mitarbeiter Wettbewerb Ralf Donner, Huang Meng, Lu Yan, Alexa Schmidbauer, Du Haoyue, Shi Mengjing
Arbeitsgemeinschaft mit KCAP Architects&Planners und Ramboll Studio Dreiseitl
Bauherr Shanghai Municipal Planning and Land Resources Administration/People‘s Government of Pudong New Area of Shanghai

Der Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) und KCAP Architects & Planners in Kooperation mit den Landschaftsarchitekten Ramboll Studio Dreiseitl wurde im Wettbewerb für die „Zhangjiang Science and Technology City” in Shanghai mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Das internationale Team konnte sich damit gegen zwei weitere Bewerber durchsetzen. Für gmp und KCAP ist dies die zweite erfolgreiche Zusammenarbeit, nachdem beide Büros bereits den städtebaulichen Masterplan für Hamburgs OlympiaCity gemeinsam entwickelt hatten.

„Zhangjiang Science and Technology City“ liegt in Shanghais prosperierendem östlichen Stadtbezirk Pudong, strategisch günstig zwischen dem Stadtzentrum und „Shanghai Pudong International Airport“. Die Erweiterung und planerische Entwicklung dieses Gebietes ist Teil der übergeordneten nationalen Strategie, Forschung und Entwicklung gegenüber der reinen Industrieproduktion nachhaltig zu stärken. In diesem Rahmen soll auf rund 84 Quadratkilometern die größte und bedeutendste Wissenschaftsstadt Chinas entstehen – ein Pilotprojekt mit landesweitem Vorbildcharakter. Im Vergleich ist das Planungsgebiet größer als etwa Manhattan oder die südöstlich in Bau befindliche Stadt Lingang New City.

Clusterbildung, ob im Silicon Valley, New York oder anderswo, interdisziplinärer Austausch und örtliche Vernetzung, stellen den entscheidenden Standortfaktor prosperierender High-Tech-Städte dar. Die Bedeutung räumlicher Nachbarschaften in explizit urbanen Milieus, die direkte Begegnungen befördern, bleibt auch in Zeiten einer global vernetzten Wirtschaft hoch – Ideen überqueren Korridore und Straßen zuweilen leichter als Kontinente und Meere.

Als Strategie wurde daher das Konzept einer „Living University“ generiert: eine Konstellation von geografischen Konzentrationen um die vorhandenen und zukünftigen High-Tech-Institutionen (Industrien, Universitäten und Technologiecluster) herum, verbunden mit attraktiven Wohnangeboten, Kultur-, Sport- und Bildungseinrichtungen. Im stadträumlichen Maßstab setzt sich dies in der Definition räumlich klar konturierter, also städtischer Straßen- und Landschaftsräume fort. Eingebettet in ein umfassendes Framework, das vorhandene Strukturen des in unterschiedlichen Graden bereits entwickelten Areals als Ressourcen aktiviert, in verschiedenen Layern Wasser, Grün und ein dichtes Netz öffentlicher Verkehrsträger integriert, entstehen so attraktive Lebenswelten in parzellierten und funktionsgemischten Stadtgefügen, die den Nährboden einer nachhaltigen Stadtentwicklung bilden. Als Netz städtebaulich verdichteter Orte mit Anziehungs- und Ausstrahlungseffekt bildet das Konzept damit ein bewusstes planerisches Gegenbild zum zerfaserten „urban sprawl”.

Im Rahmen der Kooperation zeichnete KCAP für den strategisch städtebaulichen Gesamtrahmenplan verantwortlich. Dieser wurde entsprechend dem großen Maßstab und dem heterogenen Status Quo robust angelegt, abgestimmt auf eine langfristige Entwicklung und das dynamische Programm des Gebietes. Auf dieser Grundlage hat gmp konkrete Masterpläne für drei Schlüsselbereiche ausformuliert, darunter mit dem „Public Center“ das Gesamtzentrum der Science-City. Partner für die integrative Landschaftsplanung und Umwelttechnik war Ramboll Studio Dreiseitl.

Die Kooperationspartner

gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner wurde 1965 von Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg gegründet. Mit über 500 Mitarbeitern, die sich auf 12 Standorte verteilen, ist gmp im In- und Ausland aktiv. Meinhard von Gerkan, Volkwin Marg und ihre Partner haben in den vergangenen Jahrzehnten in nahezu allen großen Städten der Bundesrepublik und auf fast allen Kontinenten geplant und gebaut. Ihre Projekte reichen von Einfamilienhäusern, Hotels, Museen, Theatern und Konzerthallen über Bürogebäude, Handelszentren und Krankenhäuser bis hin zu Forschungs-, Sport- und Bildungseinrichtungen sowie Verkehrsbauten, Gewerbebauten und Masterplanungen. In Deutschland wurde gmp vor allem durch seine Verkehrsbauten bekannt: 1975 wurde Berlin-Tegel als Drive-In-Airport eröffnet, weitere Flughäfen folgten, etwa in Hamburg und Stuttgart. Im Jahr 2006 wurde mit dem Berliner Hauptbahnhof Europas größter Kreuzungsbahnhof fertiggestellt. Zu den aktuellen Projekten in Deutschland gehören die Kunsthalle Mannheim und der Umbau des Kulturpalastes in Dresden. Auch international ist gmp seit Jahrzehnten erfolgreich tätig: In China z. B. sind unter anderem die Opernhäusern in Qingdao, Chongqing und Tianjin und der Umbau des Chinesischen Nationalmuseums realisiert worden. Südöstlich von Shanghai entsteht mit Lingang New City eine komplett neue Stadt für 1,3 Millionen Einwohner nach einem Masterplan von gmp. Neben China ist gmp auch in vielen weiteren Ländern aktiv und hat beispielsweise in Vietnam das Hanoi Museum und das Gebäude für die Vietnamesische Nationalversammlung gebaut. Weltweite Beachtung finden auch die von gmp ausgeführten Sportstätten, wie das Shanghai Oriental Sports Center und die Stadien, darunter je drei für die letzten Fußballweltmeisterschaften in Deutschland, Südafrika und Brasilien. Insgesamt sind über 390 Projekte bis heute realisiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

KCAP Architects&Planners ist ein international operierendes Entwurfsbüro für Architektur und Städtebau mit 85 internationalen Mitarbeitern und Niederlassungen in Rotterdam, Zürich und Shanghai. KCAP wird von 5 Partnern geleitet: Han van den Born, Kees Christiaanse, Ruurd Gietema, Irma van Oort und Ute Schneider. Seit seiner Gründung in 1989 durch Kees Christiaanse, zählt KCAP zu den führenden und einflussreichsten Büros auf dem Gebiet von Architektur und Städtebau in Europa und Asien.

Ramboll Studio Dreiseitl ist Katalysator für lebenswerte öffentliche Räume und die Integration von natürlichen Systemen. Unsere Herangehensweise setzt an den Anfang konsequente interdisziplinäre Zusammenarbeit, kreative Partizipationsprozesse und die frühzeitige Einbeziehung der Behörden und Entscheidungsträger. Wir kombinieren Design und Ingenieurskunst und setzen seit über 35 Jahren unsere Fähigkeiten in der Landschaftsarchitektur, der Stadtplanung, Stadthydrologie und der Umwelttechnik ein, um lebenswerte, klimaangepasste und nachhaltige Stadtlandschaften zu entwickeln. Wir kreieren einzigartige öffentliche Räume, in denen Wassermanagement technisch perfekt und ästhetisch anspruchsvoll integriert sind. Technik wird transparent und sichtbarer und erfahrbarer Teil unserer Umwelt.

Fotografen
gmp Architekten / KCAP / Dreiseitl

Willmore

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