13/12/2016: Fertigstellung Caohejing „OnCube“, Shanghai

gmp realisiert neuen Bürokomplex in China

Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Magdalene Weiss
Projektleiter Sun Yajin
Mitarbeiter Entwurf Cai Lei, Lin Yi, He Yanping, Zhang Yan, Christina Mann
Mitarbeiter Ausführung Cai Lei, Chen Jingcheng, Fang Min, Liu Yite, Di Miao-Weichtmann, Katharina Schneider,
Florian Wiedey, Saeed Granfar
Partnerbüro in China SIMEE
Bauherr
Shanghai Caohejing Hi-Tech Park Development Corporation
BGF 38.503 m² (oberirdisch),
18.080 m² (unterirdisch)

Auf dem Industrieareal des Unternehmens Caohejing in Shanghai ist der Bürokomplex „OnCube“ nach den Plänen des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (gmp) fertiggestellt worden. Formal trägt der Neubau konsequent einem quadratischen Grundthema Rechnung – ablesbar an der Kubatur und durchdekliniert vom Detail bis zur Landschaftsgestaltung. An der Fassade eröffnet das doppelte, streng geometrische Raster ein virtuoses Spiel mit Tiefenwirkung. Es verleiht dem massiven Büroblock Leichtigkeit und macht ihn zu einer von Präzision geprägten Landmarke innerhalb seines heterogenen Umfelds.

Mit seiner strengen Form harmoniert der von gmp entworfene Bürokomplex OnCube mit seiner Nachbarbebauung, während er gleichzeitig dem Grundstück an der Qinzhou North Road und dem Puhui Tang Fluss im chinesischen Shanghai durch eine klare architektonische Sprache ein markantes Gesicht schenkt. Seine starke Aussage beruht auf der einheitlichen Kubatur des Hochhauses und einem konsequent angewandten quadratischen Grundprinzip. Über einem Sockelgeschoss erhebt sich der Büroturm mit einer Gesamtgebäudehöhe von 90 Metern. In Form zweier Würfelvolumina von gleicher Dimension stapeln sich die insgesamt 20 Stockwerke; eine Fuge bildet auf halber Gebäudehöhe eine optische Taille. An Plastizität gewinnt der Bau maßgeblich durch die durchgängige Anwendung des geometrischen Gestaltungsvokabulars an der doppelten Fassade. In jeweils 4,20 Meter große Quadrate ist das von außen sichtbare Lamellenraster aus weißem Aluminiumblech gegliedert, das wie ein vorgeblendetes Netz den Baukörper umhüllt. Das grafisch präzise Format multipliziert sich nach innen hin in jeder Detaillierungsebene: So wird die raumhohe Verglasung als thermische Haut ebenfalls von quadratischen Feldern dominiert. Umrahmt von schwarzem Aluminium dienen diese Reflexionsflächen als Verstärkung des illusorischen Effekts. Jene perspektivische Überzeichnung mit Tiefenwirkung erfährt ihren Höhepunkt durch ein Lichtkonzept: Jedem Lamellensegment sind zum Gebäude gerichtete Lichtquellen vorgesetzt, deren Kegel den Fensterrahmen scharf nachzeichnen und auch bei Dunkelheit den Abstand der Verblendung zur gläsernen Gebäudehülle in den Fokus stellen. OnCube ist ein Spiel aus Extremen, das die Skyline Shanghais mitbestimmt: durch seine massive, einheitliche Erscheinung einerseits und die vielschichtigen, differenzierten Effekte andererseits.

Im Inneren sind die Bürogeschosse sowie das ebenerdige, barrierefreie Eingangsfoyer um einen quadratischen Erschließungskern organisiert. Ermöglicht wird so eine flexible Nutzung der Flächen – vom Großraumbüro bis hin zu Einzelräumen –, welche alle von natürlicher Ventilation und Tageslicht profitieren. Erschlossen wird das Gebäude von der Westseite, auf der sich auch die Zufahrten für zwei unterirdische Parkgeschosse befinden. Die einstige außerstädtische Industriefläche, die das Areal bis in die 1990er Jahre charakterisierte, bildet heute einen Teil der Millionenmetropole und ist Standort zahlreicher neuer Bürokomplexe für High-Tech-Unternehmen. Innerhalb dieses heterogenen Umfelds schafft sich OnCube seinen Freiraum durch eine terrassiert angelegte Landschaft, für die gmp ebenso verantwortlich zeichnet. Sie reflektiert das beruhigende und ausgewogene Grundmuster des Baus und setzt es in sich vergrößernden Strukturen in der Horizontalen fort.

Fotografen
gmp Architekten
www.gmp-architekten.de
Hans-Georg Esch
www.hgesch.de

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