10/10/2017: Farbenspiel für Schulneubau

gmp erweitert Gyula-Trebitsch-Schule in Hamburg-Tonndorf

Wettbewerb 2014, 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg und Jürgen Hillmer mit Robert Friedrichs
Projektleitung Robert Friedrichs
Mitarbeiter Wettbewerb Alessia Spezzano, Andrea Fattori, Valentina Milan
Mitarbeiter Ausführung Hendrik Winter, Lena Wegener, Radmila Blagovcanin, Renata Dipper, Peter Radomski, Lapo Medici, Gaby Kottsieper
Tragwerksplanung Weber · Poll, Ingenieurbüro für Bauwesen
Haustechnik Averdung Ingenieurgesellschaft mbH
Landschaftsplanung BRUUN & MÖLLERS GMBH & CO. KG
Bauherr Freie und Hansestadt Hamburg, Finanzbehörde, SBH Schulbau
BGF 5.022 m²

Der Neubau für die Erweiterung der Gyula-Trebitsch-Schule nach dem Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) ist fertiggestellt. Am 14. September wurde das Gebäude im Rahmen eines Festaktes offiziell an den Hamburger Schulsenator Ties Rabe übergeben – nach dem Wettbewerbsgewinn 2014 konnte es damit schneller als ursprünglich geplant und im Kostenrahmen realisiert werden. Die drei mäandrierenden Volumina des Erweiterungsbaus rahmen einen großzügigen Außenbereich und werten den bestehenden Schulcampus auf.

Der Erweiterungsneubau für die Gyula-Trebitsch-Schule am Sonnenweg im Osten der Hansestadt ist die neue Adresse der Stadtteilschule mit gymnasialem Zweig: Die bestehende Bildungsinfrastruktur erfährt dadurch deutlich sichtbar eine Aufwertung.

Das neue Gebäude, größtenteils errichtet in konventioneller Skelettbauweise, ergänzt den bestehenden Schulcampus durch drei miteinander verbundene Baukörper. Mäandrierend konfiguriert, bilden sie auf der Westseite zum Sonnenweg hin die neue Adresse der Schule, während sie auf der anderen Gebäudeseite einen großzügigen, begrünten Pausenhof rahmen. Auf zwei Geschossen beherbergt der Komplex die Trakte für 18 Klassenzimmer mit elf Differenzierungsräumen für individuelle Förderangebote sowie zehn Fachräumen – darunter Werkstätten, ein Musiksaal, zwei zur Aula erweiterbare Räume für Musik und Darstellendes Spiel sowie Medien- und Regieräume. Die zentrale Schulmensa ist im anschließenden eingeschossigen Bauteil untergebracht.

In ihrer äußeren Gestalt bilden die Körper unverkennbar eine Einheit: Nach gleichen architektonischen Prinzipien konzipiert, ist die gesamte Fassade des Neubaus aus Backstein gearbeitet. Damit reflektiert sie die Architektur der Vorgängerbauten und übernimmt zugleich die Vermittlung zur Nachbarbebauung am Sonnenweg. Die zurückgesetzten und gerahmten raumhohen Öffnungen im Erdgeschoss stehen im Dialog mit den umlaufenden Fensterbändern im Obergeschoss. Für eine spielerische Rhythmisierung sorgen hier vertikale Streckmetallfelder in drei verschiedenen Grüntönen, deren von der umgebenden Natur inspiriertes Farbschema auch im Inneren Akzente setzt: So greifen die Türnischen in den Fluren im Obergeschoss, die je drei Türen zusammenfassen, die Grünnuancen auf, die Dreieckskassetten an der Decke der Mensa sind farbig abgesetzt und auch an den Holzkassettendecken in den doppelgeschossigen Eingangsbereichen wechseln sich farbige Deckenelemente mit Oberlichtern ab.

Die strenge Geometrie des Erweiterungsneubaus steht in bewusstem Kontrast zur Gestaltung des Hofbereichs, für die Bruun & Möllers verantwortlich zeichnen. Im Innenhof des Neubaus strukturieren organisch geformte Pflanzinseln die Fläche und lockern sie auf. Auf dem Gelände verteilte Sitzbänke aus Holz laden zum Verweilen ein. Eine farbige Bodenmarkierung führt als Leitsystem über den Schulhof und bindet so den Bereich rund um den Neubau und das Gebäude selbst in die bestehenden Schulgebäude ein.

Fotografen
Marcus Bredt
www.marcusbredt.de

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