02/11/2017: Lernen im Dialog zwischen Alt und Neu

gmp stellt Schulgebäude des Kultur- und Bildungszentrums in Alsdorf fertig

VOF-Verhandlungsverfahren 2011
Entwurf Volkwin Marg und Nikolaus Goetze
mit Marc Ziemons
Projektleitung Generalplanung Carsten Plog
Projektleitung Objektplanung Michael Gutena
Mitarbeiter Wettbewerb Jan Blasko, Matthias Heck, Mei Pan, Alexandra Schinke, Oliver König, Urs Wedekind, Karsten Schillings
Mitarbeiter Ausführung Matthias von Hanstein, Matthias Heck, Alexandra Schinke, Alexander Schnieber, Kathrin Schnieber, Karl-Heinz Behrendt, Urs Wedekind, Adrian Fuhrich, Raimund Kinski, Volker Bastian, Daniel O`Hare
Tragwerksplanung Wetzel & von Seht
Technische Gebäudeausrüstung LPH 2-7 ZWP Ingenieur AG
Technische Gebäudeausrüstung LPH 8-9 Planungsbüro TGA Stickel
Brandschutz Ingenieurbüro T. Wackermann GbR
Lichtplanung a.g. licht GbR
Freianlagen WES & Partner GmbH
Bauüberwachung Höhler + Partner GmbH
Projektsteuerung Ernst & Young Real Estate GmbH
Bauherr GSG Grund- und Stadtentwicklung Alsdorf GmbH
BGF Neubau 16.482 m², davon 13.567 m² oberirdisch und 2.915 m² unterirdisch
Bauzeit 2014 – 2017

Nach Entwürfen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) ist in Alsdorf der Schulbau des neuen Kultur- und Bildungszentrum fertiggestellt worden. Das Bauwerk, das formal aus zwei gespiegelten Hufeisentrakten besteht, vereint Gymnasium und Realschule unter einem Dach. Der Neubau tritt in Dialog mit der historischen Kraftzentrale und fungiert als neue kulturelle Mitte zwischen Innenstadt und benachbartem Wohnquartier.

Das architektonische Konzept führt die beiden Schulzweige zu einer formalen Einheit zusammen: Zwei U-förmige Trakte stehen sich gegenüber und bilden so differenzierte Innenbereiche. Eingesenkt um ein Geschoss werden hier die drei Einfeld-Sporthallen und ihre Nebenfunktionen integriert. So entstehen begehbare Dachflächen, die als integrativer Pausenhof dienen. Ein öffentlicher Durchgang durch das Schulgebäude erzeugt städtebaulich eine Sicht- und Funktionsachse und stärkt den sozio-kulturellen Austausch zwischen Gymnasium, Realschule und benachbartem Wohnquartier. Die beiden Schultrakte werden über eigene Eingangsfoyers erschlossen, um eine Identifikation der Schüler mit der eigenen Institution zu bewirken.
Die horizontale Ausrichtung der Baukörper artikuliert sich in der Gestaltung der Fassaden. Aufgesetzte helle Fensterbänder strukturieren den massiven, dunklen Baukörper. In seiner Kompaktheit und durch weitere energetischen Optimierungen wie der Verzicht auf Kälteanlagen, die Implementierung von Pelletheizungen, eine durchgängige LED-Beleuchtung, Dachbegrünung sowie solare Energiegewinnung wurde die Energiesparverordnung (ENEV) um rund 30 Prozent unterschritten.

Der gymnasiale Zweig orientiert sich an dem Unterrichtskonzept des „Daltonplan of Education“. Die hierbei implizierte Funktion der Schule als Lebens- und Erfahrungsraum findet in dem Entwurf eine architektonische Entsprechung: Ein hohes Maß an Flexibilität innerhalb des Gebäudes unterstützt den Gedanken eines lernübergreifenden, gemeinschaftlichen Unterrichts und die Förderung einzelner Gruppen. Ein selbständiges Arbeiten und Lernen wird in offenen Selbstlernzonen gestärkt, die von den Schülern eigenverantwortlich gestaltet werden können. Die Anordnung regelmäßiger Sitznischen in den Fluren ermöglicht spontane Zusammenkünfte, sowohl zum persönlichen Austausch als auch für das Arbeiten in Kleinstgruppen. Sichtbezüge in die grünen Außenanlagen sowie ein hohes Maß an natürlicher Belichtung unterstreichen das freiheitliche Prinzip des übergeordneten Lernkonzepts. Verstärkt wird dieser Leitgedanke durch den Verzicht auf eine Zaunanlage, gleichzeitig geben parzielle lineare Bepflanzungen Orientierung und dem Gesamtensemble eine Struktur.

Eine klare Orientierung sowie individuelle Nutzungsmöglichkeiten der Räume sind gegeben. In den Obergeschossen befinden sich 32 Lernzimmer, sechs Fachräume für Chemie, Physik und Biologie. Neben der Verwaltung beherbergen Erd- und Zwischengeschosse drei Kunst- und zwei Musikräume. Der Trakt der Realschule spiegelt im Wesentlichen die Anordnung des Gymnasiums. Aufgrund des unterschiedlichen Lehransatzes sind die Obergeschosse mit insgesamt 18 Klassenzimmern sowie Medien- und Fachräumen kompakt gestaltet.

Fotografen
Marcus Bredt
www.marcusbredt.de

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