06/11/2017: Neue Urbanität am Nordhafenplatz in Berlins Europacity

gmp gewinnt Wettbewerb für Mischgebiete im Quartier Heidestraße

Entwurf Volkwin Marg, Hubert Nienhoff und Hans-Joachim Paap mit Martin Hakiel
Projektleitung Hans-Joachim Paap,
Martin Hakiel
Mitarbeiter Wettbewerb Fariborz Rahimi, Anna Bogucka, Cristina Iore, Tommaso Miti, Ausias Gonzalez, Moamen El Soudani, Pablo Rodríguez Parada, Davide Rosa, Dina Fahim
Bauherr Quartier Heidestraße GmbH
BGF MI 1: 35.600 m² / MI 2: 29.600 m²

Im Quartier Heidestraße, innerhalb der neuen Europacity im Umfeld des Berliner Hauptbahnhofes, werden die sogenannten Mischgebiete MI 1 und 2 nach Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) errichtet. Die beiden Baublöcke rahmen den Nordhafenplatz, der das urbane Zentrum des neuen Quartiers bilden wird. Das architektonische Konzept orientiert sich am Wechselspiel von Vielfalt und Einheit, über die verschiedenen Maßstäbe vom städtebaulichen Quartier über den Block bis zum einzelnen Haus.

Nördlich des Berliner Hauptbahnhofes, im ehemaligen Niemandsland zwischen Ost und West, entsteht mit der Europacity ein neues Stadtquartier zwischen der Bahntrasse im Westen und dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal im Osten. Innerhalb der Europacity erstreckt sich das Quartier Heidestraße auf den Teilbereich westlich der gleichnamigen Bundesstraße. Die beiden Mischgebiete bilden dabei mit dem Nordhafenplatz in ihrer Mitte dessen nördlichen Abschluss. Als Nutzung sind überwiegend Wohnungen vorgesehen, die zur Heidestraße orientierten Bauteile werden dagegen einer gewerblichen Nutzung dienen.

Bei vorgegebener Kubatur und Nutzungsverteilung bilden Grundrissstruktur und Fassadengliederung die konstituierenden Elemente der architektonischen Konzeption. Anknüpfend an die bewährte Tradition der europäischen Stadt werden die Blockstrukturen in einzelne Hauseinheiten gegliedert. Dabei bilden die Häuser, mit eigenen Adressen und Identitäten, nach dem gmp-typischen Prinzip der Vielfalt in der Einheit einen ganzheitlichen Stadtbaustein. Je vier Wohnhäuser bilden einen Block, ihre Größe variiert je nach Lage und Orientierung.

Einheitlich hingegen ist die Erschließung als Drei- oder Vierspänner. Die Treppenhäuser sind aus der Gebäudemitte nach außen gerückt, sodass die Wohnräume überwiegend lärmabgewandt zum Hof zeigen, während den Gebäudekernen nach außen Loggien vorgelagert sind. Auf diese Weise entsteht insgesamt ein ruhiges Fassadenbild, das dem Charakter des Quartiers entspricht. An der Heidestraße stehen zudem fünf Häuser für gewerbliche Nutzung zur Verfügung, darunter drei im Block MI 1 und zwei im Block MI 2. Bei einer Gebäudetiefe von 18 Metern sind die Grundrisse hier als Dreibund mit entsprechend flexibler Nutz- und Teilbarkeit organisiert. Zu den frequentierten Stadträumen der Heidestraße und des Nordhafenplatzes hin sind in den Erdgeschossen Flächen für Einzelhandel vorgesehen.

Die Fassaden der Gewerbehauseinheiten entlang der Heidestraße gliedert ein tektonisches System aus Stützen und Balken. Dabei treten horizontale oder vertikale Elemente, schmal oder breit, jeweils unterschiedlich stark hervor und differenzieren die Gestalt der einzelnen Häuser. Zum Nordhafenplatz, dem größten öffentlichen Platz im Quartier, sind die unteren beiden Geschosse als Sockelbereich zusammengefasst. Gemeinsam mit der analog gegliederten dritten Platzfassade des Gewerberiegels entsteht so eine einheitlich gerahmte Platzfigur. In Anlehnung an die Umgebung sieht die Materialwahl hellen grau-silberfarbenen Ziegel vor. Für farbliche Kontraste sorgen die textilen Rollos als Sonnenschutz für die Wohnbereiche, die für MI 1 in einem Bronzeton, für MI 2 in einem leicht variierten Messington konzipiert sind.

Fotografen
Grauwald / gmp Architekten

get pdf
arrowBildübersichtarrow