28/10/2010: Einweihung

Qingdao Grand Theater nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet

Das neue Opernhaus für die ostchinesische Millionenmetropole Qingdao wurde gestern eröffnet. Der Entwurf der Architekten Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Nicolas Pomränke setzte sich 2004 in einem Wettbewerb gegen elf internationale Büros durch und wurde in knapp fünf Jahren realisiert. Das Qingdao Grand Theater von gmp bietet ein Opernhaus für bis zu 1.600 Besucher, eine Konzerthalle mit 1.200 und eine Multifunktionshalle mit 400 Sitzplätzen. Dazu kommen ein Museum und ein Hotel.

Bei der Eröffnungsfeier des Kulturkomplexes waren lokale und nationale Repräsentanten zugegen. Für das Architekturbüro gmp ist die Oper in Qingdao – nach der Oper Chongqing, die im Jahr 2009 fertig gestellt wurde – das zweite Bauwerk dieser Art, das es in China ausführen konnte.

Qingdao Grand Theater liegt im Osten der Stadt direkt zwischen einer Bucht am Gelben Meer und dem über 1000 Meter hohen Laoshangebirge. Aufgrund der einzigartigen Lage des Massivs direkt am Meer sind die Berge des Laoshan oftmals in Wolken gehüllt, was eine besondere Atmosphäre erzeugt. Die Formensprache des Gebäudes greift die reizvolle Landschaft auf: Das Massive der Berge und die Leichtigkeit der Wolken bestimmen das Erscheinungsbild der Oper. Wie ein Gebirge erhebt sie sich aus der Landschaft – und ein wolkengleiches, scheinbar schwebendes Dach umhüllt die vier Baukörper. Die angehobenen Terrassen im umgebenden Park erinnern an ein Gebirgsplateau und orientieren sich sowohl zum Meer als auch zu den Bergen hin.

Das eigentliche Opernhaus liegt im nördlichen Teil des Gebäudekomplexes und bietet direkte Blickbeziehungen zur Küste. Das Publikum kann den Saal über zwei Geschosse betreten. Zum einen über den unteren Bereich, der große Garderoben und Zugänge zu den unteren Rängen bietet, zum anderen über das darüber gelegene Hauptfoyer mit großzügigen Glasfassaden und Blick auf die Terrasse, den Park und das Gelbe Meer. Wände und Boden des Foyers sind mit lokalem Naturstein verkleidet, der den gebirgsartigen Charakter des Gebäudes betont.

Die Bühnen- und Backstagebereiche erfüllen in punkto Ausstattung höchste internationale Standards. Sie sind derart flexibel konzipiert, dass verschieden große und verschiedenartige Veranstaltungen aufgeführt werden können, seien es Opern, Musicals, Ballette oder akrobatische Vorstellungen. Die Ränge und die beiden Balkone bieten für alle Zuschauer beste Sichtmöglichkeiten.

Die Konzert- und Multifunktionshalle sind kombiniert in einem Baukörper untergebracht. Um zwei Veranstaltungen gleichzeitig und unabhängig voneinander veranstalten zu können, wurden ihre Funktionen klar voneinander getrennt. Das Foyer der Konzerthalle liegt im oberen Geschoss, von wo aus die Besucher nicht nur den Konzertsaal betreten, sondern auch die Garderoben und einen Teil des gastronomischen Angebots vorfinden. Der Zuschauerraum entspricht in Ausstattung und Akustik internationalen Standards. Die halbrunde Bühne erlaubt zwischen dem Dirigenten, seinem Orchester und dem Chor hervorragende Blickbeziehungen. Die Multifunktionshalle wird über breite Treppen im unteren Geschoss betreten. Konferenzen, Feste oder Ausstellungen – die Halle bietet Möglichkeiten für verschiedene Veranstaltungen.

Internationaler Wettbewerb 2004 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Nicolas Pomränke
Mitarbeiter Clemens Kampermann, Li Ling, Annette Löber, Lin Wei, Thomas Krämer, Johannes Erdmann, Kian Lian, Gerd Meyer, Helga Reimund, Chongsong Dong, Xin Meng, Jochen Sültrup, Sophie v. Mansberg
Bauherr Qingdao Conson Industrial Corporation
Bauzeit 2005–2010
BGF insgesamt 60.000 qm
Opernhaus 1.600 Sitzplätze
Konzert- und Multifunktionshalle 1.200 Sitzplätze
Multifunktionssaal 400 Sitzplätze

Das Qingdao Grand Theater integriert neben dem Opernhaus, einer Konzert- und einer Multifunktionshalle auch ein Medien- und Konferenzzentrum und ein Hotel.

Fotos
Christian Gahl

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