11/08/2011: Universiade 2011 in Shenzhen

Einweihung des Sportzentrums und des Bao’an Stadions

Anlässlich der Universiade vom 12. bis 23. August 2011 werden in Shenzhen, Südchina, das Universiade Sportzentrum sowie das Bao’an Stadion eröffnet. Die Entwürfe der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) setzten sich 2006 und 2007 in internationalen Wettbewerben durch. Das Universiade Sportzentrum besteht aus einem Stadion sowie einer Multifunktions- und einer Schwimmhalle. Das Stadion im Stadtteil Bao’an ist als Leichtathletikstadion konzipiert, wird aber während der Universiade 2011 für die Austragung der Fußballspiele genutzt.

Universiaden sind die Weltspiele der Studierenden und werden in zweijährigem Rhythmus im Winter und im Sommer vom Weltverband des Hochschulsports, der Fédération Internationale du Sport Universitaire (FISU), veranstaltet. Die Sommer-Universiade ist, gemessen an der Zahl der teilnehmenden Athleten, neben den Olympischen Sommerspielen die zweitgrößte Multisportveranstaltung der Welt.  Im Januar 2007 wurde die 26. Sommer-Universiade 2011 an Shenzhen vergeben.

 

 

Universiade 2011 Sportzentrum
Der Entwurf für das Universiade Sportzentrum reagiert auf die umgebende hügelige Landschaft mit kristallinen Baukörpern und generiert auf diese Weise einen formalen Dialog, der auf die chinesische Gartenbau- und Landschaftsphilosophie verweist. Die Dachkonstruktion des Stadions kragt bis zu 65 Meter weit aus und ist als Stahlfaltwerk auf Basis modularer dreieckiger Flächen konzipiert. Die kristalline Form der drei Stadien wird durch die nächtliche Beleuchtung der transparenten Fassaden, die zu den Innenräumen mit Membrankonstruktionen bespannt sind, zusätzlich betont. Ein künstlicher See verbindet das Stadion mit der kreisförmigen Multifunktionshalle im Norden und der rechteckigen Schwimmhalle im Westen. Über eine erhöhte Promenade gelangen die Besucher von den einzelnen Stadien zu einer zentralen Plaza.
Das Hauptstadion erfüllt die Anforderungen internationaler Sportveranstaltungen und Events. Die Gesamtkapazität liegt bei 60.000 Zuschauern, die auf drei Tribünen ihre Sitzplätze finden. Der Durchmesser des Daches beträgt 310 Meter in Längs- und 290 Meter in Querrichtung.
Die Sporthalle ist als kreisrunde multifunktionale Arena für vielfältige Hallen- und Eissportveranstaltungen geplant, ihre Gesamtkapazität beträgt 18.000 Zuschauer.
Das Schwimmstadion ist die dritte Sportstätte im Universiade Sportzentrum. Insgesamt 3.000 Zuschauer finden auf zwei Rängen in der Wettkampfhalle Platz.

Bao’an Stadion
Die weiten Bambuswälder Südchinas standen Pate für die Konstruktion dieses Stadions, dessen schlanke Stützen die Stadionränge und die weitgespannte Dachkonstruktion tragen. Durch den „Wald“ aus Stahlstützen tritt der Besucher in den Umgang des Stadions, der zu den Treppen des Oberrangs führt oder direkt zur unteren Tribüne.
Das Bild des Bambuswaldes entsteht durch einen zweireihigen Ring aus Stahlstützen, bei denen sich jede zweite Stütze der inneren Stützenreihe mit der Betonstruktur des ondulierenden Oberrangs verbindet und vertikale Lasten der Zuschauertribünen trägt. Die bis zu 32 Meter langen Stahlrohre sind im Durchmesser der unterschiedlichen statischen Belastung angepasst und variieren von 55 bis 88 Zentimeter.
Für die Überdeckung der Zuschauerränge wurde ein mit Membran bespanntes Seildach mit innerem Zugring und radialen Speichen gewählt. Das Dach mit einem Durchmesser von 230 Meter und einer Auskragung von 54 Meter auf jeder Seite der Tribünen wird durch 36 radiale Seilpaare gebildet, deren Vorspannung über einen doppelten Zugring aus Litzenbündeln über dem Spielfeld kreisförmig zusammengeschlossen wird. Das Stadion ist für 40.000 Zuschauer konzipiert.

Universiade 2011 Sportzentrum
Bao’an Stadion, Universiade 2011

Universiade 2011 Sportzentrum

Wettbewerb 2006 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Nicolas Pomränke
Projektleitung Ralf Sieber
Mitarbeiter Xu Ji, Alexander Niederhaus, Huang Cheng, Niklas Veelken, Martin Gänsicke, Stephanie Brendel, Marlene Törper, Andrea Moritz, Zheng Xin, Kralyu Chobanov, Chen Zhicong, Thomas Krämer, Lin Wei, Martin Schulte-Frohlinden, Plamen Stamatov, Christian Dorndorf, Lian Kian, Zhou Bin, Tobias Keyl, Li Ling, Helge Lezius, Meng Xin, Kuno von Haefen
Tragwerksentwurf und -planung Dach
schlaich bergermann und partner – Sven Plieninger mit Wei Chen
Haustechnik IG Tech
Lichtplanung Conceptlicht
Akustikplanung Acoustic Design Ahnert
Fassadenplanung Shen und Partner
Chinesische Partnerbüros SADI (Stadion), CNADRI (Multifunktionshalle), CCDI (Schwimmhalle), BLY (Freiraumplanung)
Bauherr Bureau of Public Works of Shenzhen Municipality
Sitzplätze Stadion 60.000
Sitzplätze Multifunktionshalle 18.000
Sitzplätze Schwimmhalle 3.000
Bauzeit 2007–2011

Bao’an Stadion

Wettbewerb 2007 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit David Schenke
Projektleitung David Schenke, Li Ran
Mitarbeiter Entwurf Jennifer Heckenlaible, Daniela Franz, Zhang Xi, Yin Chao Jie, Zhou Bin, Anna Bulanda-Jansen, Cai Qing, Xu Ji
Mitarbeiter Ausführung Matthias Grünewald, Cai Yu, Wang Le, Wang Li, Zhang Xi, Lucas Gallardo, Zhang Xiao Guang, Sebastian Linack, Li Zheng, Pan Xin, Martin Schulte-Frohlinde
Tragwerksentwurf und –planung Dach schlaich bergermann und partner – Sven Plieninger mit Wei Chen
Lichtplanung Schlotfeld Licht, Berlin
Chinesisches Partnerbüro SCUT South China University of Technology
Bauherr The Sports Bureau of Bao’an District
Sitzplätze 40.050
Länge des Stadions 245,80m
Breite des Stadions 245,80m
Höhe des Stadions 39,65m
Bauzeit 2009–2011

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