15/07/2011: FINA-Schwimmweltmeisterschaft

Eröffnung des Shanghai Oriental Sports Center

Anlässlich der 14. Weltmeisterschaft des Schwimmweltverbands FINA vom 16. bis 31. Juli 2011 eröffnet morgen das Shanghai Oriental Sports Center (SOSC). Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) gewannen
den Wettbewerb 2008 und realisierten den Sportkomplex in knapp zweieinhalb Jahren. Er besteht aus einem Hallenstadion für mehrere Sportarten sowie Kulturveranstaltungen, einem Natatorium (Schwimmhalle), Außenschwimmbecken und einem Medienzentrum. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung wurden für die Sportanlage ehemalige Industriebrachen entlang des Huangpu-Flusses rekultiviert. Die einzelnen Stätten sind so konzipiert, dass sie nach der Schwimmweltmeisterschaft vielfältig weiter genutzt werden können.

Wasser ist das übergeordnete Thema sowohl der Parkanlage als auch der Architektur der Stadien und des Medienzentrums. Es ist das verbindende Element zwischen den Gebäuden, die auf erhöhten Plattformen in eigens
angelegte Seen ragen. Um die runden Stadien ergibt sich so eine schwingende Uferkante und um das eckige Natatorium eine gerade Linie. Konstruktive Verwandtschaft sowie eine gemeinsame Formensprache und Materialität erzeugen die strukturelle Einheit der drei Stadien. Die Stahlkonstruktionen aus weitgespannten Bögen mit großformatigen Dreieckselementen aus beschichteten Aluminiumblechen bilden entlang der Rahmen der Unterkonstruktionen zweiseitig gekrümmte Flächen und zitieren damit Segel im Wind.

Hallenstadion
Während der Schwimmweltmeisterschaft finden im Hallenstadion Becken- und Synchronschwimmwettkämpfe statt, anschließend kann es für Boxkämpfe, Basketball-, Badminton- oder Eishockeyspiele und Konzerte genutzt
werden. Die Halle verfügt über 14.000 Sitzplätze, die durch mobile Ränge auf 18.000 erweitert werden können.

Die Hauptkonstruktion des geschlossenen Gebäudes mit runder Grundrissfläche besteht aus Stahlbeton, das Dach aus einer 170 Meter überspannenden Stahlkonstruktion mit Aluminiumverkleidung. Die parallel verlaufenden Stahlträger entfalten 35 Meter hohe Arkaden und fassen die Glasfassaden der umrundenden offenen Foyers ein.
Natatorium
Das Natatorium beinhaltet vier hintereinander angeordnete Schwimmbecken: zwei in Standardgröße, ein Sprung und ein Freizeitbecken. Es verfügt über 3.500 feste Sitzplätze, die während der WM auf 5.000 erweitert werden, um die Anforderungen der FINA zu erfüllen.

Die Schwimmhalle ist ein geschlossenes Gebäude mit rechteckiger Grundrissfläche, einer Hauptkonstruktion aus Stahlbeton und einer Dachkonstruktion aus Profilstahlträgern. Die Dachkonstruktion mit dreieckigen Glasflächen ist zirka 210 Meter lang, 120 Meter breit, 22 Meter hoch. Mit schmalen Oberlichtern entlang der Träger wird direktes, irritierendes Sonnenlicht verhindert, dennoch der Einfall natürlichen Lichts gewährleistet.

Außenschwimmbecken

Dieser Schwimmkomplex liegt im Freien auf einer künstlichen Insel und bietet 2.000 feste Stadionplätze. Während der Schwimm-WM und bei anderen herausragenden Ereignissen wird die Kapazität auf 5.000 Plätze erhöht. Das
Sprungbecken in Wettkampfgröße und die Sprungtürme werden durch ein Wettbewerbsschwimmbecken ergänzt.

Mit einem äußeren Durchmesser von zirka 130 Metern spiegelt die – ähnlich wie bei den anderen Stadien ausgeführte – Dachkonstruktion den runden Grundriss der Gebäudehülle wider. Der innere Durchmesser beträgt zirka 90 Meter. Die Dachträger werden von der Gebäudestruktur getragen. Eine leichte Membran zwischen den Modulen bietet Schutz vor Sonne und Regen.

Medienzentrum
Das 80 Meter hohe Hochhaus liegt auf der Nordseite des Sportkomplexes. In den 15 Stockwerken befinden sich ein Fitnessbereich, Konferenzräume und ein medizinisches Versorgungszentrum sowie VIP- und Bürobereiche. Wegen des regelmäßigen Rasters von 8,40 Metern kann das Gebäude flexibel genutzt werden. Mit der äußeren Hülle aus weißen, perforierten  Aluminiumpaneelen interpretiert das Gebäude die Wellenform des angrenzenden Sees.

Wettbewerb 2008 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Magdalene Weiss
Projektleitung Chen Ying
Mitarbeiter Jan Blasko, Lü Cha, Lü Miao, Jörn Ortmann, Sun Gaoyang, Yan Lüji, Jin Zhan, Fang Hua, Martin Friedrich, Fu Chen, Ilse Gull, Kong Rui, Lin Yi, Katrin Löser, Ren Yunping, Alexander Schober, Nina Svensson, Tian Jinghai, Zhang Yan, Zhou Yunkai, Zhu Honghao
Statik sbp, Sven Plieninger
Haustechnikplanung ARUP
Landschaftsplanung WES & Partner
Chinesisches Partnerbüro SIADR, Tongji Design Institute
Sitzplätze Hallenstadion 18.000
Sitzplätze Natatorium 5.000
Sitzplätze Außenschwimmbecken 5.000
Bauherr Shanghai Administration of Sports
Bauzeit 2009–2011

get pdf
arrowBildübersichtarrow