22/02/2012: Wettbewerbsgewinn

Sportkomplex und städtebauliche Neuordnung, Lausanne, Schweiz

gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner haben in Arbeitsgemeinschaft mit Jean-Baptiste Ferrari et Associés SA den Realisierungswettbewerb "Métamorphose - Prés-de-Vidy" für einen Sportkomplex und die städtebauliche Neuordnung des umliegenden Areals im Westen von Lausanne gewonnen.

Ein einziges kreisrundes Gebäude vereint alle Funktionen des Sportkomplexes unter einem Dach. Neben einem UEFA-Fußballstadion für 13.000 Zuschauer und einem Wettkampf-Schwimmstadion sind in den zirkulären Bau ein Sportinternat, die städtische Sportverwaltung und ein P+R Parkhaus für die Stadt Lausanne integriert. Der städtebauliche Entwurf für das angrenzende Gebiet sieht Wohn- und Gewerbeeinheiten in einer Gesamtgröße von 100.000 m² Nutzfläche vor.

Mit dem Entwurf gelingt es, eine städtebauliche Verbindung zwischen dem heterogenen Gefüge der benachbarten Quartiere, dem neu geplanten Wohnviertel und dem Ufer des Genfer Sees zu schaffen. In dem Verkehrsdreieck, welches im Süden von der Autobahn und im Westen und Norden durch große Ausfallstraßen gebildet wird, markiert die auf einem Sockel scheinbar schwebende und weithin sichtbare monolithische Scheibe als identitätsstiftende Landmarke den Eingang zur Stadt Lausanne. Diese markante Großform gibt den öffentlichen und repräsentativen Charakter der Anlage wieder.

Das Fußballstadion ist im Westen als Ellipse in die übergeordnete Kreisform einbeschrieben. In der sichelförmigen Fläche liegt das Schwimmstadion. Die Dachfläche wird für die Gewinnung regenerativer Energien mittels Solarthermie und Photovoltaik genutzt. Oberlichter im Bereich des Schwimmstadions ermöglichen eine natürliche Belichtung. Internat und Verwaltung sind zugunsten optimaler Tageslichtnutzung und Sichtbeziehung zur Landschaft im Obergeschoss entlang des Kreisrings angeordnet.

Der Sportkomplex wird von Freiraumflächen gefasst, die ihn mit seiner Umgebung zu einem homogenen Ganzen verbinden. Das Stadion öffnet sich nach Süden zum Genfer See und bietet von den Zuschauertribünen den Ausblick auf das Alpenpanorama. Besuchern des naheliegenden Parks am Genfer See, die sich über die neu angelegte Landschaftsbrücke dem Sportkomplex nähern, öffnet sich das Stadion mit einer großzügigen Geste. Von außen lässt diese Öffnung Einblicke auf das Geschehen in der Arena zu. Der Vorplatz der Schwimmhalle ist Mittler zwischen Wohngebiet und öffentlichem Leben rund um Sport und Freizeit. Der Sportkomplex in Verbindung mit der neu geschaffenen Freizeitlandschaft und benachbartem Wohnviertel ist Ausgangspunkt einer umfassenden Stadterweiterungsmaßnahme Lausannes.

Realisierungswettbewerb und städtebaulicher Wettbewerb 1. Preis 2012
In Kooperation mit Bureau Jean-Baptiste Ferrari et Associés SA
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff
Assoziierter Partner Jochen Köhn
Projektleitung Florian Illenberger
Mitarbeiter Entwurf (gmp) Kristian Spencker, Christiane Wermers, Florian Illenberger
Mitarbeiter (gmp) Marleen Michaels, Tobias Mäscher, Christian Möchel, Claudia Stelzmann, Peter Axelsen
Mitarbeiter (jbf) Jean-Baptiste Ferrari, Sébastien Zwissig, Floriane Robert, Chantal Billaud, Xavier Tauxe, James Lee, Rainer Epp
Bauherr Stadt Lausanne für die Entwicklung der öffentlichen Nutzungen, private Investoren für Wohnungs- und Gewerbeeinheiten
Tragwerksplanung TENSIS Limited (Wettbewerb)
Freiraumplanung Hager Partner AG
Brandschutz CR Conseils Sàrl
Verkehrsplanung KONTEXTPLAN AG
Nachhaltigkeit TRANSSOLAR Energietechnik GmbH
Sitzplätze Stadion 13.000 (Fußballspiel), 20.000 (Event)
Schwimmhalle 25-Meter-Bahn, 50-Meter-Bahn, 10-Meter-Sprunganlage
Stellplätze Parkhaus 1.220
Planungsbeginn WB 03/2011, weitere Planung ab 2012
Baubeginn geplant 2016
Fertigstellung geplant 2019

Renderings gmp/Davide Abbonacci

get pdf
arrowBildübersichtarrow