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18/06/2008 bis 24/08/2008 Volkwin Marg - Konstruktion und Deutung  

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Ausstellungsdauer
18.06. – 28.08.2008

Ausstellungsort
Orgel-Art-Museum Rhein Nahe,
Windesheim bei Mainz

Seit der Antike waren Technik (gr. "techne") und Kunst (dts. können) begrifflich nahe Verwandte, und meinten die gleiche Kunstfertigkeit. Ob römisches Pantheon, gotische Kathedrale, Renaissancekuppel oder Barockbrücke, Technik und Kunst inszenierten baulich stets gemeinsam ein Gesamtkunstwerk. Die kulturelle Lücke zwischen rational fortschreitender Technik und emotional nachfolgender Kunst tat sich erst seit dem beschleunigten Bewusstseinswandel infolge der industriellen Revolution auf. Seither zeigen die Baukunst wie auch ihre Baumeister ein Janusgesicht, einerseits das des Ingenieurs für das zu erfindende "Ingenieurkunstbauwerk", andererseits das des Architekten für die deutende Architektur-Inszenierung.

Daran hat auch der kulturrevolutionäre Sturm vieler Architektenavantgarden im 20. Jahrhundert zur Eroberung der Technik nichts Wesentliches geändert. Sie agierten wie deutende Astrologen, die ihre ästhetischen Elfenbeintürme verlassen, um die Sternwarten ingenieuser Astronomen zu besetzen. Das taten sie allerdings weniger, um die Synthese mit der Technik (seinerzeit z.B. Dampfer, Maschinen oder Konstruktionen) zu suchen, sondern viel mehr, um aktuelle Objekte für ihre ungeschmälerte Deutungslust zu gewinnen. Seit dem frühen Konstruktivismus und dem späten Dekonstruktivismus hat sich an dieser Manier wenig geändert.

Volkwin Marg sucht ungeachtet solcher Tendenzen wirkliche Synthesen von Kunst und Technik für architektonische Inszenierungen. Die gilt auch für so genannte "Ingenieurkunstbauwerke", seien dies Brücken, Türme, Hallen, Arenen oder Stadien.

Die in der Ausstellung als Projekte oder Bauten präsentierten Beispiele – Olympiastadion Berlin, Nationalstadion Peking, China, Stadion Durban, Südafrika, Neue Messe Leipzig, Messe Rimini, Brücke Kiel Hörn, u.a. – vereinigen die beiden Seiten der gleichen Medaille, die den Dialog zwischen deutender Formsetzung und ableitender Formfindung zur Einheit der Baukunst verschmilzt. Die Sinngebung für konstruktive Logik mit neuesten technischen Möglichkeiten erwächst im offenen Disput zwischen Architekt und Ingenieur als gleiche Partner.