Wettbewerb: 1993 – 1. Rang
Entwurf: Meinhard von Gerkan und Jürgen Hillmer
Mitarbeiter Entwurf: Jens Kalkbrenner, Manfred Stanek
Projektleitung Fernbahn: Hans-Joachim Glahn, Klaus Hoyer
Projektleitung Glasdächer: Prisca Marschner
Projektleitung Bügelgebäude: Prisca Marschner, Susanne Winter
Mitarbeiter Ausführung: Christel Timm-Schwarz, Bettina Kreuzheck, Michael Scholz, Petra Kauschus, Monica Sallowsky, Tomomi Arai, Klaus-Dieter Schimpf, Ivan Ivanov, Katrin Junge, Jan Koettgen, Karsten Fritsche, Burkhard Pick, Risteard Mac Diarmada, Silke Petry, Bernd Kottsieper, Dirk Tietgen, Matthias Holtschmidt, Kemal Akay, Andreas Ebner, Frank Anacker, Stefan Both, Henning Raske, Meinhard Rudolph, Jochen Köhn, Dirk Hünerbein, Hubertus Pieper, Vita Römer, Elisabeth Mittelsdorf, Ralph Preuß, Peter Karn, Amra Sternberg, Radmilla Blagovcanin, Ahrend Buchholz-Berger, Hans Münchhalfen, Maike Carlsen, Ivanka Perkovic, Antje Pfeifer
Statik: Schlaich Bergermann und Partner; IVZ/Emch+Berger
Lichtplanung: Peter Andres + Conceptlicht GmbH
Technische Gebäudeausrüstung: Ingenieurgesellschaft Höpfner
Bauherr: Deutsche Bahn AG vertreten durch die DB Projekt Verkehrsbau GmbH
Bauzeit: 1996 – 2006
BGF: 175.000 m² – 5 Verkehrsebenen
Länge des Ost-West-Glasdaches: 321 m
Glasdach-Breite: 59–68 m
Glasdachhöhe ab Bahnsteigkante: 15–17 m
Grundstück: 100.000 m²
Fotos: Marcus Bredt, Oltmann Reuter
Am Ort des historischen Lehrter Bahnhofs entsteht zur Zeit der größte Kreuzungsbahnhof Europas: Hier treffen sich eine West-Ost- und eine Nord- Süd-Strecke für den ICE-Verkehr; hinzu kommen S- und U-Bahnlinien. Die Nord-Süd-Trasse verläuft 15 m unter der Erde in einem Tunnel, der Spree und Tiergarten unterquert; die West-Ost-Linie liegt in Höhenlage 10 m über Straßenniveau.Das zentrale Entwurfsprinzip des Lehrter Bahnhofs ist die markante Betonung des vorgegebenen Gleisverlaufs im städtebaulichen Raum. Große filigrane Glasdächer sowie zwei überbrückende Bürogebäude sollen dies mit architektonischen Mitteln umsetzen. Im zentralen Bereich des auf einem Gebäudesockel ruhenden Bahnhofskreuzes verfügen die Decken aller Ebenen über große Öffnungen, die dafür sorgen, dass Tageslicht bis auf die Bahnsteigebenen tief unter der Erde gelangt und eine gute räumliche Übersicht und klare Orientierung gewährleistet wird. Tonnengewölbe prägen die im Tunnel gelegene Bahnsteighalle des Fernbahnhofs. Die Stützen dieser „Gewölbetische“ sind jeweils mittig auf den Bahnsteigen bzw. zwischen den Gleisen angeordnet. Die formale Charakteristik der Kreuzgewölbedecke in der Nord-Süd-Bahnsteighalle wird auch auf der darüber liegenden Ebene weitergeführt.Das 321 m lange Glasdach der Ost-West-Halle ist als Gitterschalennetz aus nahezu quadratischen, in der Größe variierenden Netzmaschen konstruiert, die durch Seile ausgekreuzt werden. Im Süden ist die Dachfläche mit Photovoltaik-Modulen belegt. Der Aufbau des Glasdaches begann zeitgleich östlich und westlich der Nord-Süd-Querung. Am 1. Februar 2002 war der erste Dachbinder aufgestellt, und jede Woche sollten zwei weitere Bögen folgen. Gearbeitet wurde rund um die Uhr in drei Schichten, da das Glasdach zum Termin der Gleisverschwenkung im Juni 2002 fertig sein musste. Um diesen Termin einhalten zu können, wurde das Dach auf Wunsch des Bauherrn um ca. 110 m verkürzt, woraufhin die Arbeiten bereits vor dem angestrebten Termin beendet werden konnten. Der Bahnhof wird in dieser Form ein Torso sein..
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