China, Shanghai 

3Cubes Bürogebäudekomplex im Büropark Caohejing

arrowBildübersichtarrow

Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Magdalene Weiss
Projektleitung
Sun Yajin
Mitarbeiter
Cai Lei, Chen Jingcheng, Saeed Granfar, Lin Yi, Katharina Schneider, Sun Yajin, Zhang Yan, Zhang Yang, Zhong Ming
Bauherr
Shanghai Caohejing Hi-Tech Park Development Corporation
BGF oberirdisch
58.200 m²
BGF unterirdisch
32.450 m²
BGF gesamt
90.650 m²

 

Fotografen:

Christian Gahl

www.christiangahl.com

Im Büropark Caohejing im westlichen Stadtgebiet Shanghais wurden jetzt die von gmp entworfenen 3Cubes fertiggestellt. Der Bürogebäudekomplex mit Servicefunktionen in den Untergeschossen hat eine Bruttogeschossfläche von insgesamt 60.000m² und besteht aus drei kubischen Baukörpern in gestaffelten Höhen von 35m bis 60m.

Besonderen Wert hat der gmp-Entwurf auf den Charakter von Eleganz und Ensemble gelegt. Dabei hat insbesondere der Umgang mit der Fassade eine wichtige Rolle gespielt, die auch in technischer Hinsicht eine Besonderheit darstellt.

Von strenger, klarer Eleganz sind die weißen Baukörper, die sich mit ihrer vertikal orientierten Fassade an die Umgebung angleichen, sich jedoch in ihrer Gesamtkomposition von dem sehr heterogenen städtebaulichen Umfeld abheben. Das Wechselspiel von Harmonie und Kontrast zeigt sich auch in der Gestaltung der Außenflächen. Eine geschwungene, zu einem Hügel aufgewölbte Landschaft mit Grasflächen, Baumbestand und bogenförmigen Einschnitten bietet Zugänge zu den natürlich belichteten Untergeschossen. Sie umfließt die statischen Kuben in einer harmonischen, verbindenden Weise, während sie zugleich die kühle, strenge Eleganz der Baukörper betont und damit für Kontraste sorgt.

Zentrales Entwurfselement ist allerdings fraglos die Fassadengestaltung. Auch hier ist das Wechselspiel von Anpassung und Abweichung das elementare Gestaltungselement: Der kleinste Kubus weist die größten, über je zwei Geschosse führenden Öffnungen in der Fassade auf, während der größte Kubus seine Fassade durch kleinere, eingeschossige Öffnungen rastert. Und es ist gerade die daraus resultierende optische Irritation, die die Gesamtkomposition der Gebäude subtil unterstützt.

Die Fassade weist eine weitere Besonderheit auf: Breite und Winkel ihrer im Wechsel verglasten oder mit weißem Lochblech verkleideten Elemente wurden parametrisch ermittelt. So wurden Faktoren wie saisonaler Sonnenstand, Verschattung durch Nachbargebäude, Attraktivität des Ausblicks, Lage im Gebäude und Anforderungen an Privatheit für ein Punkt-Raster im 3D-Modell an jeder Fassadenseite einzeln evaluiert und für jeden Fassadenpunkt in einen bestimmten Öffnungsgrad umgesetzt. Diese Technik erlaubt die Optimierung von Belichtung und Ausblick sowie sehr präzise Verschattungsoptionen. Sie sorgt außerdem für eine weitere ästhetische Stärke der 3Cubes – die vertikal in variierenden Winkeln gefalteten Fassaden ergeben je nach Standpunkt ein lebendig changierendes Bild. Abends wird dieser Effekt durch in die Fassade integrierte Beleuchtungselemente noch verstärkt: Alle Fassadenflächen werden zu Lichtinstallationswänden, die im Raster bespielt werden können.