Brasilien, Manaus 

Arena da Amazônia

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Konzept und Entwurfsplanung gmp und schlaich bergermann und partner mit stadia, São Paulo
Ausführungsplanung gmp und schlaich bergermann und partner

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Martin Glass, 2008
Projektleitung Martin Glass, Maike Carlsen
Projektleitung Brasilien Burkhard Pick, Sander-Christiaan Troost
Direktor gmp do Brasil Ralf Amann
Mitarbeiter (alphabetisch) Sophie-Charlotte Altrock, Felipe Bellani, Lena Brögger, Claudia Chiappini, Lieselotte Decker, Barbara Düring, Stefanie Eichelmann, Konstanze Erbe, Silke Flaßnöcker, Priscila Lima da Silva Giersdorf, Elke Glass, Ruthie Gould, Jacqueline Gregorius, Claudio Aceituno Husch, Fabian Kirchner, Juliana Kleba Rizental, Jochen Köhn, Martin Krebes, Helge Lezius, Veit Lieneweg, Ausias Lobatón Ortega, Guilherme Maia, Rodrigo Mathias Duro Teixeira, Lucía Martínez Rodríguez, Adel Motamedi, Dirk Müller, Dirk Peissl, Ivanka Perkovic, Camila Prevé, Nicolai Reich, Stefan Saß, Florian Schwarthoff, Fariborz Rahimi, Sara Taberner Bonastre, Sónia Taborda, Angélica Larocca Troost, Katerine Witte

Arbeitsgemeinschaft mit schlaich bergermann und partner, Stuttgart; stadia, São Paulo

Tragwerksentwurf und -planung schlaich bergermann und partner – Knut Göppert mit Knut Stockhusen und Miriam Sayeg
Mitarbeiter (alphabetisch) Tiago Carvalho, Uli Dillmann, Andreas Eisele, Florian Geiger, Alberto Goosen, Sebastian Grotz, Jochen Gugeler, Achim Holl, Roman Kemmler, Hubert Kunz, Sandra Küstner, Walter Paganucci, Jana Pavlovic, Bernd Ruhnke, Guilherme Sayeg, Tilman Schober, Alexander Stäblein, Alfred Strasdeit, Kai Zweigart
Tragwerksplanung Massivbau in Zusammenarbeit mit EGT, São Paulo; Larenge, São Paulo; Ruy Bentes, São Paulo;
Haustechnik b.i.g. Bechtold Ingenieurgesellschaft mbH und MHA, São Paulo (Entwurfsphase); Teknika Projetos e Consultoria Ltda, São Paulo; Soeng Construção hidroelétrica Ltda, São Paulo; Bosco & Associados Ltda, São Paulo; Loudness Sonorização Ltda, São Paulo
Freiraumplanung ST raum a. (Entwurfsphase), Interact, São Paulo
Sitzplätze ca. 44.400
Länge des Stadions ca. 240 m
Breite des Stadions ca. 200 m
Bauzeit 2010-2014

 

Fotografen:

gmp

www.gmp-architekten.de

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

 

Zertifizierung:

LEED Certified

Manaus: Wo aus dem Zusammenfluss des Rio Negro und des Rio Solimões der mächtigste Strom der Erde, der Amazonas entsteht, liegt die Hauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes. Als Millionenstadt inmitten des Dschungels, 1.500 km vom Meer entfernt, ist die ehemalige Kautschukmetropole mit ihrer Freihandelszone ein Finanzzentrum mit globalen Handelsbeziehungen. Das faszinierende kulturelle Erbe dieser Stadt und die Potenziale des umgebenden Regenwaldes verschaffen ihr zudem eine große Attraktivität für den Tourismus.

Beim Entwurf der „Arena da Amazônia“ steht die Idee im Vordergrund, ein sehr einfaches, aber hoch effizientes Stadion zu konzipieren, das gleichzeitig eine Referenz an den besonderen Ort, an die Faszination und die natürliche
Formenvielfalt des tropischen Regenwaldes darstellt.

Für 45.000 Zuschauer konzipiert, liegt das Stadion direkt an der zentralen Verkehrsachse die den Flughafen mit der Innenstadt verbindet. Integriert in einen Sportpark, der auch ein Sambadrom, Leichtathletikanlagen, Mehrzweckhallen und ein Schwimmzentrum beinhaltet, entsteht die „Arena da Amazônia“, die ideale Vorraussetzungen für professionelle und lokale Sportereignisse bietet. Das Projekt wurde gemeinsam mit unserem lokalen Partnerbüro STADIA aus São Paulo sowie mit schlaich bergermann und partner aus Stuttgart als Tragwerksplaner entwickelt.

Die natürliche Topografie nutzend, befindet sich das Stadion auf einem in den leichten Hang gesetzten Sockel, in dem sich kommerzielle Nutzungen und Stellplätze befinden. Ein umlaufender Ring aus Logen, Büroflächen und
Fanrestaurant trennt den Oberrang von dem in den Sockel eingelassenen Unterrang.

Die Dachkonstruktion setzt sich aus sich gegenseitig aussteifenden Kragarmen zusammen, deren Stahlhohlkastenträger gleichzeitig als große Rinnen dienen, um die enormen Wassermassen der tropischen Niederschläge aufzunehmen. Angesichts des heißen und feuchten Klimas am Amazonas geht das Dach in eine Fassade über, die auch die Zuschauerumgänge und Vertikalerschließungen verschattet. Dach- und Fassadenfelder bestehen aus transluzentem Glasfasergewebe. Die im Zusammenspiel mit den Fassadenöffnungen entstehende natürliche Ventilation fördert ein angenehmes Mikroklima.

Unter dem Motto einer Umwelt schonenden Weltmeisterschaft wird das Stadion als eines der ersten nach den Kriterien des US Green Building Councils LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) zertifiziert werden.
Die ganzheitliche ökologische Konzeption berücksichtigt Standortwahl, Bauablauf, Transportwege und Primärenergiegehalt der einzelnen Materialien, Wassermanagement, Energieverbrauch, Regel- und Steuertechnik, Abfallmanagement ebenso wie ein permanentes Monitoring des laufenden Betriebes.

Manaus als eines der wichtigsten Zentren des Ökotourismus in Südamerika erhält so eine charakteristische Landmarke, die auch langfristig dem Anspruch an einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen
gerecht wird.