Brasilien, Manaus 

Arena da Amazônia

        
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Direktauftrag nach Studie, 2009
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Martin Glass, 2008
Projektleitung Martin Glass, Maike Carlsen
Projektleitung Brasilien Burkhard Pick, Sander-Christiaan Troost
Mitarbeiter Entwurf Konstanze Erbe, Claudio Aceituno Husch, Martin Krebes, Helge Lezius, Ausias Lobatón Ortega, Dirk Peissl, Nicolai Reich, Stefan Saß, Florian Schwarthoff, Sonia Taborda
Mitarbeiter Planung Sophie-Charlotte Altrock, Lieselotte Decker, Barbara Düring, Stephanie Eichelmann, Konstanze Erbe, Silke Flaßnöcker, Elke Glass, Fabian Kirchner, Juliana Kleba-Rizental, Helge Lezius, Veit Lieneweg, Lucia Martinez Rodriguez, Adel Motamedi, Sara Taberner, Katerine Witte
Mitarbeiter Ausführung Sophie-Charlotte Altrock, Felipe Bellani, Lena Brögger, Claudia Chiappini, Priscila Lima da Silva Giersdorf, Ruth Gould, Jacqueline Gregorius, Juliana Kleba-Rizental, Helge Lezius, Lucia Martinez Rodriguez, Dirk Müller, Dirk Peissl, Ivanka Percovic, Camila Preve, Katerine Witte
Mitarbeiter Brasilien Ralf Amann, Burkhard Pick, Florian Schwarthoff, Katerine Witte, Sander-Christiaan Troost, Rodrigo Mathias Duro Teixeira, Anquelica Larocca Troost
Arbeitsgemeinschaft mit STADIA, São Paulo; schlaich bergermann und partner, Stuttgart
Tragwerksentwurf und -planung Dach schlaich bergermann und partner – Knut Göppert, Knut Stockhusen, Miriam Sayeg, Thomas Moschner, Sebastian Grotz, Tilman Schober, Olesja Martin
Statik Massivbau EGT, São Paulo; Larenge, São Paulo, Ruy Bentes, São Paulo
Haustechnik b.i.g. Bechtold Ingenieurgesellschaft mbH; mha, São Paulo, TEKNIKA Projetos e Consultoria ltda, São Paulo, SOENG Construção hidroelétrica ltda, São Paulo, Bosco & Associados ltda, São Paulo, Loudness Sonorização Ltda, São Paulo
Freiraumplanung St raum a (Entwurfsphase), Interact, São Paulo
Bauherr Companhia de Desenvolvimento do Estado do Amazonas / Construtora Andrade Gutierrez S.A, Manaus
Sitzplätze ca. 43.500
Länge des Stadions ca. 240 m
Breite des Stadions ca. 200 m
Höhe des Stadions ca. 35 m

 

Zertifizierung:

LEED Certified

Manaus: Wo aus dem Zusammenfluss des Rio Negro und des Rio Solimões der mächtigste Strom der Erde, der Amazonas entsteht, liegt die Hauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes. Als Millionenstadt inmitten des Dschungels, 1.500 km vom Meer entfernt, ist die ehemalige Kautschukmetropole mit ihrer Freihandelszone ein Finanzzentrum mit globalen Handelsbeziehungen. Das faszinierende kulturelle Erbe dieser Stadt und die Potenziale des umgebenden Regenwaldes verschaffen ihr zudem eine große Attraktivität für den Tourismus.

Beim Entwurf der "Arena da Amazônia" steht die Idee im Vordergrund, ein sehr einfaches, aber hoch effizientes Stadion zu konzipieren, das gleichzeitig eine Referenz an den besonderen Ort, an die Faszination und die natürliche Formenvielfalt des tropischen Regenwaldes darstellt.

Für 45.000 Zuschauer konzipiert, liegt das Stadion direkt an der zentralen Verkehrsachse die den Flughafen mit der Innenstadt verbindet. Integriert in einen Sportpark, der auch ein Sambadrom, Leichtathletikanlagen, Mehrzweckhallen und ein Schwimmzentrum beinhaltet, entsteht die "Arena da Amazônia", die ideale Vorraussetzungen für professionelle und lokale Sportereignisse bietet. Das Projekt wurde gemeinsam mit unserem lokalen Partnerbüro STADIA aus São Paulo sowie mit schlaich bergermann und partner aus Stuttgart als Tragwerksplaner entwickelt.

Die natürliche Topografie nutzend, befindet sich das Stadion auf einem in den leichten Hang gesetzten Sockel, in dem sich kommerzielle Nutzungen und Stellplätze befinden. Ein umlaufender Ring aus Logen, Büroflächen und Fanrestaurant trennt den Oberrang von dem in den Sockel eingelassenen Unterrang.

Die Dachkonstruktion setzt sich aus sich gegenseitig aussteifenden Kragarmen zusammen, deren Stahlhohlkastenträger gleichzeitig als große Rinnen dienen, um die enormen Wassermassen der tropischen Niederschläge aufzunehmen. Angesichts des heißen und feuchten Klimas am Amazonas geht das Dach in eine Fassade über, die auch die Zuschauerumgänge und Vertikalerschließungen verschattet. Dach- und Fassadenfelder bestehen aus transluzentem Glasfasergewebe, dessen low-e-Beschichtung Wärmestrahlung reflektiert und somit kühlend wirkt. Die im Zusammenspiel mit den Fassadenöffnungen entstehende natürliche Ventilation fördert ein angenehmes Mikroklima.

Unter dem Motto einer Umwelt schonenden Weltmeisterschaft wird das Stadion als eines der ersten nach den Kriterien des US Green Building Councils LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) zertifiziert werden. Die ganzheitliche ökologische Konzeption berücksichtigt Standortwahl, Bauablauf, Transportwege und Primärenergiegehalt der einzelnen Materialien, Wassermanagement, Energieverbrauch, Regel- und Steuertechnik, Abfallmanagement ebenso wie ein permanentes Monitoring des laufenden Betriebes.

Manaus als eines der wichtigsten Zentren des Ökotourismus in Südamerika erhält so eine charakteristische Landmarke, die auch langfristig dem Anspruch an einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen gerecht wird.