Deutschland, Berlin-Spandau 

Bahnhof Berlin-Spandau

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Wettbewerb 1993 – 3. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Mitarbeiter Wettbewerb Walter Gebhardt, Britta Claasen
Partner Hubert Nienhoff
Projektleitung Sybille Zittlau-Kroos, Birgit Keul-Ricke, Elisabeth Menne
Mitarbeiter Almut Schlüter, Petar Bozic, Agnieska Preibisz, Margret Böthig, Diane Berve, Karl Baumgarten, Matthias Wiegelmann, Gerd Meyer, Andreas Dierkes, Paul Wolff, Marietta Rothe, Kerstin Struckmeyer, Peter Schuch, Manfred Stanek, Jens Kalkbrenner
Statik schlaich bergermann und partner
Bauherr Deutsche Bahn AG
Bauzeit 1996–1998
BGF Bahnhofshalle 4.891 m²
BGF überdacht 20.607 m²
BRI Bahnhofshalle 28.369 m²
Glasdach-Länge 432 m (24 Achsen à 8 m)
Hallenbreite 53,71 m
Hallenhöhe ab Bahnsteigkante 8,5 m

 

Fotografen:

Hans Bach

Hans-Christian Schink

www.hc-schink.de

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Der Bahnhof Spandau ist Teil der Fernbahnstrecke Hannover-Berlin und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus der Stadt in Hochlage. Er wird durch eine ebenerdige Passage mit Ladenzonen und bahnspezifischen Nutzungen erschlossen. Die eigentliche Halle ist 430 m lang und vollständig mit parallel laufenden Tonnendächern gedeckt. Typologisch knüpft sie damit an historische Bahnhofshallen an, wie sie in einer Ausstellung der Deutsche Bahn AG 1996, vier Jahre nach Entstehung des Entwurfes, in Venedig zur Biennale 1996 unter dem Titel „Renaissance der Bahnhöfe“ gezeigt wurden.

Während der Typus damit an die Tradition anknüpft, ist die Konstruktion der Halle eher dem 21. Jahrhundert verpflichtet. Die Tonnenkonstruktion ruht auf Längsträgern, die in der Mittelachse der Bahnsteige von Stützen im Abstand von 18 m getragen werden. In der Querachse jeder Stütze liegen der Aussteifung dienende, bogenförmige Rippen. Die Eindeckung der Tonnen erfolgte mit planen Glasscheiben, die infolge der komplizierten Geometrie der Bahnsteige je geringfügig voneinander abweichen, obwohl sie alle gleich aussehen. Die gesamte Konstruktion wird durch diagonale, unter der Dachfläche verlaufende Seile stabilisiert.

Im Abstand von 3 m angeordnete Lampenausleger geben nachts Licht auf die Bahnsteigsebene und erzeugen mit nach oben gerichteten Strahlen Reflektionen in der Glastonne. Dadurch entsteht auch bei Dunkelheit ein eindrucksvolles Raumerlebnis der filigranen Stahl-Glasstruktur.