Deutschland, Koblenz 

Bahnhofsplatz Koblenz

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Wettbewerb 1988 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Klaus Staratzke
in Arbeitsgemeinschaft mit Sembritzki/Tran-Viet
Projektleitung gmp Marina Hoffmann
Landschaftsplanung Wehberg, Eppinger, Schmidtke, Hamburg
Bauherr Platzgebäude und Tiefgarage Versorgungswerk der Rheinland-Pfälzischen Rechtsanwaltskammern, Versorgungsanstalt bei der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz
Bauherr Busbahnhof und Platz Stadt Koblenz
Bauzeit 1999–2001
Platzgebäude:    
BGF 7.300 m²  
BRI 28.000 m³
Busbahnhof 4.000 m²
Platz 10.000 m²

 

Fotografen:

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

Der Bahnhofsplatz war in seiner Größe unproportional und unräumlich. Er wurde vom fahrenden und ruhenden Straßenverkehr als städtischer Erlebnisraum zusätzlich entwertet.

Deswegen sah der Entwurf eine räumliche und funktionelle Zweiteilung des Platzes vor. Durch das in Nord-Süd-Richtung eingestellte Platzgebäude wird die Gesamtfläche des Platzes in zwei Teilbereiche untergliedert. Während die östliche Teilfläche dem Fahrverkehr dient und als Busbahnhof genutzt wird, stellt die westliche Hälfte einen großzügigen Fußgängerplatz dar, der vom Bahnhofsgebäude, der Hauptpost und Platzgebäude räumlich gefasst wird.

Die Bauhöhe des neu konzipierten Platzgebäudes ist niedrig gehalten, um die Dominanz des Bahnhofsgebäudes und die optische Präsenz des Toto-Lotto-Hochhauses in den Fußgängerplatz hinein zu erhalten. Das Platzgebäude ist komplett verglast, transparent durchlässig. Der Sichtkontakt durch Verglasung zu den Funktionen des Omnibusbahnhofes ist somit gewährleistet. Das Platzgebäude ist dreigeschossig gehalten, die Dachform nimmt die Tonnendächer der bahnhofsbegleitenden Bebauung auf. Das Platzgebäude ist bewusst transparent gehalten: eine leichte dreigeschossige Stahlkonstruktion, filigrane Stützen, die das Gebäude gliedern und die leicht schwingende Dachfiguration tragen. In der Komplettverglasung spiegelt sich der Bahnhof sowie die Vordächer des Busbahnhofes wider.

Die Bushaltestellen sind unter einem großflächigen Glasdach kompakt angeordnet. Die Verkehrsführung ist einfach und erlaubt sowohl für die Busfahrer wie für die Busbenutzer eine klare Orientierung. Die dem Busbahnhof zugehörigen Funktionsräume befinden sich im Platzgebäude.

Entsprechend der unterschiedlichen Nutzung sind die beiden Platzbereiche sehr verschieden gestaltet. Während der Busbahnhof eine transparente Stahl-Glas-Überdachung erhalten hat, dominieren auf dem Bahnhofsplatz die Gestaltung des Bodenpflasters von Baumgruppen und Verweilzonen.

Die einheitliche Gestaltung des Bodenpflasters aus vorgefundenem Granitpflaster wird über die Löhrstraße bis zum Gebäude der Stadtverwaltung hinweggezogen, um damit die Einheitlichkeit des Platzraumes trotz durchschneidender Verkehrsstraßen deutlich werden zu lassen. Das bewusst gesetzte Baumgrün stellt als artifizielles Gestaltungsmittel im ansonsten städtischen steinernen Raum eine eigenständige Gestaltungskomponente dar.