Deutschland, Volkenroda 

Christus-Pavillon, Expo 2000

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Wettbewerb 1997 - 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Joachim Zais
Projektleitung: Jörn Ortmann
Mitarbeiter Ulf Düsterhöft, Monika van Vught, Olaf Schlüter, Matias Otto, Gabriele Wysocki, Andreas Hahn, Thomas Dreusicke, Helge Reimer, Magdalene Weiß, Peter Radomski
Statik Binnewies, Hamburg
Gebäudetechnik NEK, Braunschweig
Lichtplanung Conceptlicht Helmut Angerer, Mills/Hall
Landschaftsplanung WES, Hamburg
Bauphysikalische Beratung Prof. Tepper, Diekholzen
Gutachten für ungeregelte Glasbauteile RWTH Aachen, Lehrstuhl für Stahlbau, Prof. Sedlacek, W. Laufs
Stahl- und Fassadenbau Rüter, Dortmund
Stahlbetonbau, Technischer Ausbau und Außenanlagen Strabag, Hannover
Brandschutz Hosser, Hass + Partner, Braunschweig
Projektsteuerung Assmann, Braunschweig
Generalunternehmer Arge Rüter, Strabag
Auftraggeber Evangelisches Büro für die Weltausstellung Expo 2000
Bauzeit Expo 2000 1999 - 2000
BGF 2.004 m²
BRI 18.548 m³

Bauherr Wiederaufbau Kloster Volkenroda
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover
Deutsche Bischofskonferenz
EXPO 2000
Der Christus-Pavillon in Volkenroda wird errichtet im Auftrag der Jesus-Bruderschaft e.V. Gnadenthal und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen sowie in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover mit Unterstützung von Allgemeiner Hannoverscher Klosterfonds
Deutsche Bischofskonferenz (Katholische Kirche)
Freistaat Thüringen
Friedhelm Loh-Gruppe
Wirtschaftsvereinigung Stahl
und weiteren Sponsoren
Bauherrenvertreter und Bauleitung Kloster Volkenroda Bauhütte Volkenroda, Bernward Paulick
Fertigstellung Wiederaufbau Kloster Volkenroda August 2001
BGF 2.004 m²
BRI 18.548 m³

 

Fotografen:

Juergen Schmidt

jürgen_schmidt_fotografie@gmx.de

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

Leitidee
Die Pavillon-Architektur beschränkt sich darauf, das konstruktive Gefüge des modularen Systems mit seinen Details zu zeigen: strukturell einfach und sinnfällig, reduziert auf wenige Materialien, präzise im Detail, unverwechselbar in der Anmutung und Raumstimmung. Die sehr zurückhaltende und einfache Materialität: Marmor, beschichteter Stahl, Sichtbeton, Glas.

Der Christusraum ist mit Licht inszeniert; in der Mitte fällt an den Säulenköpfen Oberlicht ein, das als Streiflicht die schlanken Säulen vertikal betont. Die umhüllende Fläche - 11 mm Glastafeln im Verbund mit 10 mm dünn geschnittenem, kristallinem Marmor von der griechischen Insel Naxos - ist einschalig ausgebildet. Ihre lebendige Transluzenz beeinflusst die Raumstimmung auf eine Weise, dass der Raum trotz intensiver Lichtstimmung kontemplativ-introvertiert wirkt.

Der umlaufende "Kreuzgang" hat eine geschlossene Decke und ist nach außen ebenfalls mit einer zweischaligen Glasfassade versehen, die in ihren Zwischenräumen großformatige Glasvitrinen bildet. Diese sind mit Materialien verschiedenster Herkunft gefüllt. In Abhängigkeit von der jeweiligen Füllung sind die Wände mehr oder weniger transluzent, partiell auch transparent; so ist die Lichtstimmung entlang des Kreuzganges modifiziert und unterschiedlich dramatisiert.

Raumprogramm
Der Kreuzgang von 3,40 m Breite und ca. 6,80 m Höhe dient zugleich als Wandelhalle und zur Ausstellung. Er umgrenzt den Gesamtkomplex, dessen Zugang durch drei große Drehtore markiert ist. Der Kreuzgang umfasst die Ausstellungskabinette mit dem imposanten, großen Christusraum von ca. 18 m Raumhöhe, dessen Dach von 9 schlanken, wiederum kreuzförmigen Stahlstützen getragen wird.

Stahlbausystem
Alle Bauteile sind aus einem modularen Baukasten zusammengefügt. Den elementierten Systemen des Kreuzganges und der Christusraumfassade liegt ein räumliches Rastermaß in x-, y- und z-Achse zugrunde, gewissermaßen ein Großwürfel mit einer Kantenlänge von 3,40  m.

Bei der Christusraumfassade handelt es sich um ein sehr einfaches Pfosten-Riegel-System. Es ist nur gesteckt und verschraubt und einfach montierbar. Die Kreuzgangkonstruktion besteht aus Elementrahmen von 3,40 m x 6,80 m Achsmaß. Sie werden zu einem biegesteifen Rahmen aus 4 L-förmigen Regelprofilen und Flachstählen zusammengesetzt und über Steckverbindungen zum Kreuzgang gefügt.

Die Riegel sind vierteilig aus gekanteten Blechen aufgesetzt. Die vertika-len Fugen zwischen den gefügten Elementen nehmen Installationen auf.

Alle Verbindungen sind durch Steckverbindungen leicht demontierbar hergestellt. Das Dach wird aus vorgefertigten edelstahlbedachten Elementen gebildet, die ebenfalls leicht demontierbar sind.

Wiederaufbau
Der gesamt Baukomplex mit Ausnahme der Krypta, Kolonnade und Wasserbecken ist nach der Expo zerlegt und in gleicher Kombination in der Klosteranlage Volkenroda, Thüringen, neu zusammengebaut worden. Dort betreibt die Jesus-Bruderschaft in Gnadenthal seit 1994 den Wiederaufbau der ältesten in Deutschland erhaltenen Zisterzienserklosteranlage.