China, Chengdu 

Dayuan International Center

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Wettbewerb 2009 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Tobias Keyl 
Projektleiter Tobias Keyl
Mitarbeiter Wettbewerb Susan Schwarz, Verena Kiewardt, Clemens Ahlgrimm, Sabine Stage, Matthias Fruntke, Thilo Zehme, Jan Demel, Huang Chang
Mitarbeiter Ausführung Susan Schwarz, Verena Fischbach, Michele Restivo, Liu Yi Xiao, Li Ran, Andreas Maue, Kristin Schoyerer, Han Huang
Chinesisches Partnerbüro CABR
Bauherr Chengdu Hi-Tech Real Estate Co., Ltd

 

Fotografen:

Christian Gahl

www.christiangahl.com

gmp

www.gmp-architekten.de

In der Westchinesischen Wirtschaftsmetropole Chengdu ist nach Plänen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner Anfang 2015 das Dayuan International Center fertiggestellt worden. Das urbane Ensemble umfasst Gebäude für Wohnen, Arbeiten und Handel. Es ist Teil des Entwicklungsgebiets Chengdu Hi-Tech Zone im Süden der Provinzhauptstadt. Seine unterschiedlich dimensionierten Gebäudetypen bilden in ihrer Materialität und Fassadengestaltung einen einheitlichen Stadtkörper, der mit urbaner Dichte ein attraktives Außenraumkontinuum rahmt.

Als Sieger eines begrenzt offenen Realisierungswettbewerbs wurde das Hamburger Architekturbüro 2010 mit der Planung und Realisierung des Dayuan International Centers beauftragt. Chengdu zählt als „grüne Stadt“ zu einer der chinesischen Millionenstädte mit der höchsten Lebensqualität, die nicht zuletzt auf eine Kultur öffentlichen Lebens im städtischen Raum zurückgeht. Ziel der Architekten war es, bei dem Konzept für das Gebäudeensemble mit einem vielschichtigen Raum- und Nutzungsangebot an diese Qualität der pulsierenden Metropole anzuknüpfen. Ein am Menschen orientierter Maßstab und die Abfolge attraktiver öffentlicher Räume, im Innern wie im Außenraum, generieren ein integratives Stück Stadt, das zugleich mit seiner eigenen Identität über das Quartier hinaus als Landmarke seine Wirkkraft entwickelt.

Der Komplex liegt entlang einer der zentralen Verkehrsachsen, der Tianfu Avenue. Er besteht aus unterschiedlich dimensionierten Gebäuden. Freistehende, bis zu viergeschossige Kuben sind im Wechsel mit Hochhäusern so angeordnet, dass trotz urbaner Dichte mit einer BGF von 192.000 qm ein zusammenhängendes Gefüge aus abwechslungsreichen Außenräumen entsteht. Zwei zueinander versetzt stehende Bürotürme bilden auf dem östlichen Grundstück eine einladende Plaza und zugleich die Adresse des Stadtquartiers entlang der Tianfu Avenue. Auf dem straßenabgewandten ruhigeren Teil der beiden Grundstücke liegen drei schlanke Apartmenttürme. Zwischen den Hochhäusern untergliedern drei kubische Gebäude den Außenraum. Sie nehmen Geschäfte und Restaurants auf, die sowohl die Bedürfnisse der Büroangestellten als auch die der Quartiersbewohner bedienen sollen.

Im Zusammenhang mit der besonderen Bedeutung von Außenraumqualitäten für ein funktionstüchtiges Stadtquartier wurde besonderes Augenmerk auf die Landschaftsplanung gelegt. Unterschiedlich tief in die Bodenplatte eingelassene Gärten mit variierenden „Fillings“ wie zum Beispiel Bambus, Rasen oder Wasserflächen, sorgen zusätzlich zu den wechselnden räumlichen Dimensionen für atmosphärische Vielfalt. Dieses Relief aus Gärten und Plätzen trägt zur unverwechselbaren Identität des Ensembles bei. Ein getrenntes Wegesystem für den Kraftverkehr garantiert Fußgängerfreundlichkeit und lädt zur Teilnahme an Aktivitäten unter freiem Himmel ein.

Die Bürotürme sind mit einer natürlich hinterlüfteten Doppelfassade ausgeführt, die einen erhöhten Schall und Klimaschutz entlang der lärmbelasteten Straßenräume bietet und gleichzeitig eine natürliche Belüftung der Büroräume aus der Fassaden-Zwischenschicht erlaubt. Trotz unterschiedlicher Ausführung der Turmfassaden als Doppel- und Einfachfassade, die aus den jeweils unterschiedlichen Nutzungsanforderungen von Wohnen und Arbeiten resultieren, fassen die identische Gliederung und Materialiät beide Turmgruppen über die Grundstücksgrenzen gestalterisch zu einer Einheit zusammen. Ihnen gemeinsam sind auch die abgerundeten Gebäudekanten, welche eine günstigere Belichtung der West- und Ostfassaden der drei nach Süden ausgerichteten Hochhäuser ermöglichen.

Die strukturelle Klarheit, welche den Gebäuden in ihren Kubaturen und Fassaden zugrunde liegt, erlaubt ein hohes Maß an Varianz innerhalb der Art. Sie lässt die Vielfalt in der Einheit entstehen, welche die unverwechselbare Identität des Quartiers ausmacht und zugleich den Stadtbaustein mit seinem Umfeld verbindet.