China, Peking 

Deutsche Schule und Apartmenthaus

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Wettbewerb 1998 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan mit Michael Biwer
Partner Klaus Staratzke
Projektleitung Sibylle Kramer, Michael Biwer
Mitarbeiter Entwurf Bettina Groß, Elke Hoffmeister
Mitarbeiter Ausführung Knut Maass, Ulrich Rösler, Michèle Watenphul, Jörn Bohlmann, Rüdiger von Helmolt, Diana Heinrich
Statik Weber-Poll Ingenieure
Ausführende Baufirma Philipp Holzmann
Bauherr Bundesrepublik Deutschland, BBR
Bauzeit 1999-2000
BGF Schule 9.658 m²,
Dienstwohnungen 9.657 m²
BRI Schule 33.534 m³,
Dienstwohnungen 30.923 m³

 

Fotografen:

Jan Siefke

www.jansiefke.de

Jang Chaoying

Das Grundstück liegt im 3. Diplomatenviertel der Stadt; die stark befahrene Straße Liangmaquiao-Lu und eine heterogene Umgebung prägen das Umfeld. Aus dieser Situation entwickelte sich die Idee einer auf sich bezogenen Baukörperdisposition, die über feste Raumkanten das Grundstück in definierte Freiräume teilt. Ein Wechselspiel aus Freiräumen, Abgrenzung und Öffnung entsteht, das die chinesischen Bautradition der Gruppierung von Baukörpern aufgreift.

Das Ensemble wird aus einem horizontal geprägten Schulgebäude und, im Kontrast dazu, einem vertikalen Wohnkomplex gebildet. Beide Gebäude gliedern sich durch eine Teilung in Schichten, die als durchgängiges Strukturmerkmal einen übergeordneten Zusammenhang herstellen. Beim Schulgebäude flankieren zwei dreigeschossige Riegel die mittlere Schicht der Sondernutzungen.

Foyer, Aula und Sporthalle folgen in additiver Reihung aufeinander. Mobile Trennwände schaffen ein flexibles und großzügiges Raumkontinuum. Hier können auch außerschulische Veranstaltungen stattfinden. Die mittlere Gebäudeschicht der Sondernutzungen hebt sich durch Bodenbeläge aus Parkett und Holzwandverkleidungen von den Lehrbereichen ab. Bei diesen stehen weiße Wände und Decken im Kontrast zu roten Bodenbelägen. Einbauelemente wie Türen, Zargen und Schränke sind aus auberginefarbenen Betoplantafeln gefertigt, die üblicherweise als Schalplatten für Ortbetonkonstruktionen dienen.

Eine einfache, übergeordnete Orientierung im Gebäude ist sowohl durch die Baukörpergliederung als auch durch die Trennung der Materialien nach Funktionen gegeben.

In den Obergeschossen schließen die Klassenflügel begrünte Dachgärten ein, die die Freifläche der Schule erweitern. Vor dem Lärm und den Emissionen der stark befahrenen Straße geschützt, eignet sich dieser Außenraum für Freiklassen, zur Freizeitgestaltung und als Lesegarten - eine grüne Enklave in der Stadt. Ebenerdig schließt in gleicher Flucht wie Foyer, Aula und Sporthalle das um einige Stufen abgesenkte Außenspielfeld der Schule an den Pausenhof an.

Das Wohngebäude orientiert sich mit der Eingangshalle zur Hauptstraße hin. Über eine offene Glashalle sind zwei parallelstehende, neungeschossige Riegel miteinander verbunden. Aus der wettergeschützten Eingangshalle erfolgt die Erschließung der Wohnungen über eingestellte Treppenhäuser und Aufzüge. Insgesamt beinhaltet das Gebäude 45 ost-westorientierte Wohnungen - pro Geschoss vier oder sechs mit fünf verschiedenen Wohnungstypen zwischen 65 und 210 m² Wohnfläche.

Die Wohnräume sind durch Wintergärten erweiterbar. Gliederung und Materialien für Fassade und Innenräume folgen den Überlegungen für das Schulgebäude. So wird das Farbkonzept der kaiserlichen Farben rot und gelb auch im Wohngebäude fortgesetzt. Vom Schulgebäude mit seiner roten Fassade aus Betonfertigteilen und den roten Bodenbelägen im Innenraum unterscheidet sich das Wohngebäude durch seine gelbe Betonfertigteil- Fassade sowie gelbe Bodenbeläge.