Indien, Neu-Delhi 

Dr. S. P. M. Swimming Pool Complex in Delhi

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Wettbewerb 2006 – 1. Preis
Entwurf
Volkwin Marg und Hubert Nienhoff
Projektleitung
Markus Pfisterer
Mitarbeiter alphabetisch
Tomomi Arai, Olga Dementieva, Constanze Elges, Rüdiger von Helmolt, Claudio Aceituno Husch, Lars Laubenthal, Fariborz Rahimi-Nedjat, Florian Schwarthoff
Arbeitsgemeinschaft mit
schlaich bergermann und partner; Consulting Engineering Services, New Delhi; IG Tech
Tragwerksentwurf und -planung Dach
schlaich bergermann und partner – Knut Göppert mit Knut Stockhusen
Bauherr
Central Public Works Department
Bauzeit
2008–2010
BGF
11.500 m²
Sitzplätze
5.200
Länge des Stadions
147 m
Breite des Stadions
129 m
Höhe des Stadions
34 m

Das Dr. S. P. Mukherjee Schwimmstadion in Neu Delhi wird für die Schwimmwettbewerbe der Commonwealth Spiele 2010 saniert und umgebaut. Namensgeber ist Shyama Prasad Mukherjee (1902–1953), indischer Politiker, der die erste politisch aktive Partei in Indien gegründet hat. Die Commonwealth Spiele finden 2010 zum ersten Mal in der Geschichte in Indien statt.

Das bisher offene Schwimmstadion, dessen Bau 1982 in Teilen fertig gestellt wurde, erhält eine thermische Hülle in Form eines Daches und einer vertikalen Glasfassade. Dadurch wird es zum klimatisierten Raum, um den heutigen Anforderungen an die olympischen Schwimmwettbewerbe mit 50m Wettkampfbecken mit acht Bahnen, Sprungbecken und Sprungturmanlage für die geforderten 5.000 Zuschauer zu entsprechen. Der ursprüngliche Gedanke, die gesamten bestehenden Ränge zu erhalten, wurde während der Bauzeit zu Gunsten eines von dem Dachtragwerk unabhängigen Neubaus fallen gelassen.

Das Dach, getragen von massiven Betonschotten, umgreift die bestehende, 150m lange und 130m breite ovale Stadiongeometrie, wobei alle bisherigen kleinteiligen äußeren Anbauten des Stadions rückgebaut werden, um einen klar geordnetes Erscheinungsbild zu erzeugen. Dadurch entstehen Freiräume, in denen die unterschiedlichen Besuchergruppen in die entsprechenden Bereiche gelenkt werden können. Zwischen den Schotten liegen in gleichmäßigem Rhythmus die neuen nach außen offenen Erschließungstreppen, die den heutigen Anforderungen an die Stadionentfluchtung entsprechen. Diese Stahltreppen sind zusammen mit den Fassadenprofilen anthrazitfarben beschichtet, um gestalterisch hinter die hellen Betonschotten zurückzutreten. Zwischen den markanten Betonschotten liegt eine horizontal spannende Fassadenstruktur, die gleichzeitig den Sonnenschutz für die Glassfassade darstellt. Bewusst wird eine ruhige, archaische Gestalt angestrebt, die durch die einfachen Materialien und Konstruktionen an Stärke gewinnt.

Um dem Innenraumcharakter mit dem linear rechtwinkligen Schwimmbecken gerecht zu werden, besteht die Dachstruktur aus einem rechtwinkligen Tragsystem, das in die ovale Außenform integriert ist. Dadurch können alle Beleuchtungselemente, Lautsprecher, Kameraführungsschienen etc., die sich auf die rechtwinklige Schwimmbahn beziehen, harmonisch in das Dachtragwerk integriert werden.

Ein oberes und ein unteres Netz aus parallelen Litzenbündeln spannen in einem massiven ovalen Betondruckring, ähnlich der Struktur eines Tennisschlägers. Die beiden Lagen der Litzenbündel werden durch Luftstützen unterschiedlicher Höhe voneinander separiert und ergeben dadurch die dreidimensionale linsenförmige Struktur. An allen Kreuzungspunkten der Litzenbündel sind Gussstahlklemmen angeordnet, welche die Bündel verbinden und die Differenzkräfte übertragen. Alle Litzenbündel sind an Ankerplatten verankert, die im Druckring liegen. Der Druckring aus Ortbeton wird durch kräftige stelenartige radial stehende Betonschotte getragen und gleichzeitig horizontal ausgesteift. Die Einzellitzen sind feuerverzinkt, wachsbeschichtet und mit einem Kunststoffmantel beschichtet. Die in der Dachstruktur eingesetzten Litzen wurden bereits bei Schrägseilbrücken eingesetzt, stellen bei Dachkonstruktionen dieser Größenordnung jedoch eine Innovation dar.