Brasilien, Brasília 

Estádio Nacional Mané Garrincha (Nationalstadion)

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Konzept und Entwurfsplanung Dach + Esplanade sowie Ausführungsplanung Esplanade Castro Mello arquitetos mit Consulting durch gmp und schlaich bergermann und partner
Ausführungsplanung Dach gmp und schlaich bergermann und partner
Planung Bowl Castro Mello arquitetos, São Paulo

Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Knut Göppert, 2008
Projektleitung Martin Glass
Projektleitung Brasilien Robert Hormes
Direktor gmp do Brasil Ralf Amann
Mitarbeiter (alphabetisch) Ante Bagaric, Holger Betz, Rebecca Bornhauser, Carsten Borucki, Lena Brögger, Martina Maurer-Brusius, Kacarzyna Ciruk, Laura Cruz Lima da Silva, Stefanie Eichelmann, Ruth Gould, Florian Illenberger, Jochen Köhn, Martin Krebes, Helge Lezius, Tobias Mäscher, Adel Motamedi, Burkhard Pick, Jutta Rentsch Serpa, Lucia Martinez Rodriguez, Maryna Samolyuk, Florian Schwarthoff, Sara Taberner Bonastre

Arbeitsgemeinschaft mit schlaich bergermann und partner, Stuttgart; Castro Mello arquitetos, São Paulo

Tragwerksentwurf und -planung Dach und Esplanade schlaich bergermann und partner – Knut Göppert mit Knut Stockhusen und Miriam Sayeg
Mitarbeiter (alphabetisch) Andreas Bader, Tiago Carvalho, Arnaud Deillon, Uli Dillmann, Stefan Dziewas, Hansmartin Fritz, Alberto Goosen, Hartmut Grauer, Jochen Gugeler, Andreas Hahn, Achim Holl, Hubert Kunz, Christoph Paech, Jana Pavlovic, Bernd Ruhnke, Tilman Schober, Klaus Straub, Cornelia Striegan, Peter Szerzo, Hiroki Tamai, Augusto Tiezzi, Feridun Tomalak, Chih-Bin Tseng, Gerhard Weinrebe, Rüdiger Weitzmann, Andrzej Winkler, Markus Wöhrbach, Kai Zweigart

Tragwerksplanung Stadionschüssel Etalp, São Paulo
Haustechnik Dach (Konzept-, Entwurfsplanung) b.i.g. Bechtold Ingenieurgesellschaft mbH; mha, São Paulo
Lichtkonzept Dach (Konzept-, Entwurfsplanung) Conceptlicht, Taunreut; Peter Gaspar, São Paulo; mha, São Paulo,
Sitzplätze ca. 72.800
Bauzeit 2010 -2013

 

Fotografen:

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Brasília, innerhalb von drei Jahren in einem heroischen Kraftakt erbaut und von Lucio Costa und Oscar Niemeyer entworfen und gestaltet, ist die einzige Stadtneugründung des 20. Jahrhunderts, die von der UNSECO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Als gebautes Manifest der autogerechten und funktionsgeteilten Stadt zählt es mit seinen monumentalen und plastischen öffentlichen Bauten zu den Ikonen der Moderne.

In diesem Kontext und vor dem Hintergrund der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 erarbeitet gmp gemeinsam mit Castro Mello Arquitetos, São Paulo, und schlaich bergermann & partner, Stuttgart, den Entwurf des neuen Nationalstadions von Brasília.

Das bisherige Stadion Mané Garrincha wurde 1974 fertig gestellt und stammt aus der Hand von Ícaro Castro Mello. Sein Sohn Eduardo Castro Mello versieht nun das Gebäude mit einem neuen Unterrang und komplettiert das bisherige Oberrangfragment. gmp Architekten und schlaich bergermann & partner erarbeiten die umgebende Esplanade mit dem charakteristischen "Stützenwald" und einem zweischaligen Hängedach. Maßgeblich bei der Entwicklung des Entwurfes war die eingehende Auseinandersetzung mit dem architektonischen und städtebaulichen Umfeld und Maßstab Brasílias.

Ziel des Entwurfes ist eine der architekturhistorischen Bedeutung angemessene Lösung, die sowohl klare Bezüge zur Tradition des Ortes aufweist und sich aber gleichzeitig als eigenständige, zeitgenössische Gestalt darstellt.

Als größtes und öffentlichstes Gebäude der Stadt und direkt an der zentralen Achse der städtebaulichen Grundfigur Brasílias gelegen, wurde die Komposition als monumentaler Baukörper entwickelt, der sich in angemessener Weise schlüssig in den städtebaulichen Kontext einfügt.

Dabei wird die "Stadionschüssel" mit einer kreisrunden Esplanade umgeben, die sämtliche Erschließungselemente beinhaltet und auf deren "Stützenwald" das Dach ruht. Diese klare und einfache Geste wird durch eine stark reduzierte, fast archetypische Gestaltung der einzelnen Bauteile unterstrichen. Wesentliches Material ist, ganz im Verständnis der brasilianischen Baukultur, Beton.
Das Dach selbst ist in idealer Kreisgeometrie als Hängedach konzipiert, das als zweischalige Struktur von einem Betondruckring gehalten wird. Dabei besteht die obere Lage aus unterschiedlich transluzenten Eindeck-Elementen, während die untere Lage als hinterleuchtete Membran ausgeführt wird.

Ein optionales verfahrbares Innendach ermöglicht eine wetterunabhängige Nutzung des für 70.000 Zuschauer ausgelegten Stadions. Es wurde ein umfangreicher Katalog ökologischer Maßnahmen entwickelt, der von der Integration von Photovoltaikmodulen in der Dachverglasung bis hin zur Regenwassersammlung reicht und der Brasiliens Anspruch an die erste nachhaltige Fußball-Weltmeisterschaft unterstreicht.