Deutschland, Hamburg 

Fleetinsel, Steigenberger Hotel

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Wettbewerb 1980 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg mit Wolfgang Haux
Ausführungsteam Anja Böke, Jan Krugmann, Heike Ladewig, Ralph Preuss, Brigitte Sinnwell
Statik Windels, Timm + Morgen
Haustechnik HL-Technik
Landschaftsarchitekten Wehberg, Lange, Eppinger, Schmidtke
Bauherr Klingbeil-Gruppe, Berlin
BGF Hotel 22.900 m²
Büro 10.000 m²
Klinik 3.000 m²
Bauzeit 1991–1992

 

Fotografen:

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

Seit 1965 gab es, initiiert von dem Architekten Bernhard Winking, eine Reihe von Entwürfen und Überlegungen für die von Alster- und Bleichenfleet, von der Ost-West-Straße und der Stadthausbrücke umgebene so genannte "Fleetinsel". Der Entwurf basiert auf dem Ergebnis eines 1979 von der Stadt Hamburg durchgeführten städtebaulichen Ideenwettbewerbs, bei dem die Bebauungskonzeption der Architekten von Gerkan, Marg und Partner für den 1. Preis ausgewählt wurde.

Diese wurde von gmp 1981 in Abstimmung mit den Architekten Patschan, Werner, Winking als den 2. Preisträgern des Wettbewerbs und der Landes-planung der Baubehörde zu einem Bebauungsplanentwurf weiterentwickelt. Die Bebauung der Fleetinsel bot die Chance, den verlorenen innerstädtischen Zusammenhang zwischen Binnenalster und Hafen einerseits und zwischen Altstadt und Neustadt andererseits wiederherzustellen.

Die Nord-Süd-Verbindung wird dabei "aktiviert" durch die Fortführung des Straßenraumes Neuer Wall zur Admiralitätstraße mit der Ausbildung des neuen Fleetmarktes als Ziel und Umlenkpunkt sowie durch die fleetbegleitende Randbebauung des Hotelbaukörpers mit seinen zum Alsterfleet hin orientierten Aktivitäten. Die direkte Ost-West-Wegebeziehung von den Wohnquartieren der Neustadt über die Fleetinsel zur Innenstadt führt sowohl über renovierte und neu errichtete Brücken als auch durch die Gebäude.

Die Neubebauung entspricht in der Gestalt ihrer polygonalen Blockbebauung der Innenstadt. Der Kopfbau des Hotels ist als städtebaulicher Bezugspunkt dominant ausgebildet. Der Turm dient gleichermaßen der optischen Orientierung wie der Repräsentation des Hotels. Zusammen mit dem Fleethof und der Neubebauung am Graskeller bildet das Hotel zwei städtische Plätze: den neuen dreieckigen Fleetmarkt mit Blickbeziehung zum Kleinen und Großen Michel und den baulich neu eingefassten Rödingsmarkt.

Das kleine Plätzchen vor dem Görtz-Palais ist als intimer Raum um das Petersen-Denkmal gestaltet, wobei die flankierenden Hausfronten von Altbau und neuem Kontorhaus am Neuen Wall in der Traufhöhe und im Material einander entsprechen.

Die Speicher am Herrengraben, die Altbebauung an der Admiralitätstraße sowie der eklektizistische Gründerzeitbau an der Michaelisbrücke sollten im Rahmen des Wettbewerbs nur teilweise erhalten werden; sie sind jedoch renoviert worden und mit ihren kontrastierenden Fassaden und unterschiedlichen – auch kulturellen – Nutzungen wichtiger Bestandteil der Fleetinsel geblieben.

Im Schnittpunkt der wesentlichen Sichtbeziehungen steht als bauliche dominante der Fleetinsel das Hotelgebäude. Unterschiedliche Nutzungen mit verschiedenen Gebäudehöhen sind in einem Gebäude untergebracht, bei einheitlichem Erscheinungsbild. Die Sockelzonen sind weitgehend als zwei- bis dreigeschossige Arkaden ausgebildet. Die über die durchschnittliche Blockhöhe hinausragenden Geschosse sind in Anlehnung an die für Hamburg typische Bautradition der Schumacherzeit in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gestaffelt. Das Leitmotiv für das Material ist der ebenfalls traditionelle nordische Klinker. Im nördliche Teil ist das sieben- bis zehngeschossige Steigenberger Hotel untergebracht. Der wohnliche Charakter des Hauses wird durch "französische" Fenster der Gästezimmer und den Wintergarten zum Fleethof deutlich. Mauerwerkslisenen gliedern den Baukörper vertikal im Rhythmus der Arkadenstützen und überspielen die unterschiedliche Geschossigkeit. Im südlichen Teil schließt sich das sechs- bis achtgeschossige Bürogebäude an. Es bildet mit seinem südliche Kopfbau die Torsituation für den südliche Zugang zur Fleetinsel und rundet das neue Ensemble zum Hafen hin ab.