Deutschland, Stuttgart 

Flughafen Stuttgart, Terminal 1

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Wettbewerb 1980 – 1. Preis
Entwurf
Meinhard von Gerkan, Karsten Brauer
Projektleitung
Klaus Staratzke
Mitarbeiter
Ahrend Buchholz-Berger, Michael Dittmer, Otto Dorn, Marion Ebeling, Edeltraut Grimmer, Gabriele Hagemeister, Rudolf Henning, Berthold Kiel, Antje Lucks, Marion Mews, Hans-Heinrich Möller, Klaus-Heinrich Petersen, Uwe Pörksen, Damir Perisicz, Stefan Rimpf, Peter Sembritzki, Horst Thimian, Christel Timm-Schwarz, Tuyen Tran-Viet, Hitoshi Ueda
Beratung
Gussknoten A. P. Betschart
Ingenieure
Weidleplan Consulting GmbH
Statik und Konstruktion
Martin Becker, Markus Kammerer
Technik
Siegfried Hartmann, Manfred Sasse, Herbert Schubert, Ulrich Thomas, Manfred Trapp
Bauleitung
Uwe Grässle, Carsten Baier, Adalbert Huber, Thomas Kern, Harald Otto, Peter Rabending, Detlev Wunderlich-Buess, Peter Zekeli
Projektmanagement
Drees + Sommer, Stuttgart
Lichtplanung
Bartenbach Lichtplanung, Innsbruck
Prüfstatik
Jörg Schlaich, Stuttgart
Baufirmen
Rohbau ARGE Hochtief, Holzmann, Wolfer, Goebel
Stahlbau
ARGE Stahlbau Illingen, Stanelle, Tweer
Fassade
Fassadentechnik Rudolph
Dach
Gebr. Schneller
Sonnenschutz
Süd Götz
Vordach
Süd Bott
Bauherr
Flughafen Stuttgart GmbH
Bauzeit
1986–1991
Volumen
270.000 m³

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Richard Bryant

Wolf Dieter Gericke

 

Weiterführende Links:

Flughafen Stuttgart, Terminal 2
Flughafen Stuttgart, Terminal 3

Das Terminalgebäude ist auf die elementaren Formen des Längstraktes mit Dreiecksquerschnitt und der rechteckigen Halle reduziert. Die konstruktive Baumstruktur des Hallendaches dient als unverwechselbares und spezifisches Merkmal des Flughafens. Das Traggerüst entspricht der Bauart einer Dolde. Die Last des Daches wird über ein enges Stützenraster mit vier bis fünf Metern Spannweite in die "Zweige" geleitet, von denen jeweils vier von einem "Ast" getragen werden. Zwölf "Äste" aus Rohrprofilen werden in einem Stamm vereinigt, der in das Fundament eingespannt ist.

Die Oberlichter mittig über den Stützen sind mit Heliostaten ausgerüstet. Bewegliche Spiegel, die dem jeweiligen Sonnenstand folgen, reflektieren jeweils das Sonnenlicht auf die Kronen der Stahlbäume sowie auf die Bodenplatten der Sockel. Unterhalb einer Glasplatte angeordnete Spiegel reflektieren das Licht auf die Unterseite der "Äste" und "Zweige" zurück.

Die Lüftungsanlagen sind als frei im Raum stehende Maschinen, Rohrfügungen und Ausblasdüsen entworfen. Die Lüftungstechnik wird zu einem architektonisch gestalteten Environment in der Halle.

Entsprechend der linearen Aufstellung der Flugzeuge sind die Warteräume und Ver-bindungswege zwischen Land- und Luftseite in einem langgestreckten Gebäude ange-ordnet. Es legt sich als Lärmschutzwall zwischen Land- und Luftseite. Die geneigten Fassadenflächen binden die Gebäudemasse topographisch in den Außenbereich ein. Dadurch öffnet sich die große Flugzeughalle wie ein klimageschützter Freibereich nach allen Seiten und dominiert als zeichenhafte Großform.

Auf der Vorfeldseite überlagern und durchdringen sich die beiden Baukörperelemente. Der Höhenrücken des Längsgebäudes löst sich in der Halle in Terrassen auf, die sich in der Mitte halbkreisförmig vorwölben. Die Fassade des Gebäudesockels ist mit Naturstein bekleidet. Indem die Fensteröffnungen vertieft und senkrecht in der schrägen Ebene liegen, entsteht eine plastische Wirkung des monolithischen Gebäudesockels. Über diesen greift die filigrane Stahlkonstruktion der großen Halle. Der verglasten Südfront der großen Halle sind motorisch bewegliche Beschatter vorgelagert. Die formale Analogie zu Tragflächen und Landeklappen von Flugzeugen ist beabsichtigt.