Deutschland, Hannover 

Fußgängerbrücken EXPO 2000

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Wettbewerb 1996 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg und Jörg Schlaich
Projektleitung Giorgio Gullotta
Mitarbeiter Entwurf Stephanie Joebsch, Marc Ziemons
Mitarbeiter Ausführung Klaus Reinhardt, Birgit Föllmer, Anne-Kathrin Rose, Tomasz Polakowski, Markus Carlsen
Statik schlaich bergermann und partner, Stuttgart
Projektleitung Thorsten Helbig, Sven Plieningen
Technische Ausrüstung SIAT, München
Projektleitung Frank Zabel
Sponsor PREUSSAG AG, Hannover
Bauherr EXPO 2000 Hannover GmbH und Deutsche Messe AG
Bauzeit 1998–2000
Brücke Mitte Länge 127,5 m, Breite 30,0 m
Brücke Ost
Länge 90,0 m, Breite 15,0 m
Brücke Nord-Ost Länge 142,5 m, Breite 15,0 m
Brücke Süd Länge 90,0 m, Breite 7,5 m

 

Fotografen:

Juergen Schmidt

jürgen_schmidt_fotografie@gmx.de

Klaus Frahm

www.klaus-frahm.de

Das Expo-Ausstellungsgelände wurde von zwei externen Straßen durchquert. Diese bildeten Barrieren, die von großen Besuchermengen überwunden werden mussten und damit an vier verschiedenen Stellen den Bau von Fußgängerbrücken notwendig machten.

Die Markierung der Ein- und Übergänge benutzt die Metapher des Begrüßungs-Spaliers: Die hohen Stelen werden wie Mastenwälder durchschritten. Sie entmaterialisieren sich zu ihrer Spitze hin durch den 1,50 m langen, leuchtenden Glaszylinder. In der Dämmerung verwandeln sich die Stangenspaliere in Lichtspaliere aus Leuchtstelen.

Bei den Brücken funktioniert der Mastenwald wie die Stangen von Pfahlbauten. Die Stangen tragen Stege, wie wir es von einladenden See-Stegen kennen; diese werden unversehens zu Brücken.

Um auf unterschiedliche Situationen flexibel reagieren zu können, sind die Brücken so konstruiert, dass sie die verschiedenen Anforderungen an Länge und Breite, Umbau oder Abbau ohne Veränderung der Gestaltung ermöglichen.

Das primäre Tragsystem bilden die Stützen als Teil des "Mastenwaldes" und die Aufhängungen aus Diagonalen und Ober- und Untergurt. In dieses Tragwerk werden die modularen Füllelemente eingelegt. Die Stützen sind in einem Raster von 7,50 m x 7,50 m auf kegelförmige Fundamentkörper aufge-spannt. Trifft dieses Raster auf zu überbrückende Straßen oder Wege, sind die Stützen "aufgehängt" bzw. in ein abgespanntes Tragwerk eingebunden.

Das System ist einfach und wirtschaftlich, weil für jeden Fall auf Grundelemente zurückgegriffen wird und größere Spannweiten nur dann entstehen, wenn die Situation es wirklich erfordert.