China, Lingang New City 

Gang Cheng Office Building

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Gutachten 2005
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Nikolaus Goetze
Projektleitung Magdalene Weiß, Jan Blasko
Mitarbeiter Tian Jinghai, Rebekka Brauer, Evelyn Pasdzierny, Alexandra Kühne
Chinesisches Partnerbüro UDG
Bauherr Shanghai Gangcheng Dev. (Group) Co., Ltd.
BGF 20.000 m²
Bauzeit 2008–2010

 

Fotografen:

Hans-Georg Esch

www.hgesch.de

 

Zertifizierung:

LEED Gold

Im ersten Ring der neuen Stadt sollen Büro- und Geschäftsnutzungen angesiedelt werden. Dafür sieht der Masterplan eine Blockrandbebebauung vor, die an städtebaulich prägnanten Stellen die Bauhöhe von 24 m überschreiten darf, um den Blockrand zu strukturieren und an exponierter Stelle einen besonderen Blick auf den See zu geben. Neben der Bauhöhe und der Blockrandbebauung wurde im Masterplan auch eine Arkade mit einer Höhe von 6 m auf der dem See zugewandten Seite vorgegeben, die eine das Seeufer begleitende Flaniermeile mit Ladenzonen und Restaurants entstehen lassen soll.

Das Erdgeschoss wird gegliedert durch drei Lobbyzonen im westlichen, östlichen und südlichen Teil des Gebäudes, dazwischen liegen Ladenzonen, Cafés und Dienstleistungsbetriebe. Die Ladenzonen können vom umlaufenden Boulevard erschlossen werden, wohingegen die Lobbys sowohl vom Boulevard wie auch aus dem Innenhof betreten werden können. Der begrünte Innenhof bietet zugleich die Möglichkeit, mit dem Auto vorzufahren und in die 150 Stellplätze fassende Tiefgarage zu fahren. Das erste und zweite Obergeschoss wird auf der östlichen und südlichen Seite von Gastronomiebetrieben genutzt und im westlichen Teil durchgehend mit Büronutzung versehen. Auch die weitere Nutzung der östlichen und südlichen Struktur konzentriert sich auf Office-Bereiche – mit teilweise hochwertigen Geschäftsführungs- ebenen und Besprechungsbereichen.

Die Fassade ist klar in zwei Teile gegliedert – eine Arkadenzone im Erdgeschoss und mäandrierende Bänder aus hellem Naturstein in den oberen Geschossen –, die eine spielerische und variantenreiche Ansicht zum See zeigen und durch ihren großen Anteil an Verglasung einen guten Blick aus "erster Reihe" auf den See ermöglichen.

Das Gebäude wurde vom Bauherrn zur LEED-Zertifizierung  angemeldete und würde nach jetzigem Planungsstand die goldene Plakette erhalten. Dies mag auf den ersten Blick erstaunlich sein, da es einen großen Anteil an offener Fassadenstruktur besitz. Durch die tiefe Laibung von 1.20 m in der Außenfassade und immerhin noch 60 cm in der Innenhoffassade werden diese zum größten Teil natürlich verschattet, so dass die solaren Einträge geringer ausfallen als erwartet. Das Gebäude soll ein Muster für den Baustandard in Lingang darstellen.