China, Guangzhou 

Guangzhou Development Central Building

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Wettbewerb 2001 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Nikolaus Goetze
Projektleitung Volkmar Sievers
Repräsentant für China Wei Wu
Mitarbeiter Entwurf Simone Nentwig, Jörn Bohlmann, Huan Zhu, Tilo Günther, Lars Neininger
Mitarbeiter Ausführung Simone Nentwig, Jörn Bohlmann, Andrea Moritz, Huan Zhu, Tobias Plinke, Heike Kugele, Nils Dethlefs, Knut Maass
Statik (Entwurfsphase) Ove Arup & Partners, Berlin/Hongkong
Chinesisches Partnerbüro Guangzhou Design Institute GZDI
Bauherr Guangzhou Developing New City Investment Co., Ltd.
Bauzeit 2002 – Mai 2005
BGF 78.600 m²
Höhe
150 m
Etagen 37

 

Fotografen:

Bauherr GDCB

Christian Gahl

www.christiangahl.com

Das neue GDCB – Guangzhou Development Central Building – befindet sich im Südwesten der Zhu Jiang New City von Guangzhou direkt am Ufer des Pearl River. Seine exponierte Lage am Fluss als "Eckpfeiler" des neuen Stadtteils sowie die klare Dreiteilung des Gebäudes heben es aus dem heterogenen, von weiteren Hochhäusern geprägten Umfeld hervor.

Gebäudestruktur und Fassaden
Das axial mit seinem Haupteingang auf den Pearl River ausgerichtete Bürohaus mit einer Bruttogeschossfläche von 75.000 qm ist vor allem durch seine Dreiteilung in einen gläsernen, etwas zurück versetzten Mittelteil und zwei flankierende, stark gegliederte Seitenteile gekennzeichnet. Diese Struktur unterstreicht zusätzlich die Vertikalität des Gebäudes, dessen quadratische Grundform aus den städtebaulichen Gegebenheiten resultiert. 

Oberhalb eines siebengeschossigen Sockels erhebt sich der Neubau bis auf eine Höhe von etwa 134 m. Der mittlere Gebäudeteil überragt die beiden Seitenteile um weitere 16 m. Auf der obersten Ebene in rund 150 m Höhe befindet sich ein Hubschrauberlandeplatz.

Typologisch betrachtet haben die Seitenteile eine massive, mit Naturstein verkleidete Fassade, die jedoch so aufgelöst wurde, dass nur noch Stützen und Querbalken vorhanden sind, die die komplette Fassade mit einem stark plastischen, quadratischen Raster überziehen. Jeweils zwei Geschosse werden so in Form großformatiger "Fensteröffnungen" zusammengefasst, eine monotone Reihung kleiner Lochfenster oder Fensterbänder wird vermieden.

In jeder der zweigeschossigen Öffnungen stehen drei vertikale, drehbar gelagerte Verschattungselemente aus Lochblech. Dem Lauf der Sonne folgend werden die Metalllamellen zentral gesteuert, können aber auch individuell, jeweils in Dreiergruppen eingestellt werden: Stehen sie parallel zur Fassade, dringt kein direktes Sonnenlicht nach innen, die Fassade wirkt von außen geschlossen. Im umgekehrten Fall, bei senkrecht zu den Fenstern stehenden Lamellen, erscheint die Fassade offen und transparent. Durch die individuelle Steuermöglichkeit der Elemente verändert das GDCB ständig sein äußeres Erscheinungsbild, je nach Sonnenstand und den Bedürfnissen der Mieter.

Innenräumliche Gestaltung
Der graue Naturstein der Fassade findet seine Fortsetzung auch im Innern des Gebäudes, dessen allseitig verglastes Foyer hinter der Tragstruktur zurück tritt, so dass ein überdachter, umlaufender Kolonnadengang entsteht. Das großzügige, transparent und offen wirkende Foyer erstreckt sich über drei Geschosse mit offenen Galerien im 1. und 2. Obergeschoss. Von der Eingangsebene aus erreicht man über zu beiden Seiten des zentralen Kerns angeordnete Rolltreppen das nächste Geschoss, auf dem sich eine Bankfiliale befindet. Eine Restaurantebene und ein Konferenzgeschoss mit einem großen Bankettsaal vervollständigen den Sockel des Hochhauses. Neben Naturstein als Bodenbelag und Verkleidung der tragenden Stützen prägen vor allem Glas und Holz das Foyer: Die den Kern umgebenden Wandflächen sind mit kühlem, jadegrünem Strukturglas verkleidet, zwei symmetrisch angeordnete Wasserbecken fangen das an den gläsernen Wänden herabrinnende Wasser auf; weitere Wandflächen und Türen sowie die festen Einrichtungsgegenstände bestehen aus Edelholz in warmen Farbtönen.
Diese Reduktion auf wenige aber hochwertige Materialien setzt sich bis in die Bürogeschosse fort. Hier ersetzt jedoch ein hellgrauer Teppichboden den edleren Naturstein. Die Wände des Kerns sind jedoch bis hinauf zur Ebene +35 mit dem exklusiven, eigens aus Deutschland importierten und als „Jadestein“ bezeichneten Strukturglas verkleidet. Die Ebenen +33 und +34 bietet Skylobbies mit gastronomischen Einrichtungen und Dachgärten sowie exklusive Freizeiteinrichtungen an.

Außenanlagen und Beleuchtung
Die Außenanlagen sind kontrastierend zur kühlen Strenge des Hochhauses gestaltet: Ein Schattenspendender Hain aus Laubbäumen mit Spazierwegen bildet die nördliche Parkanlage, während im Osten ein öffentlicher Boulevard bis in die angrenzenden Baublöcke geführt wird. Seitliche Baumreihen flankieren eine lang gestreckte Wasserfläche mit Fontänen und Wasserspielen. Der südliche Vorfahrtsbereich leitet als ein mit Naturstein gepflasterter, städtischer Platz ins Innere des Gebäudes über und ist durch drei symmetrisch angeordnete Wasserbecken gegliedert.

Der gezielte Einsatz von Licht im Außenbereich und an der Fassade unterstützt die prägnante Gestaltung und die Vertikalität des Hochhauses. In die äußeren Fassadenbalken sind zwischen den Verschatterlamellen Uplights integriert, die die Plastizität der Fassade unterstreichen. Unter den Kolonnaden vor dem Foyer markieren Downlights in der abgehängten Decke die Foyerfassade und den Umgang, während Uplights an den Kolonnadenstützen ebenfalls die Vertikalität der schlanken Pfeiler betonen.