Vietnam, Hanoi 

Hanoi Museum

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Wettbewerb 2005 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze mit Klaus Lenz
Projektleitung Marcus Tanzen
Projektleitung Hanoi Tuyen Tran Viet
Mitarbeiter Nicole Flores, Martin Friedrich, Jessica Last, Johann von Bothmer, Ulf Hahn, Udo Meyer
In Kooperation mit Inros Lackner AG
Vietnamesisches Partnerbüro Vietnam National Construction Consultants Corporation
Bauherr Hanoi Culture and Information Department
BGF 30.000 m²
Bauzeit 2007–2010

 

Fotografen:

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Das Museum liegt als Solitär inmitten eines künstlich angelegten, mit Wasserflächen gestalteten Parks, der große Bereiche für Außenexponate, Denkmäler, traditionelle Dörfer im Stile Alt-Hanois und ähnliches bietet.

Vom Park aus bietet das Museum Zugänge aus allen vier Himmelsrichtungen. Im Inneren des quadratischen Gebäudes verbindet ein kreisförmiger Luftraum im Foyer die Eingangsebene mit den drei oberen Ausstellungsebenen. Diese sind nach oben hin terrassenförmig auskragend, was eine auf den Kopf gestellte Pyramide beschreibt.

Die nach oben hin auskragenden Geschosse bewirken in den jeweils darunter liegenden Ebenen eine Verschattung, was Teil des Energieeffzienz-Konzepts ist. Indem die Innenräume vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, entsteht zudem ein konservatorischer Effekt für die Exponate. Für die Besucher hat die Anordnung der Geschosse zudem den Effekt, beim Blick hinaus scheinbar über der Landschaft zu schweben. In die oberen Ebenen gelangen die Museumsbesucher über eine spiralförmige Rampe.

Die Rampe als prägendes Element ermöglicht Blickbezüge zum Foyer und zu den Ausstellungsflächen. Während die unteren  Obergeschosse ausschließlich als Ausstellungsflächen dienen, befinden sich im vierten Obergeschoss außerdem Konferenz-, Forschungs- und Büroräume und die Bibliothek. Dort bieten Lufträume Platz für besonders große Exponate, die wie auch in dem zentralen kreisförmigen Raum, dank des indirekten Lichteinfalls durch windmühlenflügelartig angeordnete Oberlichter, besonders in Szene gesetzt werden können.

Da das Gebäude einer auf den Kopf gestellten Pyramide ähnelt, hat das oberste Geschoss mit 92,4 m x 92,4 m die größten Abmessungen. Diese nehmen nach unten hin ab, im Erdgeschoss des quadratischen Grundrisses betragen die Abmessungen noch 42 m x 42 m. Gegen Wind- und Erdbebenlasten ausgesteift wurde das Gebäude durch vier symmetrisch angeordnete Kerne mit den Achsmaßen 8,4 m x 8,4 m. Die Kerne befinden sich in den Ecken des Erdgeschosses, hier sind für die vertikale Erschließung die Treppenhäuser und Aufzüge angeordnet.

Die Geschossdecken wurden über Zugstäbe im Gebäuderaster 8,4 m x 8,4 m an der Dachkonstruktion abgehängt, weshalb diese (109,2 m x 109,2 m groß und 5 m hoch) unmittelbar nach den Kernen hergestellt werden mussten. Die Dachkonstruktion wurde aus Wandscheiben aus Stahlbeton und Fachwerkträgern gefertigt. Die Wandscheiben verbinden die vier Kerne und erhöhen die Gesamtsteifigkeit des Gebäudes. Die Rand- und Innenbereiche der Dachkonstruktion wurden zur Reduzierung des Eigengewichts als Stahlfachwerk ausgeführt.