Deutschland, Aachen 

Institut für Physikalische Chemie

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Studie 2000
Entwurf
Volkwin Marg mit Joachim Rind
Projektleitung Jörg Greuel
Mitarbeiter Entwurf Michael Haase, Gunnar Dittrich, Tobias Unterberg
Mitarbeiter Ausführung Henrike Münker, Tobias Unterberg, Ralf Herkrath
Statik Ingenieurgemeinschaft Führer-Kosch-Jürges, Aachen Haustechnik/Laborplanung Zibell-Willner und Partner, Köln
Bauherr Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Aachen
Bauzeit 2003–2004
BGF 6.900 m²

 

Fotografen:

Joerg Hempel

www.joerg-hempel.com

Das neue Laborgebäude bildet zusammen mit den bestehenden Instituten für organische und anorganische Chemie aus den 1950er Jahren ein städtebauliches Ensemble. Der Neubau ist als zweihüftige Anlage um einen Gartenhof parallel zum vorhandenen Baukörper angeordnet, so dass ein großzügiger räumlich gefasster Vorplatz entsteht.

Die taghelle Eingangshalle ist als zentrale Erschließung über alle drei Ebenen zum Vorplatz und zum Gartenhof verglast und ermöglicht somit eine einfache Orientierung. Der kaskadenartig abgestufte bepflanzte Hof versorgt das Foyer des Hörsaals im Untergeschoss mit Tageslicht und ist sowohl von dort als auch vom Erdgeschoss aus zugänglich. Im Erdgeschoss sind zwei große Laborsäle und die Seminarräume untergebracht. Jeweils zwei Lehrstuhleinheiten flankieren im ersten und zweiten Obergeschoss den Gartenhof und die zentrale Eingangshalle. Die Werkstätten befinden sich in einem direkt angegliederten Gebäudeteil. Der auf zwei Ebenen ebenfalls sehr kompakt strukturierte Ausbil-dungsbereich für Chemielaboranten wird über einen separaten Eingang erschlossen. Er ist somit räumlich autark, wobei die direkte Nachbarschaft zu den Lehrstuhleinheiten und den Werkstätten Synergieeffekte erzeugt.

Der Neubau orientiert sich in Höhe und Materialität am Bestand. Während der dreigeschossige Altbau von einer vorgesetzten Backsteinfassade mit geputzten Fenster- und Gliederungsrahmungen in einer Ebene geprägt ist, sind die gestal-terisch dominierenden, dem Putz ähnlichen Betonfertigteilstützen und -riegel in der Fassade des Neubaus jedoch sichtbare Konstruktionselemente. Sie bilden eine umlaufende Fassadenstruktur über alle drei Geschosse.

Die Pfosten-Riegel-Fassade ist hinter diesem Betonskelett um 50 cm zurück-versetzt. Im Zwischenraum sind starre Verschattungslamellen aus Keramikplatten angeordnet, die zum Teil auch geschlossene Elemente bilden. Die Professorenräume an den vorderen Gebäudeecken sind durch geschosshohe Pfosten-Riegel-Fassaden transparent gestaltet. Die Eingangshalle sowie die Treppenhausfassaden bilden deutliche gläserne Fugen, die nicht nur Licht ins Haus bringen, sondern auch die interne Organisation nach außen sichtbar machen.