China, Nanning 

Internationales Messe- und Kongresszentrum Nanning

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Internationaler Wettbewerb 1999 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze
Projektleitung Dirk Heller, Karen Schroeder
Mitarbeiter Christoph Berle, Kai Siebke, Georg Traun, Friedhelm Chlosta, Meike Schmidt, Wencke Eissing-Poggenberg, Stefanie Schupp, Oliver Christ, Jochen Schwarz, Eckhard Send, Iris van Hülst, Thomas Eberhardt
Chinesisches Partnerbüro Guangxi Architectural Comprehensive Design & Research Institute, Nanning
Statik schlaich bergermann und partner
Haustechnik HL-Technik
Landschaftsplanung Breimann & Bruun
Bauherr Nanning International Convention & Exhibition Co., Ltd.
Bauzeit 1999–2005
BGF ca. 130.000 m²
BRI ca. 1.200.000 m³

 

Fotografen:

Jan Siefke

www.jansiefke.de

Das Nanning International Convention and Exhibition Center befindet sich am Rand von Nanning inmitten eines die Stadt umgebenden Grüngürtels. Dieser definiert den Abschluss der schnell gewachsenen Stadtstrukturen und ist als Parklandschaft ein ökologisch wichtiges Äquivalent zum verdichteten Stadtraum.

Die besondere Außenwirkung der 90.000 m² großen Messe, die das Selbstbewusstsein und die Weltoffenheit der schnell wachsenden Metropole symbolisiert, wird durch ihre Lage am Hang mit rund 45 m Höhendifferenz erzielt.

Ein von zwei Baumalleen flankierter, freier Ausstellungsplatz fungiert als Bindeglied zwischen der Stadt und dem Messezentrum. Von hier führt eine Freitreppe zum See hinunter, die am südlichen Platzrand in ein Amphitheater übergeht. Eine Fußgängerbrücke verbindet den Platz mit dem Messezentrum. Leicht geneigte Rampen und großzügige Freitreppen führen auf den Eingangsvorplatz, von dem die Besucher die Aussicht auf das vor ihnen liegende Tal mit der Stadt Nanning genießen können.

Eine multifunktionale Halle bildet mit ihrem gefalteten Kuppeltragwerk mit einer Gesamthöhe von 70 m und einem Durchmesser von 48 m den Kopf der Anlage und ragt als Landmarke über die Silhouette der Stadt hinaus. Die Dachkonstruktion besteht aus einem filigranen Stahltragwerk, das beidseitig mit einer transluzenten Membran überzogen ist. Diese lässt bei Tag diffuses Licht in die Halle hinein während nachts die von innen beleuchtete „Dachkrone“ über Nanning erstrahlt. Die kreisrunde Halle ist flexibel nutzbar und kann aufgrund ihrer zentralen Lage auch getrennt vom Ausstellungs- und Konferenzbetrieb genutzt werden. Als Rotunde bietet sie in idealer Weise Platz für Ausstellungen, große Konferenzen, Theateraufführungen, Konzerte und Eröffnungszeremonien.

Das Kongresszentrum mit fünf Sälen und einem angrenzenden Restaurant befindet sich unterhalb dieser Halle und kann über einen separaten Eingang ebenfalls getrennt vom Messebetrieb genutzt werden. Es bietet bei flexibler Aufteilung der Konferenzsäle Platz für mehr als 1.200 Personen, wobei im größten Saal ca. 450 Personen Platz finden.

Die Ausstellungshallen schließen an die Rotunde an und sind beidseitig entlang eines zweigeschossigen, lichtdurchfluteten Foyers angeordnet. Die neun Hallen des ersten Bauabschnitts, die jeweils über zwei Ausstellungsebenen verfügen, können ebenenweise flexibel zu Gruppen zusammengeschlossen werden, so dass Veranstaltungen unterschiedlichster Größe möglich sind. Die Größe der Hallen variiert zwischen 2.100 und 3.200 m², ergänzt um eine Halle mit einer Fläche von 5.000 m². Alle Hallen werden über zwei Seiten mit Tageslicht versorgt und können bei Bedarf verdunkelt werden.

Ein Natursteinsockel bildet das optische Fundament; während der Veranstaltungen kann er als Freiterrasse und Ausstellungsfläche genutzt werden. Stahlbetonstützen, die auf den aufsteigenden Natursteinsockeln stehen, erstrecken sich über die volle Höhe der beiden Hallenebenen und tragen das signifikante Dach, das durch die Einschnitte der Kerne, in denen sich die haustechnischen Anlagen befinden, rhythmisch gegliedert wird. Natürliche Materialien und Oberflächen mit den ihnen eigenen haptischen und ästhetischen Qualitäten bestimmen die Erscheinung des Messe- und Kongresszentrums. Außen wie auch im Innenraum überwiegen Naturstein, Glas und Beton, Farben wurden nur sparsam und zur Akzentuierung besonderer Funktionen eingesetzt.

Das zentrale Messefoyer bietet zusätzliche Ausstellungsflächen, dient jedoch in erster Linie der Erschließung und endet am derzeitigen Südeingang. Hier schließt der zweite Bauabschnitt der Messe mit sechs weiteren Hallen und einer Gesamtfläche von ca. 40.000 m² an.