Deutschland, Berlin 

Jakob-Kaiser-Haus, Abgeordnetenbüros des Deutschen Bundestages, Häuser 4 und 8

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Wettbewerb 1994
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Hubert Nienhoff
Projektleitung Bernd Gossmann, Beate Kling, Henning Schlattmeier
Mitarbeiter Ausführung Brigitte Feuerer, Bernhard Galetto, Jacqueline Huste, Irmgard Hermes, Boris Krusenotto, Lutz Kessels, Annette Löber, Ivanka Perkovic, José-Maria Poveda, Ruth Scheurer, Sven Schmedes, Franka Schulz, Angelika Steffens
Studentische Mitarbeiter Bianca Dittrich, Christian Klimaschka, Iris Müller, Andreas Trick, Christoph Tillmann
Statik Horz + Ladewig Ingenieurgesellschaft für Baukonstruktion mbH, Köln
Haustechnik / Klima SRP Schmidt Reuter Partner, Hamburg
Fassadenberatung / Bauphysik (nicht Ost-West-Halle) Prof. Michael Lange, Ingenieurbüro für Fassadentechnik, Berlin
Landschaftsplanung WES (Grünplanung als Kunst am Bau)
Lichtplanung Bartenbach Lichtlabor GmbH
Bauherr Bundesrepublik Deutschland
Planungszeit 1994-2000
Bauzeit 1997-2001
BGF ca. 38.700 m²
BRI 140.000 m³

 

Fotografen:

Arwed Messmer

www.lux-fotografen.de

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Roland Halbe

www.rolandhalbe.de

Die von gmp geplanten Gebäude 4 und 8 bilden den östlichen Abschluss des Jakob-Kaiser-Hauses entlang der Wilhelmstraße. Sie folgen der historischen Typologie der Berliner Blockrandbebauung und erzeugen durch ihre klaren geometrischen Formen einen eindeutig definierten städtischen Raum. Beide Häuser sind fast ausschließlich der Büronutzung vorbehalten. Um sie in das öffentliche Geschehen zu integrieren und städtisches Leben zu fördern sind jedoch an der Wilhelmstraße im Erdgeschoss insgesamt vier Ladengeschäfte vorgesehen.

Die interne Erschließung erfolgt in beiden Häusern über einläufige Treppen in den sechsgeschossigen Lufträumen der östlichen Gebäudeflügel. Diese Treppen führen im fünften Obergeschoss von Norden – in Haus 4 – respektive von Süden kommend – in Haus 8 – direkt zu einer geschlossenen Brücke, welche die Dorotheenstraße überquert.

Die Fassaden sind mit Muschelkalk und Zedernholz verkleidet; horizontal klappbare Sonnenschutzelemente sorgen für die notwendige Verschattung der Büroräume. Alle Büros verfügen zudem über einen kleinen Austritt im Sinne eines französischen Balkons, der zusammen mit der Verschattung Teil eines Holz-Glas-Kastenelements ist. Die Proportionen der Fassade basie-ren auf dem spannungsvollen Wechsel von geöffneten Bürobereichen und geschlossenen ruhigen Wandflächen. Die Besprechungsräume an den Gebäudeecken werden in der Fassade formal durch Loggien mit dahinterliegenden großflächigen Verglasungen akzentuiert.

Der von Haus 3 und 4 U-förmig umschlossene nördliche Innenhof bildet den stadträumlichen Bezug zu Spree und Spreepromenade. Die in diesem Bereich ganz in Glas aufgelöste, nicht klimatisierte Ost-West-Halle, die das Haus 4 mit dem Nachbargebäude verbindet, durchstößt den Hof und kann bei entsprechender Witterung durch gebäudehohe, gläserne Drehflügel komplett geöffnet werden.

Die gärtnerisch genutzten Innenhöfe, in denen Wasserflächen, aufgeschichtete Steinplatten und Kiefern zu einem harmonischen Bild arrangiert wurden, vermitteln ein Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit. Bei geöffneten Drehflügeln der Glashalle setzt sich der nördliche Hof nahezu ungestört bis hin zur Spreepromenade fort.