Slowenien, Ljubljana 

Jože Plečnik Stadion

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Wettbewerb 2009 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Markus Pfisterer
Mitarbeiter Entwurf alphabetisch
Justin Thomas Allen, Sonia Cristina de Carvalho Taborda Barata, Katarzyna Ciruk, Rocio Conesa Sanchez, Ruth Gould, Martin Hakiel, Claudio Aceituno Husch, Jochen Köhn, Monika Kwiatkowski, Lars Laubenthal, Marisa Maithert, Mehdi Marzooghi, Dirk Peissl, Ivanka Perkovic, Fariborz Rahimi-Nadjat, Nikolai Reich, Florian Schwarthoff, Katya Vangelova  
Tragwerksentwurf und -planung Dach
Schlaich Bergermann und Partner – Knut Göppert mit Sebastian Grotz
Haustechnik Winter Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik
Bauherr BSP Bezigrajski Sportni Park
Ränge 1
Sitzplätze 12.899
VIP-Logen boxes 60
Businessplätze 1049
Plätze für Rollstuhlfahrer 20
Presseplätze 54
Länge des Stadions 188 m
Breite des Stadions 134 m
Höhe des Stadions 18 m

 

 

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Der Neubau des Jože Plečnik Stadions stellt eine Revitalisierung eines bestehenden Stadions dar. Zentrales Bauwerk, auf das sich die hufeisenförmige Erdtribüne für 12.000 Besucher ausrichtet, war die "Glorieta", ein tempelartiger Pavillon an der Querseite des Spielfelds. An der gegenüberliegenden Feldseite bildet eine Arkade entlang der Hauptverkehrsstraße den Haupteingangsbereich des von einer ca. 2,4 m hohen Klinkermauer umschlossenen Stadions. Innerhalb der Glorieta und in zwei weiteren, in die Erdtribüne integrierten Gebäuden befanden sich sanitäre Anlagen für Sportler und Zuschauer.

Aufgrund seines allmählichen Verfalls wurde das Fußballstadion 2008 geschlossen und ein internationaler Wettbewerb zur Revitalisierung ausgelobt. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sollten neben dem lokalen Fußballverein viele weitere Nutzungsfunktionen auf dem Gelände untergebracht werden.

Die vom Verfall bedrohten Gebäudeteile stehen unter Denkmalschutz und müssen in ihrer ursprünglichen Form saniert werden, da sie die einzigen Bauwerke des für Slowenien so wichtigen Architekten Jože Plečnik sind. Der Entwurf des "neuen" Josef Plečnik Stadions integriert die historischen Elemente und schafft unter Berücksichtigung der ursprünglichen Entwurfsgrundsätze eine formale und funktionale Einheit.

Die neuen Bauteile sind oberirdisch klar von der bestehende Klinkermauer, der Arkade und der Glorieta getrennt und nur unterirdisch über mehrere Ebenen funktional miteinander verbunden; somit bleiben die Kleinteiligkeit der urbanen Struktur und die Dimension der historischen Elemente erhalten. Auch der hufeisenförmige Unterrang wird durch den Entfall der Laufbahn nur geringfügig in seiner Geometrie verändert, um die Zuschauer näher an das Spielfeld rücken zu lassen und eine Sichtüberhöhung von 9 cm zu erhöhen. Dieser Hufeisenform folgt ein zweigeschossiger, ebenfalls an der Glorieta unterbrochener Logen- und Businessclub-Ring mit Raum für Logen, Restaurant und Sportclub. Über vertikale Erschließungskerne sind diese Bereiche mit den sechs Untergeschossen direkt verbunden, die neben ca. 1.800 Parkplätzen Raum für Geschäfte, Kletter-, Sporthalle und Eventflächen bieten.

Im Süden ist ein angegliedertes Hochhaus mit Hotel und Apartmentbereichen in den obersten Geschossen geplant. Im Sockel des Hochhauses befinden sich die Zugänge in die Einkaufsbereiche und die Zufahrt in die Tiefgarage. Die Baumallee entlang der historischen Mauer bleibt erhalten.

Im nördlichen Bereich entsteht eine Parklandschaft, in der "Bürovillen", die direkt an die unterirdischen Bereiche der Parkierung angebunden sind, als Einzelkuben zwischen der angrenzenden Wohnbebauung und dem Stadion vermitteln. Durch die punktuelle Bebauung bleiben die denkmalgeschützte Mauer und das Stadion vom Straßenraum aus erlebbar.

Die Tragstruktur des Stadiondachs und der Logenebenen unterstreicht die lineare Form der Dacharchitektur, parallel zu den darunter liegenden Rängen. Am Kopfende des Stadions, an dem einige originäre Ränge erhalten werden, wurde das Dach unterbrochen, um der Glorieta einen angemessenen Freiraum zu gewähren.

Sowohl die schlanken, auskragenden Fachwerkbinder des Dachs aus geschweißten Stahlhohlprofilen als auch die Stahlverbundträger der Logenebenen tragen ihre Lasten über zwei Verbundstützen in die Stahlbetonstruktur der Untergeschosse ab. Die unter die Fachwerkbinder gehängte Sekundärstruktur aus Hohlprofilen zur Aufnahme der Glaseindeckung unterstreicht die klare, lineare Dachkonstruktion. Durch die Stahlverbundkonstruktion der Logenebenen lassen sich die Vorteile von Stahlprofilen der diagonalen Zugelemente mit denen der Stahlbetondecken kombinieren.

Die Dachfläche soll mit Glaspaneelen gedeckt werden, in die PV-Elemente als Sonnenschutz und zur Energiegewinnung integriert werden. Regenwasser wird in zylindrischen Zisternen in den Fahrzeugrampen der Tiefgarage als Brauchwasser gespeichert oder dem Wasserkreislauf zugeführt, um den hohen Grad der Bodenversiegelung zu kompensieren. Durch die Integration dieser ökonomischen und ökologischen Entwurfsansätze entsteht ein innerstädtisches Stadion, das den Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung entspricht.