Deutschland, Dresden 

Kontorhaus Altmarkt

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Wettbewerb 1996 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Projektpartner Klaus Staratzke
Projektleitung Giorgio Gullotta
Mitarbeiter Claudia Abt, Peter Kropp, Andrea Moritz, Thomas Grotzek, Helene van gen Hassend, Jasmin Otto, Kerstin Falke, Florian Schätz
Mitarbeiter Wettbewerb Charles de Piciotto, Sigrid Müller, Johann v. Mansberg
Bauherr EP-Euro Projektentwicklungs GmbH
Bauzeit 1998–2000
Bruttogrundfläche 18.642 m²
Bruttorauminhalt 64.320 m³

 

Fotografen:

Gerhard Aumer

Hans-Christian Schink

www.hc-schink.de

Der Entwurf unternimmt den Versuch, einen innerstädtischen Gebäudeblock zu entwickeln, der auf die Nutzung als zeitgemäßes Büro- und Geschäftshaus einfach und damit angemessen reagiert und zugleich eine unverwechselbare Identität erhält, indem er der historischen Bedeutung des Ortes gerecht wird.

Äußerlich nimmt das Gebäude die historischen Baufluchten auf, variiert sie jedoch zugleich durch plastische Einschnitte, Arkaden und Staffelungen. Lineare Intarsien erzeugen eine vertikale Rhythmisierung in der Sandsteinfassade. Eine zweigeschossige Sockelzone, ein dreigeschossiger Mittelteil und ein zurückspringendes Attikageschoss gliedern die Fassade in der Horizontalen; auf diese Weise wird eine Beziehung zur umgebenden Bebauung hergestellt.

Die im Bild dargestellte Fortsetzung der Fassaden an der Südseite des Altmarktes und an der Kreuzkirche versteht sich weder als konkreter Fassadenentwurf noch als Kopie der vorhandenen Bebauung. Sie soll vielmehr zeigen, dass vertikale Rhythmisierung, horizontale Zonierung und Rückstaffelung die Mittel sind, mit denen übergeordnete städtische Einheit und individuelle Prägnanz in ein Gleichgewicht zu bringen sind.

Die Ladenflächen befinden sich in der Sockelzone des Gebäudes und ermöglichen durch ihre Verglasung Einblicke in den Innenhof, der durch einen Durchgang an den öffentlichen Stadtraum angeschlossen ist. Eine großflächige horizontale Verglasung im Straßenraum vermittelt den Einblick in die erhaltenen und freigelegten historischen Gewölbe und Mauern der Altmarktbebauung.

Die vorgeschriebene schräge Dachkontur wird in Stufen aufgelöst, die mit naturroten Fassadenplatten verkleidet sind - eine "Ironisierung" der Tradition, die dennoch den Zusammenhang wahrt.