Deutschland, Berlin 

KPM Königliche Porzellan-Manufaktur

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Entwurf Meinhard von Gerkan mit Doris Schäffler und Kristian Uthe-Spencker
Partner Hubert Nienhoff
Mitarbeiter Kemal Akay, Helga Reimund, René Wiegand, Ursula Köper, Petar Bozic, Sonja Welzel, Giuseppina Orto, Katina Roloff, Uta Graff
Außenraumgestaltung Büro M. Hagel
Bauherr GSG Gewerbesiedlungsgesellschaft mbH, Berlin
Bauzeit 2002–2003
BGF Ringofenhalle 1.600 m²
BGF Schlämmerei 2.900 m²
BGF insgesamt 5.000 m²

 

Fotografen:

Christian Gahl

www.christiangahl.com

Ebba Dangschat

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Die Königliche Porzellan-Manufaktur präsentiert sich nach der Sanierung und Neugestaltung ihrer historischen Produktionsstätten wieder am Salzufer in Berlin. Das ehemalige Industriegebiet wird in ein neues städtisches Viertel umgewandelt, dessen Mittelpunkt die heute als Ausstellungsraum genutzte Ringofenhalle und das Schlämmereigebäude der KPM bilden.

Beide Gebäude sind Teil der in den Jahren 1868–72 von Gustav Möller errichteten Werksanlage, die im Zweiten Weltkrieg zu 80 Prozent zerstört wurde.

Ein durchgängiges gestalterisches Konzept, das Architektur, Ausstellungspräsentation, Lichtführung und grafisches Erscheinungsbild umfasst, verbindet nun die denkmalgeschützten Altbauten, den zentralen Hof und den Weg in das Quartier hinein zu einer Einheit.

Eine Freitreppe über die gesamte Front der Ringofenhalle betont deren übergeordnete Bedeutung als Verkaufs- und Ausstellungsgebäude. Die im Kreuzverband gemauerte Ziegelfassade der Halle musste aufgrund massiver Schäden nach einer fotogrammetrischen Dokumentation neu aufgemauert werden. Den Mittelpunkt des Innenraums bilden, nachdem die Zwischendecken entfernt wurden, die Öfen, deren obere Ebene über einläufige Stahltreppen und Galerien zugänglich ist. Eine begehbare Stahl-Glas-Konstruktion überspannt den Befeuerungsgang. Alle neu hinzugefügten Elemente, die über die Sicherung und statische Ertüchtigung des Bestands hinausgehen, wurden bewusst zurückhaltend gestaltet und orientieren sich an der industriellen Vergangenheit des Gebäudes, dessen Ambiente aus Stahl, Ziegeln und rauen Putzflächen einen deutlichen Gegensatz zu dem feinen, weißen Porzellan bildet.

Die Aufstockung des Schlämmereigebäudes um ein bzw. zwei Geschosse nimmt Rhythmus, Proportion und Material des Bestands auf. Die neuen Elemente sind jedoch im Detail deutlich ablesbar. Im Innern wurden die historischen Schlämmbecken abgetragen, so dass eine flexible Nutzung möglich ist.

Zwischen Ringofenhalle und Schlämmerei bilden beleuchtete Vitrinen die Anfangs- und Endpunkte der die Hoffläche strukturierenden Sichtbetonbänder. Hier werden Porzellanobjekte präsentiert, die schon von weitem die Geschichte des Ortes und seine heutige Nutzung ablesbar machen.

Das ebenfalls sanierte Eingangsgebäude aus den 1950er Jahren bildet den Auftakt des KPM-Areals. Seine neue Fassade ist vertikal gegliedert und leitet zu den deutlich höheren, angrenzenden Neubauten über. Wie auch die anderen sanierten Gebäude von der natürlichen Farbigkeit ihrer Materialien Ziegel, Stahl und Beton geprägt sind, bestimmt der gleiche hochwertige und zeitlose Charakter auch das Eingangsgebäude: Die dunkel metallisch beschichtete Fassade aus Aluminium vermittelt eine noble Zurückhaltung und leitet zur historischen Hofanlage über.