Italien, Verona 

Krankenhaus Borgo Trento

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Entwurf Volkwin Marg und Studio Altieri
Partnerbüro studio cfk, Martin Weigert
Projektleitung Robert Friedrichs, Arne Starke bis 2007
Mitarbeiter Entwurf Regine Glaser, Jens Jackowski, Ina Hartig, Gabriele Wysocki
Mitarbeiter Ausführung Regine Glaser, Jens Jackowski, Ina Hartig
ab 2007 Inga Cassens, Alessia Spezzano, Anna Falkenbach, Bernd Kottsieper
Generalunternehmer Bonatti s.p.a.
Planungsbeginn ab Jan 2001
Nutzfläche 96.300 m²
Bauzeit 2005–2010

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Das Krankenhaus "Borgo Trento" ist von überregionaler Bedeutung für Norditalien und ist ein Pilotprojekt des italienischen Gesundheitsministeriums für die grundlegende Erneuerung und Modernisierung eines großen innerstädtischen Krankenhausbetriebes unter Beibehaltung aller Krankenhausfunktionen auch während der Bauphase.

Das im nördlichen Verona zentrumsnah an der Etsch gelegene Krankenhaus erhält einen neuen multifunktionalen Gebäudekomplex, in dem verschiedene medizinische und allgemeine Funktionen kompakt zusammengefasst sind (u. a. Chirurgie, Intensivstationen, Krankenstationen, Operationssäle, Notaufnahme, Poli- und Tagesklinik, Radiologie, sowie öffentliche Bereiche mit Shops, Gastronomien usw.).

Das in der ersten Phase nun fertiggestellte insgesamt neungeschossige Bettenhaus ist im zentralen Bereich des rund 100 Jahre alten Krankenhausgeländes entstanden. Die an dieser Stelle vorhandenen Altbauten wurden abgerissen und ihre in der Vergangenheit durch zahlreiche Um- und Neubaumaßnahmen auf diverse Einzelgebäude verteilten Funktionen sind in den Neubau integriert worden. Hierdurch wurde der Betrieb des Krankenhauses für zukunftsorientierte Anforderungen im Sinne des Patienten umstrukturiert und funktional und wirtschaftlich erheblich verbessert (Wegeführungen, Versorgung, Unterhalt etc.).

In der zweiten Phase werden wesentliche Funktionsbereiche, wie Labore und Analyse in einem zu ebener Erde abgesenkten zweigeschossigen Gebäudeteil, der sogenannten "Piastra", mit Tagesbelichtung über abgesenkten Gartenhöfen errichtet. Durch diese Maßnahme der Geländeunterbauung wird - in Verbindung mit der Kompaktheit der neuen Hochbaumaßnahmen - eine begrünte parkartige Freifläche geschaffen werden, der neue "große Garten".

Als zentrale Entwurfsidee bildet der große Garten in der Mitte des Kranken-hausgeländes einerseits eine "grüne Klammer" zwischen Alt und Neu und andererseits durch die Schaffung eines großzügigen, mit architektonischen Mitteln hochwertig gestalteten Parkgeländes (Pergola, Wasserkaskaden, Treppen, Rampen, Brücke etc.) verbesserte Freiraum- und Aufenthaltsqualitäten für Besucher und Patienten.

Der Neubaukomplex für das "Borgo Trento" besteht im Wesentlichen aus vier Gebäudeteilen, und zwar aus:

  • dem "Polo" als quadratischem Hauptgebäude mit Innenhof; u. a. ausgestattet mit 33 OP’s und damit dem größten OP-Zentrum Italiens, der Chirurgie, Intensivstationen, Krankenstationen auf den oberen drei Geschossen sowie dem öffentlichen Atriumsbereich im Erdgeschoss mit Shopflächen und Gastronomien etc.;

  • dem "Ambulatorium", einem dem Polo vorgelagerten viergeschossigen Gebäuderiegel mit dem Haupteingangsfoyer sowie den medizintechnisch fortschrittlichen Bereichen Poli- und Tagesklinik (mit eigenen OP’s);

  • dem "Pronto Soccorso", einem in Richtung Etsch dem Polo ebenfalls vorgelagerten zweigeschossigen Gebäudekomplex und der Notaufnahme, die von der Uferstraße aus angefahren wird und eine direkte Anbindung in den OP-Bereich besitzt.

Parallel zu den o. g. Baumaßnahmen wurde in einem anderen Bereich des Krankenhausgeländes eine neue Technikzentrale errichtet, die in ihrem Gestaltungskonzept der Gesamtanlage folgt.

  • in einer späteren zweiten Phase noch der "Piastra", einem abgesenkten zweigeschossigen Gebäudeteil mit einem diagnostisch-therapeutischen Zentrum (1. UG: Radiologie, Transfusionsmedizin, Physiotherapie, Labors, etc.; 2.UG: Technik) und einem umlaufenden Erschließungsring für die Anbindung der bestehenden Umgebungsbauten.