Deutschland, Worms 

Kultur- und Tagungszentrum, Spiel- und Festhaus

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Wettbewerb 2005 – 1. Preis
Entwurf Volkwin Marg und Hubert Nienhoff mit Kristian Uthe-Spencker
Projektleitung Bernd Gossmann, Christian Klimaschka
Mitarbeiter Entwurf Uta Graff, Antje Pfeifer, Katina Roloff
Mitarbeiter Ausführung Elisabeth Heiner, Sebastian Baumeister, Antje Pfeifer, Anna Maria Stiera, Kathrin Binder, Boris Grischkat, Emanuel Homann, Nicole Jahn, Katrin Röser, Andrea Schmeing, Eva Westermeier
Bauherr Stadtverwaltung Worms
BGF 18.700 m²
Bauzeit 2008–2011

 

Fotografen:

Marcus Bredt

www.marcusbredt.de

Der schlichte, zurückhaltende Theaterbau aus den sechziger Jahren wurde einst auf den zerbombten Relikten des ursprünglichen Gebäudes von 1889 errichtet. Jetzt wurde das Spiel- und Festhaus umfassend saniert: Die behutsamen Eingriffe in das Baudenkmal hatten das Ziel, technische Verbesserungen durchzuführen, ohne die architektonische Identität aus seiner Entstehungszeit zu beeinträchtigen. Gleichwohl wurden die Haus- und Bühnentechnik sowie die szenische Beleuchtung und die Beschallungsanlage vollständig erneuert und modernisiert.

Mit dem hinzugefügten Neubau interpretieren die Architekten die Nachkriegsmoderne der sechziger Jahre auf ihre Weise und führen die prägenden Stilelemente des älteren Baus mit dem neuen Gebäude fort. Dazu gehören die balkonartig auskragenden Außengalerien des Theaters im ersten Obergeschoss, die großzügige Glasfassade der Foyers im Parterre und die kubische Komposition mit dem eingestellten Zylinder des Theatersaals.

Dieses den Altbau prägende Thema des eingestellten, sich kreisrund im Kubus abzeichnenden Saales wird in dem Neubau aufgegriffen und weiter gespielt. Entsprechend zeichnen sich in beiden Bauten die Haupträume nach Innen wie nach Außen ab: Im Spiel- und Festhaus ist die eingestellte Rotunde des Zuschauerraums als geschlossener Raum erkennbar, um den sich das zum Außenraum offene Foyer legt. Im Kultur- und Tagungszentrum steht der im quadratischen Grundriss angeordnete Saal innerhalb des kreisförmigen Foyers. Innen ist der kubische Saal von geschwungenen Wänden eingebunden, nach außen zeichnet er sich auf dem Dach als Quadrat mit gläsernem Obergaden ab. Die geschwungene Form des Neubaus schwingt zum Altbau hinüber und wird mit diesem auch durch die weit auskragenden Galeriekanten zum Ensemble.

"Das Wormser" ist für alle Veranstaltungsarten gerüstet, die gemeinsam oder auch getrennt und simultan stattfinden können: Der neue Saal für bis zu 800 Personen ist teilbar und vielfältig nutzbar. Er wird durch ein Foyer, Gastronomie, Ausstellungsflächen und flexible Tagungsräume ergänzt.

Das Ensemble des Kultur- und Tagungszentrums ist samt Anlieferungsbereich und Tiefgarage für die funktionelle und baukörperliche Vervollständigung durch ein direkt angebundenes Hotel ausgelegt.

Raumprogramm
Neubau Kultur- und Tagungszentrum: Mozartsaal 814 m², Großer Liebfrauensaal 186 m², Burchardsaal 74,5 m², Luthersaal 45,5 m², Raschisaal 43 m², Rheinsaal 42,5 m², Foyer Ebene 0 430 m², Foyer Ebene 1 393 m², Bistro 92 m², Küche 43 m², Besucher-Garderobe, Besucher-WCs, Cateringräume, Verwaltungsräume, Künstlergarderoben, Nebenräume, Technikräume, Tiefgarage (86 Stellplätze) 2.245 m²

Spiel- und Festhaus: Theatersaal - Zuschauerraum 428 m², Bühnenfläche 310 m², Foyer Ebene 0 733 m², Foyer Ebene 1 670 m², Besucher-Garderobe, Besucher-WCs, Verwaltungsräume, Künstlergarderoben, Nebenräume, Werkstätten, Technikräume