Deutschland, Dresden 

Kulturpalast, Modernisierung und Sanierung, Neubau Konzertsaal

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Internationaler Wettbewerb 2009 – 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan und Stephan Schütz mit Nicolas Pomränke
Projektleitung Wettbewerb Clemens Kampermann
Mitarbeit Wettbewerb Verena Coburger
Projektleitung Christian Hellmund
Mitarbeiter Clemens Ahlgrimm, Roman Bender, Stephanie Brendel, Verena Coburger, Ivanka Perkovic, Annette Löber, Anna Liesicke, Ursula Köper, Tiago Henriques, Laia Caparo, Julius Hüpeden, Patrick Machnacki, Giuseppina Orto, Michael Scholz, René Wiegand, Dörte Groß, Florian Illenberger, Laura Warskulat (Studentin), Ralitsa Bikova (Studentin), Robin Lauritzen (Student), Jessika Krebs (Studentin)
Bauleitung gmp Bernd Adolf, in Zusammenarbeit mit phase 8
Tragwerk ProfessorPfeiferundPartner PartGmbB, Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Cottbus
Bauphysik Bau- und Raumakustik Peutz bv, Mook, Niederlande; ADA Acoustic Design Ahnert, Prof. Dr.-Ing. habil. W. Ahnert, Berlin
Brandschutz hhpberlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin
Bühnentechnik theapro, theater projekte daberto + kollegen planungsgesellschaft mbh, München
TGA Planungsgruppe M+M AG, Dresden (bis LPH 3) ARGE IB Rathenow BPS und Solares Bauen GmbH (ab LPH 5)
Lichtplanung Conceptlicht GmbH, Traunreut
Bauherr KID Kommunales Immobilienmanagement
Dresden GmbH & Co KG
Bauzeit 2013–2017
BGF 37.062 m²
Konzertsaal Dresdner Philharmonie 1.750 Sitzplätze, inkl. 18 Rollstuhlplätze
Kabarettsaal »Die Herkuleskeule« 240 Sitzplätze, inkl. 2 Rollstuhlplätze
Zentralbibliothek 5.463 m²

 

Fotografen:

Christian Gahl / gmp Architekten

www.christiangahl.com

Der Umbau und die Sanierung des Kulturpalastes Dresden von 1969 umfasste auch den Neubau eines Konzertsaales für 1.800 Besucher im Kern des Bestandsgebäudes, das gemäß den denkmalpflegerischen Vorgaben strukturell erhalten wurde. Dabei wurde die originäre Bausubstanz behutsam rekonstruiert und in die Neugestaltung integriert, die Fassaden wurden energetisch saniert.

Mit den Hauptnutzern Dresdner Philharmonie, städtischer Zentralbibliothek  und Kabarett „Herkuleskeule“ entstand ein neues Miteinander von Kultur, Bildung und Unterhaltung innerhalb des Kulturpalastes, das sich räumlich in dem großen Südfoyer verdichtet, welches als gemeinschaftliche Erschließung dient. Der Kabarettsaal befindet sich unterhalb des Konzertsaales, der in den beiden Obergeschossen passgenau wie ein Futteral von den Räumen der Bibliothek umschlossen wird. Einen farblichen Akzent setzt der aus dem Ursprungsbestand übernommene Rot-Ton der textilen Oberflächen, der sich als Leitmotiv im ganzen Gebäude wiederfindet.

Die Architektur des Konzertsaales folgt dem Typus des „Weinbergs“ mit einer in die Geometrie des hexagonalen Baufensters eingepassten terrassenartigen Anordnung der Sitzplätze. Wände und Terrassen sind dabei bis in die Saaldecke nach einem einheitlichen architektonischen Prinzip gestaltet, das auch den Prospekt der Konzertorgel intergiert. Akustisch  unterstützt der Saal den traditionell dunkleren Klang der Dresdner Philharmonie und bietet zugleich die Möglichkeit einer multifunktionalen Nutzung für weitere Veranstaltungsformen.

Mit der Neukonzeption des Kulturpalastes verfügt Dresden über einen Konzertsaal von internationalem Rang in einem konzeptionell offenen Haus der Kultur und des Wissens, das als Ort bürgerschaftlicher Begegnung und Kommunikation an die gelebte Tradition des Gebäudes anknüpft.