Deutschland, Nürnberg 

Landeskirchliches Archiv der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern

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Entwurf Meinhard von Gerkan und Nikolaus Goetze
Assoziierter Partner
Dirk Heller
Projektleitung
Karen Schroeder
Mitarbeiter Entwurf
Christoph Berle, Meike Schmidt, Katharina Traupe, Monika Braig
Mitarbeiter Ausführung
Christoph Berle, Miriam Bamberg, Judith Saile, Alexander Schnieber, Sui Jinying
BGF
9.327 Quadratmeter
Bauherr
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

 

Fotografen:

Heiner Leiska

www.leiska.de

Der nach den Plänen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) in drei Jahren errichtete Neubau befindet sich auf einem ehemaligen Fabrikgelände in direkter Nachbarschaft des bisherigen Hauptgebäudes. Mit 34 Regal-kilometern verfügt das Landeskirchliche Archiv nun über doppelt so viel Lagerraum als zuvor und beherbergt zudem eine Restaurierungswerkstatt und genug Fläche für Besucherräume. In dem „Gedächtnis des evangelischen Bayern“ archiviert die Kirche unter anderem Briefe von Martin Luther und Urkunden von Päpsten und Kaisern, aber auch zahlreiche historisch bedeutende Bücher, Malereien und viele weitere Originale. Der Konstruktionsaufbau des Landeskirchlichen Archivs ermöglicht die passive Klimatisierung der Archivalien.

Der Neubau besteht aus zwei ineinander verschränkten, geschlossenen Kuben, die über einem transparenten, zurückspringenden Erdgeschoss zu schweben scheinen. Er steht auf einem an der Straße etwa ein Meter hohen Sockelgeschoss, das sich Richtung Süden aus dem abfallenden Gelände zum Vollgeschoss entwickelt und eine großzügige Terrasse ausbildet, von der sich der Blick auf den Wöhrder See öffnet.

Das Ensemble bildet eine solitäre Gebäudeskulptur mit Hauptfassaden in alle Richtungen. Einerseits wird dadurch die angrenzende Zeissstraße räumlich gefasst, andererseits erhält der Garten des östlich anschließenden Predigerseminars eine bauliche Begrenzung. Über den Garten hinweg wirkt das neue Archiv als Pendant und Ergänzung des Predigerseminars.

Der Sockel der Stahlbetonkonstruktion ist mit rötlichem Sandstein verkleidet, was die benachbarte, bereits vorhandene Sandsteinmauer optisch fortsetzt und den Bau landschaftlich verankert. Die Außenwände des Archivs tragen eine matt schimmernde Kupferfassade mit feiner, vertikaler Gliederung. Die natürliche Metalloberfläche wird verschiedene Oxidationsstufen und –färbungen durchlaufen, bis sich eine samtartige, bräunliche Oberfläche entwickelt hat.

Die öffentlichen Bereiche des Archivs betreten die Besucher über die Veilhofstraße. Von dort gelangen sie auch zum Vortragssaal, der genauso für Ausstellungen genutzt werden kann. Dieser Saal orientiert sich öffentlichkeitswirksam zur Ecke Veilhof-/Zeissstraße. Richtung Osten und Westen liegt auf der ruhigen Gartenseite der Lesesaal. Darüber sind auf zwei Ebenen die Büros untergebracht, die die Archivflächen winkelförmig umschließen und den Mitarbeitern kurze Wege ins Magazin bieten. Die Magazinflächen selbst befinden sich in vier Obergeschossen über dem Erdgeschoss sowie in beiden Sockelgeschossen. Da sich das erste Sockelgeschoss nach Süden aus dem Hang herausschiebt, ist die Belieferung der Werkstatt- und Funktionsräume über die Zeissstraße möglich.