China, Lingang New City 

Maritim-Museum

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Gutachten 2005
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Nikolaus Goetze
Projektleitung Klaus Lenz, Marcus Tanzen
Team Entwurf Richard Sprenger, Elena Melnikova, Ben Grope, Markus Carlsen
Team Ausführung Richard Sprenger, Eazy Lin, Jens Reichert, Birgit Föllmer, Udo Meyer
Tragwerksplanung Werner Sobek
Chinesisches Partnerbüro SIADR
Bauherr Shanghai Harbour City Investment Co.
BGF 46.400 m²
Bauzeit 2006-2009

 

Fotografen:

gmp/Julia Ackermann

Hans-Georg Esch

www.hgesch.de

Jan Siefke

www.jansiefke.de

Das erste Schifffahrtsmuseum Chinas überhaupt liegt an dem Ufer eines durch Landaufschüttung dem Meer abgewonnenen 5 km² großen Sees. Mitten in Lingang New City – konzipiert 2002 nach einem städtebaulichen Entwurf Meinhard von Gerkans –, ungefähr 60 km südlich von Shanghai, befindet sich das 46.400 m² große Maritim Museum, das eine Ausstellung zur Geschichte der chinesischen Seefahrt aufnehmen soll.

Dem Grundriss und der funktionalen Anordnung nach handelt es sich um eine symmetrische Anlage mit zwei flankierenden, parallel gesetzten, viergeschossigen Flügelbauten. Zur Wasser- und Landseite führen großzügige Freitreppen auf ein Geschoss hohes Podium auf dem die gesamte Museumsanlage ruht. Dieser Sockel enthält sämtliche für einen zeitgemäßen Museumsbetrieb relevante Funktionen. Die rechtwinklige Geometrie der Fassadengestaltung, der Arkaden und Luftbalken, verkleidet in hellgrauem Granit, verankert sozusagen den Museumsbau an dem Ufer des Sees.

Die Analogie eines im Hafen befindlichen Schiffes wird bildlich in der abstrakten Formensprache der fast mittig im Museumskarree angeordneten "Segel" aufgenommen. Dabei handelt es sich um zwei 58 m hohe aneinander "gelehnte" Gitterschalenkonstruktionen. Diese ingenieurtechnische Meisterleistung erlaubt es, dass sich die zweifach gekrümmten Schalen in 40 m Höhe an nur einem Punkt berühren und auf jeweils nur zwei Fußpunkten stehen. Der Zwischenraum ist durch eine gläserne Fassade, basierend auf einer Seilnetzkonstruktion, wie ein überdimensionales Fischernetz verkleidet. Die enorme Raumhöhe erlaubt das Ausstellen von vollständig aufgetakelten Dschunken.

In der topographisch flachen Küstenregion ist das Maritim Museum mit seiner expressiven Silhouette zu einem weithin sichtbaren Erkennungszeichen der Lingang New City geworden.