China, Ningbo 

Marriott Hotel Ningbo

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Wettbewerb 2004 - 1. Preis
Entwurf Meinhard von Gerkan
Partner Nikolaus Goetze
Projektleitung Volkmar Sievers
Mitarbeiter Entwurf Simone Nentwig, Matthias Meinheit, Evelyn Pasdzierny, Nils Dethlefs, Tilo Günther
Mitarbeiter Ausführung Uli Rösler, Knut Maass, Martina Klostermann, Rouven Oberdiek, Zhu Huan, Nicole Loeffler
Bauherr Ningbo HaiCheng Investment Development Co., Ltd.
BGF 89.600 m²
Höhe 160 m
Bauzeit 2005-2008

 

Fotografen:

Jan Siefke

www.jansiefke.de

Die Riverside Creation Plaza befindet sich in zentraler Lage der City von Ningbo nahe der Drei-Fluss-Mündung. Dieses Ufergrundstück wird zu einem hochwertigen Areal mit Freizeit-, Kommerz-, Büro- und Hotelnutzungen umgestaltet. Es wird mit dem benachbarten Tianyi Plaza zu einem Areal, welches Natur, Freizeit, Erholung, Business und Shopping in sich vereinigt.

Die städtebauliche Idee ist es, ein grünes Band entlang des Ufers zu gestalten, welches seine Endknoten an dem nördlichen Ruinenfeld bzw. an der südlich gelegenen Qianye-Villa besitzt. Ein breiter Boulevard mit einem vielgestaltigen Charakter bildet die neue Flaniermeile für die Besucher. Von ihr aus hat man auf einem höher gelegenen Niveau einen hervorragenden Blick auf den Fluss. Entlang der Heyi Road werden zwischen den bestehenden Bauten neue Gebäude errichtet, welche sich sowohl zur Strasse als auch zum Boulevard einladend öffnen.

In dem nördlichen Abschnitt ist das Hochhaus platziert, welches Büronutzungen und ein 5-Sterne-Hotel integriert. Die städtebauliche Lage an der Drei-Fluss-Mündung betont die Repräsentanz des First-Class-Hotels der Hotelgruppe Marriott.

Die Konzeption generiert ihre Form aus zwei gebogenen Scheiben, die an ihrer Einschnürung miteinander verbunden sind. Die beiden Flügel lassen die Form eines Schmetterlings entstehen. Der Baukörper steht mit seiner Mittelachse quer zur Uferkante des Flusses und markiert somit seine Beziehung zum Fluss. Die gläserne Mitte nimmt den Hochhauskern mit den dienenden Funktionen auf. Den oberen Bereich des Turmes bildet eine zweigeschossige Rückstaffelung.

Auf der Gesamthöhe von etwa 160 Metern sind die funktionalen Bereiche klar voneinander getrennt: Die dreigeschossige Basis nimmt die Foyers sowie die zentralen Hotelbereiche auf. In den darüber liegenden Geschossen sind die Bürobereiche untergebracht. Die Hotelzimmer liegen im oberen Turmbereich. Die Executive Lounge mit den Presidential Suites bilden den oberen Abschluss des Hochhauses.

Dem Leitmotiv der Aufgabenstellung, ein Hochhaus als eine Landmarke mit unverwechselbarem Charakter zu gestalten, wird durch die expressive Form und die besondere Fassadengestaltung entsprochen. Die Gestaltung der Fassaden ist differenziert und betont die gestalterischen Grundintentionen des Entwurfes.

Der gläsernen Fassade aus grünem Glas, welches dem Gebäude den Charakter eines Jadesteins gibt, ist eine zweite Hülle vorgelagert, die aus horizontalen Lamellen besteht. Sie verleihen der Fassade eine Plastizität und verhindern, dass sich die Fassade zu stark in der Sonne spiegelt. Gleichwohl haben die Lamellen auch die funktionale Aufgabe, einen wirksamen Sonnenschutz für die Räume zu bieten. Gemeinsam geben der Jadestein und die Lamellen der Fassade einen unverwechselbaren Charakter. Somit hebt sich das Gebäude wohltuend von allen anderen Hochhäusern der Innenstadt ab und betont somit seine Einzigartigkeit.

Ein dreigeschossiger Sockelbau nimmt die Sonderfunktionen auf. Darüber erhebt sich ein 36-geschossiger Turm in Schmetterlingsform, welcher seinen Abschluss in einem zweigeschossigen Dachaufbau in Form eines geschwungenen Bandes findet. Die Haupteingänge des Hotels und der Büronutzung sind funktional voneinander getrennt: Während die Vorfahrt und der Haupteingang für die Büros sich direkt zur der Heyi Road orientieren, ist das Entree des Hotels von der Strasse zurückgesetzt. Es entsteht somit ein repräsentativer Vorbereich, der das Ruinenfeld, die Uferpromenade und das Foyer miteinander verbinden. Baumgruppen rahmen diesen ovalen Bereich, sodass ein attraktiver Bereich entsteht. Das nördliche Ruinenfeld wird in die Gesamtkonzeption des Vorplatzes einbezogen. Ein großes dreieckiges Vordach markiert den Zugang zum Hotel.

Der in der Mitte gelegene Eingang führt die Hotelbesucher in die Empfangshalle, während der seitliche Eingang den Restaurantbesuchern vorbehalten ist. Der zweigeschossigen Hotellobby sind die zentrale Rezeption sowie die Hotelbar und das Western Restaurant direkt zugeordnet. Von der Lobby gelangen die Hotelgäste über Aufzüge und Treppe zu den Obergeschossen. Über eine Galerie ist die Lobby von Ebene +2 mit der Eingangshalle verbunden. Auf dieser Ebene befinden sich das chinesische Restaurant sowie der Fitnessbereich mit Swimming Pool und das Business Center. Auf der Ebene +3 sind der Konferenzbereich und oberhalb der Eingangshalle der Bankettsaal platziert. Sowohl der Saal als auch die Konferenzräume sind entsprechend der Anforderungen teilbar.

Die 16 Hotelzimmergeschosse sind wirtschaftlich konzipiert. Pro Ebene können bis zu 22 Zimmereinheiten angeordnet, die je zur Hälfte flussaufwärts bzw. flussabwärts ausgerichtet sind. Somit haben alle Hotelzimmer einen direkten Blick auf das Wasser des Yuyao River und sind gleichwertig zu vermieten. Entsprechend den Vorgaben sind die Zimmer in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt.

Die Büros sind über insgesamt 17 Geschosse verteilt. Die Grundrisskonfiguration lässt eine freie Aufteilung zu. Großraumbüros können ebenso wie Einzelbüros flexibel geplant werden. Die beiden Untergeschosse nehmen neben den Technik- und Lagerräumen auch die Tiefgarage auf. Hier sind insgesamt 415 Stellplätze nachgewiesen.